Mangelnde Werbung Findorffer Marktleute kritisieren Großmarkt

Marie Pigors die Sprecherin der Findorffer Marktleute kritisiert den Großmarkt der die 33 Bremer Wochenmärkte organisiert. Der Großmarkt reagiere zu langsam und muss flexibler werden.
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Findorffer Marktleute kritisieren Großmarkt
Von Carolin Henkenberens

Marie Pigors die Sprecherin der Findorffer Marktleute kritisiert den Großmarkt der die 33 Bremer Wochenmärkte organisiert. Der Großmarkt reagiere zu langsam und muss flexibler werden.

Eigentlich sei ja gar nicht alles schlecht, sagt Marie Pigors. Die Nachfrage nach regionalen und biologischen Produkten sei so groß wie nie, viele Besucher kämen mit Freude auf den Wochenmarkt und es gebe auch einige jüngere Marktleute in Findorff. Leute wie sie, die Dinge anpacken und zum Guten verändern wollen.

Über die Aussagen des Großmarkt-Geschäftsführers Uwe Kluge vergangene Woche im WESER-KURIER hat Pigors sich deshalb geärgert. Kluge sagte, es läge auch an der Kaufentscheidung der Kunden, wie sich die Angebotsvielfalt bei Lebensmitteln künftig gestaltet. „Es nützt nichts, wenn der Großmarkt den Kunden immer nur ein schlechtes Gewissen macht“, sagt die 30-Jährige, die als Sprecherin die Findorffer Marktleute vertritt. Damit werde keine Lösung angeboten.

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Stattdessen müsse der Großmarkt, der die 33 Bremer Wochenmärkte organisiert, flexibler werden. „Die Potenziale des Findorffmarktes werden nicht ausgeschöpft“, kritisiert Pigors. Der Großmarkt reagiere oft zu langsam. „Die Modernität fehlt“.

Als Pigors im Februar ins Amt gewählt worden sei, habe es nicht einmal eine Telefon- und Email-Liste der Findorffer Marktbeschicker gegeben. Der Marktmeister sei stets mit Zetteln von Stand zu Stand gegangen, wenn er die Ge­schäftsleute kontaktieren wollte. „Das ist doch antiquiert in Zeiten von Emails.“ Sie habe folglich einen Emailverteiler eingerichtet.

Pigors Hauptkritikpunkt ist aber die ihrer Meinung nach mangelnde Werbung. Schon im März hätten sich die Marktleute aus Findorff mit dem Großmarkt zusammengesetzt wegen einer neuen Homepage für den Wochenmarkt in Findorff. Seither sei nichts passiert. Dabei sei ein Bekannter der Marktleute bereit, die Website auf Vordermann zu bringen.

„Wir haben eine Internetseite, die völlig veraltet ist“, beklagt Pigors. Auch eine Radiowerbung gebe es nicht. Die positiven Aspekte der Wochenmärkte – unverpackte, ökologische und hochwertige Produkte bei netter Atmosphäre – müsse man mehr hervorheben, findet Pigors, die beim Bio-Handel Kurt Richter arbeitet.

Es gibt genügend Kunden

Denken auch andere Marktsprecher so? Auf dem Markt am Domshof ist man prinzipiell zufrieden mit der Organisation durch den Großmarkt, sagt Sprecherin Sonja Hoberg vom Edelobst-Stand. Die neue Marktaufstellung sei gut, auch Kunden seien genügend da. Ihr Sohn Nils, der das Stadtmusikanten-Bistro betreibt, sagt: „Beim Thema Werbung könnte man schon noch mehr machen.“

Jörg Niepel, der mit seinen Steinofen-Backwaren auf mehreren Märkten in Bremen und Hamburg vertreten ist, meint: „Wir müssen schneller sein.“ Uwe Kluge vom Großmarkt Bremen kann die Kritik nicht nachvollziehen. Er findet, der Großmarkt betreibe reichlich Werbung: Man habe an der Aktion „Erlebe deinen Wochenmarkt“ teilgenommen, Korbflechten angeboten, jetzt liefen weihnachtliche Sonderaktionen.

Kluge kann die Kritik nicht nachvollziehen

Es würden Anzeigen geschaltet, Plakate gedruckt, Jutebeutel verschenkt, Trikots gesponsert und vieles mehr. Für jeden Markt gebe es eigene Marketingaktionen, manche fänden übergreifend für alle statt. „Wir machen uns eine enorme Mühe“, sagt Kluge. „Andere Städte betreiben gar keine Wochenmarktwerbung.“ Und Radio- oder Straßenbahnwerbung sei einfach zu teuer. „Das können wir von unserem überschaubaren Budget nicht zahlen.“.

Außerdem: Ob Radiowerbung geschaltet wird, könne nur die Vollversammlung der Mitglieder beschließen, sagt Kluge. Im Februar habe die Versammlung elf Werbeaktionen für Findorff beschlossen, davon seien alle durchgeführt worden – bis auf die Internetseite. Doch weil der Großmarkt eine öffentliche Gesellschaft ist, müsse es ein vernünftiges Verfahren geben: „Wir sind verpflichtet, mehrere Angebote einzuholen.“

Deshalb habe man ein Fachbüro beauftragt zu prüfen, welches Unternehmen die Homepage realisieren könne. Er gestehe ein, sagt Kluge, „dass wir mit der Geschwindigkeit der Umsetzung selbst nicht zufrieden sind.“ Der Großmarkt-Chef nimmt die Kritik ernst und will kurzfristig einen Termin ansetzen, um gemeinsam mit den Findorffer Marktleuten die Angebote auszuwerten, die das Fachbüro eingeholt hat.

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