Willkommensinitiative informiert über die neue Entwicklung Flüchtlinge ziehen früher in Containerdorf

Nun geht doch alles etwas schneller als gedacht. Bereits am 27. Oktober ziehen die ersten Bewohner in die neu errichteten Flüchtlingsunterkünfte an der Steingutstraße ein.
13.10.2014, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Ulf Buschmann

Nun geht doch alles etwas schneller als gedacht. Bereits am 27. Oktober ziehen die ersten Bewohner in die neu errichteten Flüchtlingsunterkünfte an der Steingutstraße ein. Das erfuhren die Teilnehmer einer Informationsveranstaltung, zu der die Willkommensinitiative Bremen-Nord ins Gemeindehaus an der Grohner Bergstraße geladen hatte.

Noch bevor die ersten Flüchtlinge das Containerdorf beziehen, sind Nachbarn und Interessierte für Montag, 20. Oktober, von 15 bis 17 Uhr zu einem Tag der offenen Tür eingeladen. Dann können sie sich vor Ort ein Bild davon machen, wie die Menschen in den Flüchtlingsunterkünften leben werden. Außerdem tagt der neue, nicht ständige Ausschusses des Vegesacker Beirates am 13. November vor Ort.

Für die Betreuung der 100 Bewohner durch den Arbeiter-Samariter-Bund stehen zweieinhalb Planstellen zur Verfügung. Diese sind auf mehrere Teilzeitkräfte verteilt, um eine Rund-um-die-Uhr-Betreuung gewährleisten zu können. Nachts ist ein Wachdienst vor Ort. Dies waren die aktuellsten Informationen von Vegesacks Ortsamtsleiter Heiko Dornstedt. Neben Dornstedt berichteten Eva Bordet für die Willkommensinitiative und René Wells von der Jacobs University Bremen über ihre ersten Erfahrungen mit den Flüchtlingen, die vor allem aus Syrien kommen. Das Interesse an der Veranstaltung war so groß, dass die vorhandenen Sitzplätze im Gemeindesaal nicht ausreichten.

Eva Bordet und Volker Keller berichteten als Mitglied beziehungsweise als Sprecher der Willkommensinitiative von den guten Erfahrungen, die sie im Umgang mit den Menschen gemacht haben, die im Aumunder Wohnheim in der Johann-Lange-Straße untergebracht sind. Es sei ein friedvolles Miteinander, zogen Eva Bordet und Volker Keller Bilanz.

Gleiches berichtete René Wells von der Jacobs University. Dort leben zurzeit übergangsweise 20 Flüchtlinge, die von Studenten und Mitarbeitern betreut werden. „Wir möchten diese Brücke nicht abreißen lassen“, sagte er vor dem Hintergrund, dass die Flüchtlinge bald den Campus verlassen und in das Containerdorf an der Steingutstraße ziehen werden. Damit sprach er vielen Zuhörern aus dem Herzen, die sich dafür aussprachen, auf die Flüchtlinge zuzugehen. „Wir sollten uns darauf konzentrieren, wie wir mit ihnen zusammenleben können“, hob unter anderem Jacobs-Studentin Gesa Körte unter Applaus hervor.

Gleichwohl äußerten einige Anwohner auch Ängste und Zweifel. Was geschehe zum Beispiel, wenn es durch äußere Einflüsse Probleme an der Steingutstraße gebe. Ein Anwohner nannte Rechtsradikale und muslimische Extremisten als Beispiele. In solchen Fällen, so die einhellige Meinung, sei die Polizei gefordert.

Was alle miteinander umtreibt ist der Umstand, dass es den Flüchtlingen an allem fehlt: von Möbeln bis zu Kleidung. Aber auch das Zurechtfinden im deutschen Bürokratie-Dickicht sei ein großes Problem für die hochtraumatisierten Menschen, berichtete Eva Bordet. Derzeit völlig ungeklärt ist nach Aussage von Tanja Lawker, Leiterin der Kita Schönebeck, auch die vorschulische Betreuung der Kinder. Hierzu soll es demnächst Gespräche geben.

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