Marktplatzplaudereien

Fraglicher Stoff und ein Aufruf

Politiker sind auch nur Menschen. In unseren Marktplatzplaudereien greifen wir die kleinen, bunten Geschichten aus dem Politik- und Behördenalltag auf – Randnotizen, die für den Papierkorb zu schade sind.
14.03.2020, 12:52
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Fraglicher Stoff und ein Aufruf
Von Nina Willborn
Fraglicher Stoff und ein Aufruf

Die Werderfans sehen am Montag kein Fußballspiel, die Liga pausiert. Vorher gab es aber keinen kuriosen Aufruf des Klubs.

nph / kokenge

Pflanzen-Paragrafen

Zu den bislang letzten Erfolgen des Bremer Senats in der Zeitrechnung vor Corona gehörte ja die Erhöhung des legalen Besitzes von Cannabis auf maximal zehn Gramm. Damit sind aber für die Grünen noch lange nicht alle Fragen beantwortet. Könnte man nicht dann auch gleich den privaten Anbau von bis zu vier Pflänzchen durchwinken? Und müsste man nicht eigentlich auch den zu Hause liebevoll herangezogenen Stoff strafrechtlich bevorzugen gegenüber dem vom Dealer am Eck? In der Bürgerschaftskanzlei, die die Grünen konsultierten, steigerte man sich ob der Anfrage mehr in einen Paragrafenrausch denn in einen der Begeisterung. Kurz zusammengefasst lautet die Antwort: Nö. In einigen Details waren die Juristen auch schlicht überfragt. Ob drei Konsumeinheiten „lebensfremd“ seien oder nicht, könne „aufgrund fehlender Fachkenntnis nicht beurteilt werden“.

Wohin mit dem Hut?

Ab kommender Woche soll Bremens Klimarettung starten. Bevor aber die Visitenkarten für die Mitglieder des interfraktionellen Bündnisses, angeführt von Martin Michalik (CDU) und Carsten Sieling (SPD), beschriftet werden können, gibt es offenbar noch Klärungsbedarf. Wie sich der neue Klima-Klub nun genau buchstabiert, wird nämlich durchaus unterschiedlich interpretiert. Die CDU gibt sich ungewohnt neutral und setzt auf die schweizerisch-behütete Variante „Enquête“, die SPD ist betonungstechnisch experimenteller und setzt auf „Enqueté“. Die Grünen gehen oben ohne mit „Enquete“ an den Start – womit sie übrigens laut Duden richtig liegen.

Kommt alle!

Wer die Zeichen deuten konnte, war am Freitag vom neuerlichen Punktgewinn von Innensenator Ulrich Mäurer (SPD) gegen seinen neuen Lieblingsfeind DFL in Form der Absage von Werders Spiel gegen Leverkusen nicht wirklich überrascht. Denn schon am Donnerstagmorgen las man Erstaunliches vom offiziellen Vereinsaccount auf Twitter. „Der SV Werder appelliert an alle Fans, sich am Montag vor, während und nach dem Heimspiel gegen Leverkusen am Weserstadion zu versammeln“, schrieb die Abteilung von Pressechef Christoph Pieper – oder war es Mäurers erstes Werk als Hacker? Werder schob die eigentlich intendierte Botschaft „Kommt nicht, auf gar keinen Fall!!!“ zwar nach. Genutzt hat es aber offenbar wenig ...

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