Kundgebung am Theater am Goetheplatz Forderungen an den Klimagipfel

Am Montag startet der Klimagipfel in Paris, Hunderttausende Demonstranten gingen gestern weltweit auf für den Klimaschutz auf die Straße. Auch in Bremen kamen Hunderte zum "Global Climate March".
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Forderungen an den Klimagipfel
Von Wigbert Gerling

Am Montag startet der Klimagipfel in Paris, Hunderttausende Demonstranten gingen gestern weltweit auf für den Klimaschutz auf die Straße. Auch in Bremen kamen Hunderte zum "Global Climate March".

Agnes Graf hatte die rund 25 Kilometer von zu Hause in Fischerhude bis zum Theater am Goetheplatz mit Muskelkraft zurückgelegt. Sie war mit ihrem Velomobil gekommen, einem Liegefahrrad mit stromlinienförmiger Verkleidung. Weil es ohne jeglichen Verbrennungsmotor auskommt, war sie vor dem Theater am Sonntagnachmittag an der richtigen Stelle. Als Bremer Beitrag zu einer globalen Reihe von Kundgebungen wurden dort Appelle an Politiker aus aller Welt verlesen, die am heutigen Montag in Paris zu ihrer 21. Klimakonferenz zusammenkommen. Die völlige Umstellung auf erneuerbare Energien gehört zum Forderungskatalog als Beitrag gegen eine weitere Erderwärmung.

„Global Climate March“, weltweiter Klimamarsch lautet die Überschrift zu den Demonstrationen, mit denen die Aufmerksamkeit auf den Klimagipfel in der französischen Hauptstadt gerichtet werden sollte. „Rund 60 000 Teilnehmer waren es in Melbourne in Australien,“ erklärte Lisa Pörtner, die als Sprecherin der hansestädtischen Gruppe von Greenpeace zu den Organisatorinnen der Kundgebung gehörte.

"Stop global warming!"

Mehrere hundert hansestädtische Teilnehmer sangen auf der Kundgebung vor dem Theater unter anderem beim Attac-Klima-Rap mit („Im Bundestag nur heiße Luft – die Klimawende schnell verpufft“), tanzten zur Sambamusik der Rhythms of Resistance und hielten Transparente hoch: „Gemeinsam die Erde vor dem Kollaps retten“, „Stop global warming!“

Amelie Harbisch von Greenpeace erinnert an den Klimagipfel vor fünf Jahren in Mexico. Zu wenig sei seither geschehen. Schon eine Erwärmung der Erde um zwei Grad hätte „tief greifende Auswirkungen auf das Weltklima“. Küstenregionen und damit Lebensräume gingen verloren, Forscher rechneten für diesen Fall mit einer Völkerwanderung. Vor der Konferenz in Paris, so Harbisch, solle mit den Demonstrationen an vielen Orten auf der Welt auf die Risiken aufmerksam gemacht werden: „Die Zeit der schwammigen Aussagen muss vorbei sein.“

In der Gruppe von Greenpeace trugen viele Teilnehmer leuchtend grüne Anoraks. Andere Teilnehmer hatten sich einheitlich rote T-Shirts über Hemden und Jacken gezogen. Zum Beispiel Elisabeth Kölsch aus Dänemark und Raphael Fuchs aus der Schweiz. Sie waren nicht eigens angereist, sondern betreuen derzeit in Elsfleth, wie sie erzählten, den Bau eines Seglers, der mit mit Windkraft Waren transportieren solle. Hundert Prozent erneuerbare Energien – das ist auch ihre Losung, und das Schiff sehen sie als konkretes Beispiel dafür, „wie das gehen kann.“

Alan Beccati nahm das Mikrofon. Der Italiener aus Ferrara lebt seit drei Jahren in der Hansestadt. „Es muss einen verbindlichen Kurswechsel zum Klimaschutz geben,“ betonte der Vertreter der Organisation Avaaz, was in einigen osteuropäischen, nahöstlichen oder auch asiatischen Sprachen „Stimme“ bedeutet. Es müsse der Umstieg auf erneuerbare Energie gelingen, so Beccati, „bis 2050, ich hoffe aber früher“.

Harald Braun von der Umweltgewerkschaft, die neben Greenpeace und unter anderem auch Avvaz zum lokalen Global Climate March eingeladen hatte, nannte den Klimawandel „eine Bedrohung“, die zur „Zerstörung unseres Planeten“ führe. Es sei bereits „eins vor zwölf“.

Der Kundgebung vor dem Theater am Goetheplatz folgte ein Demonstrationszug über den Wall, den Hauptbahnhof, Am Dobben, Ostertorsteinweg und zurück.

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