Wünsche und Forderungen an die Politik

Fragebogen für Alleinerziehende soll Klarheit schaffen

In den kommenden Wochen sollen rund 8300 Fragebögen an Alleinerziehende in Bremen und Bremerhaven verschickt werden. Arbeitnehmerkammer und der Senator für Wirtschaft hoffen, so mehr über die Betroffenen zu erfahren.
21.11.2016, 00:00
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Fragebogen für Alleinerziehende soll Klarheit schaffen
Von André Fesser
Fragebogen für Alleinerziehende soll Klarheit schaffen

Esther Schröder von der Bremer Arbeitnehmerkammer.

Volker Kölling coast communication

In den kommenden Wochen sollen rund 8300 Fragebögen an Alleinerziehende in Bremen und Bremerhaven verschickt werden. Arbeitnehmerkammer und der Senator für Wirtschaft hoffen, so mehr über die Betroffenen zu erfahren.

Esther Schröder von der Arbeitnehmerkammer Bremen und Arbeitssenator Martin Günthner (SPD) wollen mehr wissen über Alleinerziehende. „Wir wollen nicht länger aus der Statistik heraus über Alleinerziehende reden, sondern im Gespräch mit ihnen sein“, sagt Esther Schröder. Sie will zum Beispiel wissen, ob Alleinerziehende sich ausgegrenzt oder diskriminiert fühlen. Und sie betont: Mit dem Fragebogen solle niemand kontrolliert werden.

Arbeitssenator Martin Günthner erhofft sich mehr Erkenntnisse, um mit der Agentur für Arbeit und dem Jobcenter neue Programme auflegen zu können, die sich stärker an den Bedürfnissen von Alleinerziehenden orientieren. Und, so formuliert es ein Behördensprecher, man hoffe auf Hinweise, wie Bremen der hohen Anzahl Alleinerziehender ohne Berufsabschluss wirkungsvoll begegnen kann.

Fragebogen wird in kommenden Wochen verschickt

Arbeitnehmerkammer und der Senator für Wirtschaft, Arbeit und Häfen verschicken in den kommenden Wochen einen sechsseitigen Fragebogen an rund 8300 Alleinerziehende in Bremen und Bremerhaven. Und zwar an diejenigen, die beim Jobcenter gemeldet sind. Das sind Frauen und Männer, die nicht arbeiten und deshalb auf Sozialleistungen angewiesen sind, und Alleinerziehende, die so ein geringes Einkommen haben, dass sie Aufstockungsleistungen vom Jobcenter erhalten.

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Die Alleinerziehenden sollen unter anderem angeben, ob sie für ihre Kinder Unterhalt vom anderen Elternteil bekommen, wie es ihnen in ihrer Situation geht, wie es ihnen gesundheitlich geht und was für eine Berufsausbildung sie haben. Auch das Thema Kinderbetreuung spielt eine Rolle, denn gerade Alleinerziehende sind darauf angewiesen, ihre Kinder versorgt zu wissen, wenn sie arbeiten.

Die Befragten können angeben, was sie sich zur besseren Unterstützung wünschen und am Ende des Fragebogens drei Wünsche an die Politik formulieren. „Wir wollen Alleinerziehenden die Möglichkeit geben, ihre Wünsche und Forderungen zu artikulieren“, sagt Esther Schröder. Diese Wünsche sollen dann auch an die Politik weitergegeben werden, kündigt sie an.

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