Alte Hafenstraße in Vegesack

Formfehler verzögert Jugendhaus-Projekt

Vegesack. Eigentlich ist alles fertig im Europäischen Jugendhaus "wEUnited": Die Finanzierung ist gesichert, die Ausstattung nahezu abgeschlossen und die Jugendlichen sind bereit. Fehlt nur noch grünes Licht vom Bauamt.
09.04.2011, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Albrecht-Joachim Bahr

Vegesack. Eigentlich ist alles fertig im Europäischen Jugendhaus "wEUnited": Die Finanzierung ist gesichert, die Ausstattung nahezu abgeschlossen und die Jugendlichen sind bereit. Fehlt nur noch grünes Licht vom Bauamt. Man habe nämlich seitens des Jugendhauses, räumte Angela Ruess vom Bremer Jugendring am Donnerstag vor dem Sozialausschuss des Vegesacker Beirates ein, beim Antrag auf Nutzungsänderung Fehler gemacht. Das aber wieder ins Lot zu bringen, befürchtete sie, dürfte bei der derzeit knapp gestrickten Personaldecke beim Bauamt Bremen-Nord dauern.

Vor dem Vegesacker Sozialausschuss gaben Angela Ruess, Referentin für Jugendpolitik beim Bremer Jugendring, und Sandra Grohnert, Betreuerin vom Mädchentreff "Lilas Pause", einen Sachstandsbericht zu den Fortschritten des Europäischen Jugendhauses in der Alten Hafenstraße. Vorab beschrieb Ruess noch einmal Aufgaben und Ziel des Projektes "wEUnited", dessen Ausgangspunkt das Projekt "European Eat Art" des Bremer Jugendrings war, einer Zusammenarbeit mit der Akademie Überlingen, den Jugendklubs "Lilas Pause" und "Hafen Höft" sowie der AWO Bremen, dem Bürgerhaus Vegesack und dem Kulturbüro Bremen-Nord.

Das Projekt ist ein Experimentierfeld für das aktuelle jugendpolitische Ziel der EU, bis 2018 Initiativen im Jugendbereich zu bestimmten Themen zu fördern. Berufliche Bildung und Gesundheit gehören ebenso dazu wie die Förderung von Selbstständigkeit und freiwilligem Engagement. Gleichzeitig soll die Politik die Interessen von Jugendlichen stärker berücksichtigen.

Jetzt soll in Vegesack die von der EU vorgegebene Theorie in die Praxis umgesetzt werden. Die Jugendlichen, zurzeit noch ausschließlich Mädchen oder junge Frauen, sollen das Haus eigenverantwortlich führen. "Die erforderlichen Schlüsselkompetenzen", sagte Ruess, "sind den jungen Nutzern in Seminaren vermittelt worden. Das Haus soll kein offener Treff sein. Geplant ist vielmehr ein System der Selbstverwaltung, damit es - anders als in Freizeitheimen - auch abends und an den Wochenenden läuft." Und das mit Regeln und genauen Ausführungsbestimmungen, an die sich jeder zu halten habe, zu denen gehören: "Keine Gewalt, kein Alkohol, keine Drogen." Es werde definitiv keine Party-Meile geben. Für den Fall der Fälle sei allerdings eine Telefonkette organisiert, mit der jederzeit schnelle Hilfe auf den Plan treten könne.

Die Renovierung der Räume gehe voran. Für ausreichende Ausstattung sei gesorgt, wobei man dekorative Beigaben weitestgehend ausgespart habe. "Miete, Nebenkosten, Renovierungs- und Ausstattungskosten sind abgedeckt", versicherte Ruess. Nur für die Beschriftung der Außenfassade werden man beim Beirat noch gut 700 Euro einwerben. Auch inhaltlich sei man bereit: "Die Planung der Seminare ist abgeschlossen. Wir können starten."

Beziehungsweise: man könnte. Wenn, so gestand Ruess ein, das den Umbau ausführende Architektenbüro beim Antrag auf Nutzungsänderung keine Fehler gemacht hätte. Man habe den Antrag postwendend zurückgeschickt bekommen, sei aber mit der beim Amt zuständigen Sachbearbeiterin im Gespräch gewesen. Die sei jetzt allerdings in die Stadt gewechselt. Und beim Bauamt Nord gebe es nur noch einen Sachbearbeiter für ganz Vegesack.

Insgesamt, befürchtete Ruess, könne sich die Angelegenheit bis in den Herbst ziehen. Sie bat die Anwesenden, wie und wann auch immer möglich: "Legen Sie ein gutes Wort beim Bauamt ein." Detlef Scharf, Im Beirat Sprecher der CDU-Fraktion, versprach dann auch, das Thema in der kommenden Bauausschuss-Sitzung anzusprechen.

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