Bremen in Zahlen: Forschungsschiff Polarstern

Von der Arktis in die Welt

Der Forschungseisbrecher „Polarstern“ war im vergangenen Jahr in der Arktis unterwegs. Dort wurde eine Vielzahl an digitalen Inhalten produziert, um Interessierte über die Mission zu informieren.
22.04.2021, 16:58
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Von der Arktis in die Welt
Von Maurice Arndt

Das deutsche Forschungsschiff „Polarstern“ genießt spätestens seit der internationalen Arktis-Mission Mosaic einen hohen Bekanntheitsgrad. 1982 wurde der Eisbrecher in Dienst gestellt. Seither ankert das vom Alfred-Wegener-Institut (AWI) betriebene Schiff in Bremerhaven, von wo aus es zu Expeditionen in die ganze Welt, bevorzugt aber in die Arktis oder Antarktis aufbricht. Die längste Mission bisher war die Mosaic-Expedition, mit der im vergangenen Jahr die Eisdrift rund um den Nordpol untersucht wurde. Mehr als 300 Tage war die „Polarstern“ unterwegs. Zum Vergleich: Die bis dahin längste Forschungsreise dauerte 102 Tage, die zweitlängste 98 Tage.

Während der Mosaic-Expedition wurde nicht nur eine Vielzahl von Experimenten und Untersuchungen durchgeführt: Die „Polarstern“ war gleichzeitig auch ein schwimmendes Produktionsstudio. Um das Geschehen von der Arktis in die Welt zu tragen und Interessierte an der Expedition teilhaben zu lassen, wurden unter anderem Inhalte für soziale Medien und die Webseiten der Mission produziert. Dazu waren auch Kameraleute mit an Bord.

Zusammengerechnet beläuft sich die Dauer der produzierten Videos auf über 800 Stunden. Für die filmische Dokumentation war die Firma Ufa Show & Factual verantwortlich, die sämtliches Material in der Videoqualität 4K aufnahm. Zur Sicherung der Videos wurden 1,4 Petabyte Speicherplatz benötigt – oder anders: 82.000 DVDs.

Pro Etappe waren während Mosaic zwei Kameraleute, also insgesamt zehn, an Bord der „Polarstern“. Diese waren täglich im Einsatz. Dazu hatten sie über eine Tonne Kamera-Equipment zur Verfügung. Die fertigen Videos wurden unter anderem auf den Youtube-Kanal des AWI hochgeladen. In einer Playlist finden sich dort 77 Videos, die auch von anderen Anbietern mit dem Ufa-Material erstellt wurden. Darüber hinaus wurde auch der ARD-Dokumentarfilm Expedition Arktis von der Ufa produziert. Täglich veröffentlichte das AWI über die eigene Web-App einen redaktionellen Beitrag mit mindestens einem Bild. Wie viele Bilder insgesamt während der Expedition entstanden sind, lässt sich nicht aufschlüsseln. Eine Mediathek auf der AWI -Webseite ist mit 1773 Bildern gefüllt.

Die Web-App erzielte vom 20. September 2019 bis zum 12. Oktober 2020 etwa 1,014 Millionen Aufrufe. Die Projektwebseite sammelte vom 20. September 2019 bis zum 31. Dezember 2020 weitere 256.856 Aufrufe.

In den sozialen Medien ist der Insta-
gram-Kanal der Expedition am erfolgreichsten. 20.700 Menschen folgten hier im März @mosaicexpedition. Auf Twitter hat die Mission 10.582 Follower, 16.346 folgen dem deutschsprachigen und 6104 dem internationalen Facebook-Account des AWI. Dem deutschen Twitter-Konto folgen 8216 Menschen, dem internationalen 5646.

Auch logistisch war die Mission eine Herausforderung. Die fünf Abschnitte während Mosaic dienten dazu, die Besatzung der „Polarstern“ regelmäßig auszutauschen und neue Verpflegung an Bord zu bringen. Ohne Unterstützung kann das von Nobiskrug, Rendsburg und Howaldtswerke-Deutsche Werft Kiel AG gebaute Schiff 80 Tage lang oder 19.000 Seemeilen weit reisen. Die weiteste Reise bisher führte den Eisbrecher im Januar 2010 nach Wellington in Neuseeland. Derzeit befindet sich die „Polarstern“ kurz vor Ponta do Seixas, dem östlichsten Punkt Brasiliens. Zuvor war sie in Port Stanley auf den Falklandinseln. Ihr Ziel ist, wie bei jeder Reise, der Heimathafen in Bremerhaven.

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