Jacobs-Uni: Bergung von Munition ist einziges einschlägiges Projekt Forschung ohne Militäraufträge

Grohn. Forschung für das Militär – mit diesem heiklen Thema sehen sich zurzeit viele staatliche Hochschulen in Bremen und Niedersachsen konfrontiert. Erst kürzlich mussten sich Wissenschaftler der Universität Bremen für Grundlagenforschung rechtfertigen, die zwar nicht unmittelbar militärischen Zwecken diente, aber von der US-Luftwaffe bezahlt wurde.
07.02.2014, 00:00
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Forschung ohne Militäraufträge
Von Jürgen Theiner

Forschung für das Militär – mit diesem heiklen Thema sehen sich zurzeit viele staatliche Hochschulen in Bremen und Niedersachsen konfrontiert. Erst kürzlich mussten sich Wissenschaftler der Universität Bremen für Grundlagenforschung rechtfertigen, die zwar nicht unmittelbar militärischen Zwecken diente, aber von der US-Luftwaffe bezahlt wurde.

Wie hält es die Jacobs University mit solchen Projekten? Eine wissenschaftsethische Richtschnur, die mit der „Zivilklausel“ der staatlichen Uni vergleichbar ist, gibt es dort jedenfalls nicht. Diese Selbstverpflichtung aus dem Jahr 1986 besagt im Wesentlichen, dass sich die Forschung an der Universität Bremen ausschließlich friedlichen Zwecken verschreibt.

Aktuell gibt es an der Jacobs-Uni nach Angaben ihrer Sprecherin Ines Heise nur ein einziges Projekt, das im weitesten Sinn militärische Materie berührt. Dabei geht es um ein Forschungsvorhaben zur Entwicklung intelligenter Tauchroboter. Diese sollen gefährliche Altlasten auf dem Meeresgrund aufspüren, um so eine gefahrlose Gründung von Offshore-Windanlagen zu ermöglichen. Seit dem Herbst vergangenen Jahres entwickeln Teams aus Forschern der Jacobs University und des Bremer Unternehmens Atlas Elektronik gemeinsam innovative Methoden für Objekterkennung und physikalisch-chemische Messungen am Meeresboden. „Konkret geht es darum, mittels intelligenter autonomer Tauchroboter Altmunition und andere Gefahrenstoffe aus dem Zweiten Weltkrieg am Meeresboden in Nord- und Ostsee aufzufinden, um deren Bergung zu ermöglichen“, beschreibt Ines Heise die Zielrichtung des Projektes. Atlas finanziere die Entwicklung der Systeme über fünf Jahre mit insgesamt 570000 Euro.

Mit weiteren Unternehmen wie EADS oder Airbus, die sich sowohl im zivilen als auch im militärischen Sektor tummeln, kooperiert die Jacobs-Uni nach Heises Angaben ausschließlich bei zivilen Forschungsvorhaben – wobei klar sei, dass die von solchen Unternehmen hergestellten Wirtschaftsgüter (Maschinen, Software, sonstige Technologie) stets sowohl friedlichen als auch kriegerischen Zwecken dienen könnten.

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