Kritik an Schlachthof-Vorstand

Findorffer Geschäftsleute und Bürger wollen Kneipe retten

Der Schlachthof-Vorstand möchte den Vertrag mit den Betreibern der Schlachthofkneipe nicht verlängern. Jetzt bezieht der Verein der Findorffer Geschäftsleute Position zugunsten der Pächter.
14.02.2020, 20:20
Lesedauer: 2 Min
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Von Anke Velten
Findorffer Geschäftsleute und Bürger wollen Kneipe retten

Der Pachtvertrag für die Betreiber der Schlachthofkneipe soll nicht über das Jahresende hinaus verlängert werden.

Roland Scheitz

In der Diskussion um die Schlachthofkneipe bezieht der Verein der Findorffer Geschäftsleute eindeutig Position zugunsten der Pächter. In einer Stellungnahme, die am Mittwoch über das soziale Netzwerk „Facebook“ verbreitet wurde, wird der Schlachthof-Vorstand scharf kritisiert. Mit seiner Ankündigung, den Vertrag mit den Betreibern Oliver Trey und Sebastian Marx nicht über das Jahresende hinaus verlängern zu wollen, handele das Kulturzentrum Schlachthof „nicht im Sinne der Bürgerinnen und Bürger“, sagen die Findorffer Gewerbetreibenden. Sie fordern Beirat und Kulturbehörde auf, an einer konstruktiven Lösung mitzuwirken, um die Gastronomen und ihre Veranstaltungen in Findorff zu halten.

Ende Januar war bekannt geworden, dass der Vertrag mit den Pächtern der Schlachthofkneipe nicht verlängert werden soll. Unter der Überschrift „Die Kneipen-Frage“ lieferte der Vorstand des Kulturzentrums kurz darauf die Erklärung. In den vergangenen 38 Jahren habe man mit allen Pächtern „eine gute Zusammenarbeit gepflegt – bis zur derzeitigen Verpachtung”. Zur Entscheidung, den Vertrag nicht zu verlängern, habe „neben vielen anderen Problemen” die Tatsache geführt, dass sich die Gastronomen nicht an Auflagen gehalten hätten.

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„Wir bedauern das Ende der Zusammenarbeit außerordentlich“, heißt es im offenen Brief der Findorffer Werbegemeinschaft, die rund 70 Mitgliedsunternehmen im Stadtteil vertritt – darunter auch die Schlachthofkneipe. Mit ihrem Engagement und ihren Ideen hätten Trey und Marx „die Lebensqualität in Findorff sehr bereichert“. Sollte das Team in einen anderen Stadtteil wechseln, verlöre Findorff nicht nur das Findorffer Winterdorf und Veranstaltungen wie Open-Air-Kino, Public Viewing und Eisfest. Auch die Zukunft zweier weiterer Lokale, die in Findorff betrieben werden, stehe mittelfristig auf dem Spiel. „Ein solcher Verlust sollte nicht im Sinne des Kulturzentrums, der Findorffer Bürger und des Beirats sein”, warnen die Geschäftsleute.

Für ihren „Klartext“ erhielten die Verfasser im Netz durchweg Dank und Zustimmung. Die Entscheidung des Kulturzentrums sei „in keiner Weise förderlich für Findorff und nicht nachvollziehbar“, heißt es in einem Kommentar. Vielleicht verhelfe der fundierte Beitrag der Kulturbehörde zum Umdenken, hoffte eine Leserin. Weder in der Behörde noch im Beirat wollte man sich jedoch bislang in die privatrechtliche Angelegenheit einmischen. Für Gastronom Trey „wahnsinnig enttäuschend“: Der Beirat habe zu keiner Zeit das Gespräch mit den Betreibern der Schlachthofkneipe gesucht. Seinen Angaben zufolge hat die Stadtteilpolitik anderswo weit weniger Berührungsängste. Laut Trey buhlen mittlerweile sechs Standorte in verschiedenen Stadtteilen um das Winterdorf, und man habe den Betreibern dort auch politische Unterstützung zugesichert.

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