Offener Brief des Flüchtlingsrates Weitere Vorwürfe gegen Senatorin Stahmann

In einem offenen Brief wirft der Flüchtlingsrat der Sozialsenatorin Machtmissbrauch und Rassismus vor. Auslöser hierfür, sind ihre Aussagen über die Corona-Situation in der Landeserstaufnahmestelle.
27.04.2020, 06:00
Lesedauer: 1 Min
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Weitere Vorwürfe gegen Senatorin Stahmann
Von Joerg Helge Wagner

Die harschen Vorwürfe gegen Bremens Sozialsenatorin Anja Stahmann (Grüne) reißen nicht ab: Der Flüchtlingsrat wirft ihr in einem Offenen Brief Machtmissbrauch und Rassismus vor, ein Transnationales Netzwerk Afrique-Europe-Interact will gar ihren Rücktritt. Man nimmt vor allem Anstoß an Äußerungen der Senatorin am Donnerstag: Da sagte sie, alle in der Landeserstaufnahmestelle (Last) untergebrachten Flüchtlinge seien „symptomfrei“, bei den seinerzeit 120 Corona-Infizierten handele es sich durchweg um „milde Verläufe“. Laut Flüchtlingsrat wurden da schon zwei Infizierte im Krankenhaus behandelt, mittlerweile seien es drei.

Stahmanns Aussage, das Lagebild in der Vegesacker Einrichtung sei für Virologen interessant, wertet der Flüchtlingsrat als „rassistisch“. Stahmann würde „Menschen, die dort leben müssen, zu ,interessanten‘ Forschungsobjekten erklären“. Zudem sei die „hohe Zahl der Infektionen nur mit der von Ihnen erzwungenen Enge zu erklären“. Die Last ist laut Stahmann für 750 Menschen ausgelegt, zuletzt haben dort 374 Flüchtlinge gelebt. Der Flüchtlingsrat will, dass sich die Senatorin bei den Bewohnern entschuldigt und von ihren Aussagen distanziert. Afrique-Europe-Interact, nach eigenen Angaben in acht afrikanischen und drei europäischen Ländern aktiv, geht noch weiter: Neben der sofortigen Schließung der Last fordert man den Rücktritt Stahmanns, da ihre Äußerungen „von fehlender Sachkenntnis, Bagatellisierung und Diskriminierung geprägt“ seien.

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