Nordenham sofort wieder verlassen Flüchtlinge lehnen Registrierung ab

Wesermarsch·Berne. Werden zukünftig Mitarbeiter aus dem Straßenverkehrswesen oder anderen Fachdiensten zur Bearbeitung der Flüchtlingsaufnahme herangezogen? In einigen Verwaltungen sind derartige Gedankenspiele keine Utopie mehr. Der anhaltende Zustrom von Flüchtlingen verlangt den Landkreisen und Gemeinden Kreativität ab.
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Flüchtlinge lehnen Registrierung ab
Von Barbara Wenke

Werden zukünftig Mitarbeiter aus dem Straßenverkehrswesen oder anderen Fachdiensten zur Bearbeitung der Flüchtlingsaufnahme herangezogen? In einigen Verwaltungen sind derartige Gedankenspiele keine Utopie mehr. Der anhaltende Zustrom von Flüchtlingen verlangt den Landkreisen und Gemeinden Kreativität ab. So haben erste Kreisverwaltungen ihre Führungskräfte aufgefordert zu prüfen, welche Aufgaben zurückgefahren werden könnten, damit personelle Kapazitäten frei werden.

Für den Landkreis Wesermarsch stellt sich die Frage noch nicht. „Bei uns werden die Erstaufnahmeeinrichtungen von Hilfsorganisationen betrieben“, sagt Landkreis-Sprecher Matthias Sturm. „Wir brauchen keine Unterstützung aus der Verwaltung.“ Zumindest war es am vergangenen Sonnabend so. An diesem Tag waren 109 Flüchtlinge in zwei Bussen nach Nordenham gebracht worden. Dort hatte der Landkreis in Zusammenarbeit mit der Johanniter-Unfall-Hilfe (JUH) Nordenham in der Jugendherberge eine Erstaufnahmestelle eingerichtet. Das Auskunftsbüro des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) nahm die Registrierung vor. Allerdings waren bereits am Abend die eigens für die Registrierung und medizinische Untersuchung aufgestellten Zelte wieder abgebaut.

Der Grund: Rund 30 Flüchtlinge machten sich bereits vor der Registrierung in Richtung Bahnhof auf den Weg. Sie reisten zu Verwandten weiter oder versuchten nach Skandinavien zu kommen. Weitere Flüchtlinge setzten ihren Weg nach der Registrierung fort, sodass sich am Nachmittag nur noch 38 Flüchtlinge in der Nordenhamer Jugendherberge aufhielten.

Jetzt plant der Landkreis, die für Donnerstag, 22. Oktober, angekündigten weiteren 100 Flüchtlinge zwar wie geplant in der zweiten Notunterkunft, der ehemaligen Außenstelle des Braker Gymnasiums, zu registrieren, sie anschließend aber nach Nordenham zu bringen. Auf diese Weise könne die ehemalige Schule schneller umgebaut werden, begründet Sturm. Am Donnerstag könne es geschehen, dass doch einige Kreisangestellte bei der Flüchtlingsregistrierung helfen müssen, blickt Sturm voraus. „In dieser Woche werden wir vermutlich weniger ehrenamtliches Personal haben.“ Von Dauer werde die Abstellung aber nicht sein.

Auswirkungen hat die Flüchtlingssituation hingegen auf die Berner Gemeindeverwaltung. „Wir beabsichtigen, das Personal für den Aufgabenbereich Soziales zu verdoppeln“, teilte Fachbereichsleiter Michael Heibült mit. Im Moment sei für die Beschäftigten „übergangsweise Mehrarbeit angeordnet“. Deren Dauer hänge vom Stellenbesetzungsverfahren ab.

Die größte Schwierigkeit bestehe für die Verwaltung derzeit darin, Wohnraum für die Flüchtlinge zu finden, teilt Heibült mit. In der vergangenen Woche habe sich aber eine neue Möglichkeit aufgetan. „Flüchtlinge können jetzt auch in Haushalten aufgenommen werden“, zeigt sich Michael Heibült erfreut. Popstar Sarah Connor mache es vor. Der Fachbereichsleiter hofft auf Nachahmer. Das Rathaus informiert über entsprechende Bedingungen.

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