Parkchaos rund um die Bürgerweide

Findorffer fordern Nachbesserungen beim Verkehrskonzept für den Freimarkt

Nach den ersten Freimarktstagen ist die Bilanz des Verkehrskonzeptes gemischt. Deswegen hat der Beirat einen Katalog mit weiteren Vorschlägen ausgearbeitet.
23.10.2019, 21:30
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Von Anke Velten
Findorffer fordern Nachbesserungen beim Verkehrskonzept für den Freimarkt

Einsatzkräfte der Polizei haben an den ersten beiden Freimarktstagen 30 verbotswidrig abgestellte Fahrzeuge abschleppen lassen. (Archivbild)

Frank Thomas Koch

Die verstärkten Bemühungen der Stadt, den Freimarktsverkehr in den Griff zu bekommen, sind in Findorff zwar wohlwollend wahrgenommen worden. Doch die Bilanz der ersten Freimarktstage zeigt nach Meinung des Findorffer Beirats auch, dass manche der Maßnahmen wenig effektiv sind oder ignoriert werden. Der Beirat hat nun einen Katalog an Verbesserungsvorschlägen formuliert, die die Verkehrsbelastung reduzieren und die Sicherheit erhöhen sollen. Wichtigster Punkt: Bereits vor der Abfahrt müssten motorisierte Gäste davon überzeugt werden, auf das Auto zu verzichten oder zumindest die Bürgerweide großflächig zu meiden.

60 abgeschleppte Fahrzeuge, knapp 1000 Verwarnungen und 725 Fahrzeuge, die von den Verkehrsüberwachern an der Einfahrt in die angrenzenden Wohnstraßen gehindert wurden, belegen nach Ansicht des Beirats, dass die aktuelle Beschilderung nicht ausreichend wirksam sei. Das Zusatzzeichen „Anlieger frei“ halte auswärtige Pkw nicht davon ab, trotzdem in die Straßen zu fahren, heißt es im Antrag. Sinnvoller sei ein Einfahrtsverbot, das ausschließlich den Bewohnern Einlass gewähre, wie es der Beirat im Vorfeld gefordert habe. Da viele der Schilder nicht gut sichtbar seien, fordert der Beirat zudem, je zwei Schilder an den Einfahrten zu installieren und die zugesagte farbliche Markierung zu ergänzen.

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Darüber hinaus sollen die temporären Sperrungen auch auf die angrenzenden Quartiere zwischen Plantage und Hemmstraße sowie zwischen Neukirch- und Leipziger Straße ausgeweitet werden. Nach wie vor würden Winterstraße und Thielenstraße als Zufahrten ins Quartier genutzt, berichteten Anwohner dem Fachausschuss für Bau, Umwelt und Verkehr, der am Dienstagabend tagte. Als notwendig erachtet der Beirat daher die Schließung dieser „Einfallstore“, etwa über die Umkehrung der Einbahnstraße Thielenstraße.

Erforderlich sei außerdem, dass die Mitarbeiter von Polizei und Ordnungsdienst in den Nachtstunden zusätzliche Präsenz zeigten. Außerdem vermissen die Findorffer eine offensive Marketingkampagne, die auswärtige Gäste dazu bewegt, mehr als bislang öffentliche Verkehrsmittel und das Park-and-Ride-Angebot zu nutzen. Für die Zukunft fordert der Beirat die Stadt auf, die Veranstalter in die Pflicht zu nehmen, sich an den Kosten etwa für Shuttle-Busse von den Park-and-Ride-Plätzen sowie an vergünstigten Freimarktstickets zu beteiligen.

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Die Einführung von Bewohnerparken, die die Senatoren Ulrich Mäurer (SPD) und Maike Schaefer (Grüne) bei ihrem Ortstermin am Dienstag ins Spiel gebracht hatten, wird vom Beirat grundsätzlich befürwortet. Nun seien konkrete Schritte gefragt, so Verkehrsausschusssprecher Ulf Jacob (Grüne): „Was zählt, ist, dass etwas passiert. Sonst stehen wir im nächsten Jahr wieder genau so da.“

Kritik am Verkehrskonzept des Senats zum Freimarkt kam am Mittwoch auch von der FDP-Bürgerschaftsfraktion. Mit seinem „Flickenteppich an Einzelmaßnahmen und großspurig angekündigtem Verkehrskonzept“ habe der Senat versagt, sagte der verkehrspolitische Sprecher Thore Schäck. Das Konzept habe letztlich erneut zu einer Verlagerung des Verkehrschaos geführt. Er forderte ein übergeordnetes Konzept, das beispielsweise durch digitale Technologien oder ein Parkleitsystem mit Anbindung an den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) funktioniere.

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