Künstlerhaus Art15 im Schnoor präsentiert eine Ausstellung zum Thema Essen Food-Kultur und brotlose Kunst

Altstadt. Essen ist existenziell, eine Kultur und für viele Menschen ein wichtiges Ritual. Der vegane Trend und die gesunde Ernährung sind auf dem Vormarsch.
15.09.2016, 00:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Nadine Grohe

Altstadt. Essen ist existenziell, eine Kultur und für viele Menschen ein wichtiges Ritual. Der vegane Trend und die gesunde Ernährung sind auf dem Vormarsch. Wie facettenreich das Thema Essen ist, lässt eine neue Ausstellung im Künstlerhaus Art15 im Schnoor erahnen. Zwölf Künstlerinnen und Künstler stellen ihre Bilder, Plastiken, Skulpturen und Collagen unter dem Titel „Food“ aus. Passend zum Thema wurden bei der Vernissage kleine, liebevoll zubereitete Amuse-Bouche gereicht.

Zu sehen sind unter anderem eindrucksvolle Installationen aus recycelten Materialien und künstlerische Auseinandersetzungen über die lange Tradition des Essens und die zugehörige Kommunikation, über das Kochen und über die Tierhaltung wurden vorgestellt. Es wird also eine große Bandbreite von Aspekten des Essens künstlerisch und gesellschaftskritisch präsentiert. „Wir wollen die Themen unserer Ausstellungen immer abwechslungsreich gestalten“, sagt Ruth Degenhardt, einer der Künstlerinnen aus dem Atelier. Im Künstlerhaus herrscht eine familiäre Stimmung. „Wir sind wie ein kleines Familienunternehmen“, sagt Degenhardt. Ralf Benesch begleitete die Eröffnung mit sanften Gitarrenklängen.

Die neun anwesenden Künstler erklärten gerne ihre Kunst, wie zum Beispiel Burkhard Tegeler aus Schwachhausen. Es ist die vierte Ausstellung im Art15, an der er sich beteiligt. Tegeler kreiert Plastiken aus Materialien wie Holz, Papier oder Gips, die aufwendig und kunstvoll lackiert sind. Zum aktuellen Thema hat er einen Seehund, einen Fisch und eine Krabbe erstellt „Sie symbolisieren die Nahrungskette“, erklärt er.

Die russischstämmige Dina Delpozo aus New York lebt seit eineinhalb Jahren in Bremen und hat verschiedene Installationen ausgestellt, wie die kleinen „Teatime Monsters“ – kleine Teenetze aus Metall, mit lustigen Augen und bunten Verzierungen „Ich verwende ausschließlich Müll den ich finde für meine Installationen“, sagt Delpozo.

Brigitte Graue hat in ihren Lieblingsfarben Bilder auf Leinwand gezeichnet, die die Tierhaltung symbolisieren sollen. Hühner hinter Gittern und Schweine in viel zu kleinen Ställen. Ihr Bild „Speisekammer“ ist eine Kritik an die Konsum-Gesellschaft „Es soll zeigen, dass wir teilweise viel zu volle Speisekammern haben und woanders auf der Welt hungern Menschen“, sagt Graue. Der Gründer von Art15, Roland Phillips hingegen hat durch Fotos und das Spiel mit Hervorhebungen, Schattierungen und mehreren Rahmungen seine Schöpfungsgeschichte interpretiert, in der Mitte das Foto eines nackten Mannes. „Adam steht in diesem Szenario für die Menschheit. Er versucht, nach dem Apfel zu greifen, der ihm den Weg ins Paradies versperrt. Aber noch kann ihn jemand retten, indem er ihm den Apfel mit Pfeil und Bogen vom Kopf schießt“, sagt Phillips.

Anorexia Artista – die brotlose Kunst, stellt eine Skulptur von Harm Wicke dar und soll zeigen, dass man als Künstler oft von der Hand in den Mund lebt.

Karola Bösche zeigt Bilder mit dem Unterthema „Die Dekadenz unserer Gesellschaft“. Zu sehen ist unter anderem ein Affen-Mensch, der ein Tablett mit Fastfood trägt, raucht und dabei Musik hört, und eine Frau, die ganz selbstverständlich Gurkenscheiben zur Pflege auf den Augen trägt . „Für uns ist es ganz normal, Lebensmittel für unsere Körperpflege zu nutzen – uns geht es gut, weil es anderen nicht gut geht“, sagt Bösche.

Die aus Nigeria stammende Künstlerin Ngozi Schommers hat ein beeindruckendes Bild komplett aus Konfetti erstellt, „…trink deinen Tee“ heißt es und zeigt eine ­afri­kanische Frau, die lieber auf ihr Smartphone schaut und dabei den Tee, der gerade ­serviert wurde vergisst. „Die Ess-Kultur geht unter. Früher kochte und aß man zusammen, verbrachte Zeit mit der Familie“, sagt Schommers.Gastkünstlerin Monika Kampczyk stellt ihre Vinorelle aus, die mit verschiedenen Weinsorten gezeichnet werden.

Die Ausstellung läuft bis 25. September.

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