Im Untergrund Bremens

Fotoreportage: Die Bremer-Unterwelt

Sie liegen verborgen unter der Erdoberfläche, viele Bremer wissen gar nicht, dass es sie gibt. Orte wie der Tiefbunker unter dem Bahnhofsvorplatz erzählen die dunklen Kapitel der Stadtgeschichte.
30.06.2019, 08:30
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Von Anne Werner

Auf einer Reise durch den Untergrund von Bremen zeigte sich uns eine verborgene Welt. Unter dem Antikolonialdenkmal im Nelson-Mandela-Park befindet sich eine Krypta, in der früher den gefallenen Soldaten des Ersten Weltkrieges in den Kolonien gedacht wurde. Der als Reichskolonialehrendenkmal 1931 erbaute Elefant wurde 1989 umgewidmet und ist seither das Antikolonialdenkmal.

Weiter geht es in Richtung Hauptbahnhof, unter dessen Vorplatz sich eine Bunkeranlage verbirgt. Diese wurde im Zweiten Weltkrieg gebaut und bot ca. 900 Personen Platz bei Luftangriffen. Im Eingangsbereich wird schnell klar, dass der Bunker mit einer Doppelfunktion geplant wurde. So sollte die unterirdische Halle als Tiefgarage genutzt werden. In der Zeit des Kalten Krieges wurde der Bunker umgebaut, um auch den neuen Bedrohungen standzuhalten. Jedoch kam es glücklicherweise nie zum Ernstfall und so entschloss man sich den Bunker als Tiefgarage und später als Obdachlosenheim zu nutzen.

Die Ostertorwache im heutigen Wilhelm-Wagenfeld-Haus wurde 1828 erbaut und galt zu seiner Zeit als moderne und humane Haftanstalt. In den Kellergewölben befand sich ein Teil der Zellen. Inhaftiert wurden im Laufe der Jahre sowohl Männer als auch Frauen.

Die Gestapo nutze die Räumlichkeiten für politische Gefangene und später von 1980 bis 1998 wurden Abschiebehäftlinge unter unmenschlichen Bedingungen untergebracht. Seit dem ist das Gebäude eine Dokumentationsstätte und erinnert an dunkle Zeiten.

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