Unterricht soll aber stattfinden Flüchtlinge ziehen erneut über Nacht in Schulen

Nach einigem Hin und Her werden die Flüchtlingszelte in Bremen nun doch erneut evakuiert: Die rund 1400 Flüchtlinge müssen eine zweite Nacht in Folge aus Notunterkünften in umliegende Schulen umziehen.
18.11.2015, 10:49
Lesedauer: 2 Min
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Flüchtlinge ziehen erneut über Nacht in Schulen
Von Frauke Fischer

Die Schäden, die der Sturm in der Nacht zu Mittwoch anrichtete, hielten sich in Grenzen. Doch für die 1400 Flüchtlinge, die wegen der Sicherheitsbedenken aus ihren Zeltunterkünften geholt werden mussten, ging es unruhig weiter. Auch am Mittwochabend mussten Kinder, Frauen und Männer wieder mit ihrem Bettzeug und Lunchpaketen in die großen BSAG-Busse steigen, die sie ab 19 Uhr zu vier Schulen fuhren. Sturmböen und Starkregen waren angesagt.

„Solange Menschen in Zelten untergebracht werden müssen, brauchen wir auch Ausweichquartiere“, sagte Bernd Schneider von der Sozialbehörde. Unterricht soll am heutigen Donnerstag aber nicht wieder ausfallen. An der Ronzelenstraße findet der Elternsprechtag wie geplant statt, heißt es aus der Bildungsbehörde.

Es dürfte aber wohl zu Beeinträchtigungen kommen in den Gesamtschulen Ost und West sowie im Schulzentrum Ronzelen-straße und in der Oberschule an der Egge am Schulzentrum Blumenthal. Am Mittwoch musste in der GSO und in den fünften bis neunten Klassen an der Ronzelenstraße Unterricht ausfallen. Deshalb haben Bildungssenatorin Claudia Bogedan (SPD) und Mitarbeiter der Behördenspitze gemeinsam mit den Schulleitungen überlegt, wie die Unterbringung der Flüchtlinge so organisiert werden kann, dass die Schülerinnen und Schüler ihre Klassenräume nun nutzen können. Bogedan betonte, die Schulleitungen und Kollegien zeigten großes Engagement und hätten die Situation im Griff.

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Größtenteils gebe es Verständnis, stellte auch Andrea Spude vom Zentralelternbeirat (ZEB) fest. „Bis jetzt haben uns noch keine negativen Meldungen von verärgerten Eltern erreicht“, sagte die Elternvertreterin. „Das Sozialressort muss schauen, dass es schnell andere Unterbringungsmöglichkeiten für Flüchtlinge gibt“, betonte sie auch mit Blick auf die Turnhallen, in denen derzeit Menschen leben und kein Sportunterricht angeboten werden kann. „Wir haben ja hoffentlich nicht jeden Tag Sturm.“

Die Phase der Herbststürme kann erfahrungsgemäß noch anhalten. Und die Zelte, die bis Windstärke 10 standfest sein sollen, werden weiterhin benötigt. So lange gelten laut Behörde auch die Notfallpläne.

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In der Nacht zu Mittwoch und nun zum zweiten Mal übernachteten die Flüchtlinge auf Feldbetten in Fluren und Turnhallen, in der Gesamtschule Ost auch im unteren Foyer und in der Mensa. Alles habe nahezu reibungslos geklappt, sagte Sozialsenatorin Anja Stahmann (Grüne) über die erste Nacht. „Die Flüchtlinge haben durchweg verständnisvoll reagiert.“ Helferinnen und Helfer der Träger, der Bundeswehr, der Polizei und der Bremer Straßenbahn AG hätten professionell gehandelt, versicherte sie.

Die Flüchtlinge schliefen auf Feldbetten, die Helfer des THW bis 23 Uhr in allen vier Schulen aufgestellt hatten. An den Zelten sei es in der ersten Nacht nur zu kleineren Schäden gekommen, sagte Stahmann am Mittwoch. Die Standfestigkeit sei nicht beeinträchtigt. Mitarbeiter von Sicherheitsdiensten hätten die Zeltstandorte nachts überwacht.

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