Bremen-Halle

Flughafen sucht Gastronomen

Der Airport-Betreiber sammelt Konzepte zur Belebung der Bremen-Halle. Diese soll jetzt für Gastronomie oder Events genutzt werden. Der Atlantik-Flieger Junker W33 soll aber bleiben.
29.07.2017, 20:16
Lesedauer: 3 Min
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Flughafen sucht Gastronomen
Von André Fesser
Flughafen sucht Gastronomen

Ein Traum von einem Flugzeug. Die Junkers W33 "Bremen" steht in der Bremen-Halle des Flughafens. Die Halle soll jetzt für Gastronomie oder Events genutzt werden.

Frank Thomas Koch

Der Flughafen Bremen will eine seiner schönsten Ecken mit neuem Leben füllen. Seit Kurzem sucht die Flughafengesellschaft nach einem Betreiber für die sogenannte Bremen-Halle. Man plane, diese Halle „als feste Größe in der Gastronomie- oder Eventlandschaft des Nordwestens zu etablieren“. Daher lade man fachkundige Menschen zur Abgabe eines Konzepts ein.

Bei der Bremen-Halle handelt es sich um einen nach Flughafen-Angaben 870 Quadratmeter großen Raum neben der Besuchertribüne, in dem Interessierte neben allerlei Informationen zur Bremer Luft- und Raumfahrtgeschichte vor allem eine Junkers W 33 mit Namen „Bremen“ bestaunen können. Diese „Bremen“ ist das Flugzeug, mit dem im April 1928 der erste Transatlantikflug von Europa nach Nordamerika gelang.

Rund um das Flugzeug, das den Raum prägt, ist noch allerhand Platz für weitere Aktivitäten. Schon seit Jahren nutzt der Flughafen diesen Ort für eigene Veranstaltungen, so fand beispielsweise einer der Neujahrsempfänge des Airports dort statt. Auch Tagungen oder Galas wurden dort abgehalten. Und vor einigen Jahren stiegen in der Bremen-Halle während einer Fußball-Europameisterschaft sogar Public-Viewing-Abende.

Nun aber will die Flughafen GmbH offenbar neue Wege gehen. Laut Einladung wünsche man sich „ein kreatives, anspruchsvolles Konzept eines solventen Betreibers, der das Objekt langfristig anmietet und sich zutraut, die Bremen-Halle in ein Bremer Highlight und eine ‚In-Location‘ zu verwandeln.“ 650 Quadratmeter Nutzfläche stünden zur Verfügung, wobei deutlich wird, dass das namensgebende historische Flugzeug in der Halle bleiben soll. Wer möchte, könne aber auch noch eine anliegende Dachterrasse nutzen.

"Unser Interesse ist, dass dieser Raum mehr belebt wird"

Während der Fantasie der Autoren der Ausschreibung offensichtlich kaum Grenzen gesetzt sind – wörtlich ist von Gourmetküche, Cocktailbar, Tanztempel oder Erlebniswelt die Rede –, gibt sich die Kommunikationsabteilung des Flughafens noch zurückhaltend.

Man wolle mit der Einladung lediglich ausloten, ob es Interesse von Gastronomen geben könnte, in der Bremen-Halle etwas zu machen, sagt Flughafen-Sprecherin Andrea Hartmann: „Wir wollen gucken: Ist der Raum interessant?“ Falls ja, könne man überlegen, ob es die Möglichkeit zur Zusammenarbeit gibt. Was Hartmann nicht sagt, aber auf der Hand liegt: Für die Flughafengesellschaft könnte sich eine solche Kooperation lohnen, da sie den Raum dann nicht nur tageweise, sondern langfristig vermieten und somit zusätzliche Einnahmen erzielen würde.

Mehr Leben in der Bude – bei den „Bremen“-Fans kommt diese Idee gut an. Jens Petersen ist Vorsitzender des Vereins „Wir holen die Bremen nach Bremen“ und somit einer derer, die sich seit vielen Jahren für den Erhalt und die Ausstellung des Flugzeugs in Bremen einsetzen. „Unser Interesse ist, dass dieser Raum mehr belebt wird“, sagt Petersen. Es gebe bereits einige Ideen, den Raum und sein Umfeld attraktiver zu gestalten. Und auch eine gastronomische Nutzung der Bremen-Halle durch neue Mieter komme aus Sicht des Vereins infrage.

Die Flughafen Bremen GmbH nimmt nun bis zum 30. September Interessensbekundungen entgegen. Anschließend werde man die Ausschreibung und die Einladung zur Abgabe eines konkreten Angebots versenden.

Junkers W 33 „Bremen“ 12. April 1928: Knapp ein Jahr nach dem Alleinflug des Amerikaners Charles Lindbergh von West nach Ost starten die Flugpioniere Hermann Köhl, James C. Fitzmaurice und Ehrenfried Günther Freiherr von Hünefeld an Bord einer Junkers W 33 von Irland in Richtung USA. Nach einer Flugzeit von 36,5 Stunden landete die „Bremen“ auf Greenly Island, einer Insel vor Labrador. Das Ziel war eigentlich New York, allerdings war der Treibstoff ausgegangen. Die Junkers saß nach der Landung im Schnee fest, die Piloten aber wurden nach New York geflogen und dort begeistert empfangen. Vor rund 25 Jahren machten sich ein paar Luftfahrtbegeisterte auf, die „Bremen“ zurück nach Bremen zu holen. 1997 einigten sie sich mit dem Museum „The Henry Ford“ im amerikanischen Dearborn nahe Detroit darauf, die Maschine für zunächst zwei Jahre ausleihen zu dürfen. Diese Vereinbarung wurde immer wieder verlängert. 2011 schlossen die Bremer und das Museum dann einen Leihvertrag, der garantiert, dass das Flugzeug noch viele Jahre in Bremen bleiben wird.
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