Verleihung der Friedensschule am 10. Dezember im Foyer des Gustav-Heinemann-Bürgerhauses Franco-Paselli-Preis für Raimund Gaebelein

Vegesack. Der Franco-Paselli-Friedenspreis geht an Raimund Gaebelein aus Gröpelingen. Mit dieser Auszeichnung, die von der Internationalen Friedensschule Bremen vergeben wird, werden Bürger geehrt, die sich für Demokratie, soziale Gerechtigkeit und Frieden engagieren.
03.12.2015, 00:00
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Von Albrecht-Joachim Bahr

Der Franco-Paselli-Friedenspreis geht an Raimund Gaebelein aus Gröpelingen. Mit dieser Auszeichnung, die von der Internationalen Friedensschule Bremen vergeben wird, werden Bürger geehrt, die sich für Demokratie, soziale Gerechtigkeit und Frieden engagieren. Die Übergabe des Preises findet am Donnerstag, 10. Dezember, im Rahmen einer kleinen Feierstunde im Gustav-Heinemann-Bürgerhaus, Kirchheide 49, am Mahnmal für den Unbekannten Deserteur statt. Beginn ist um 17 Uhr.

Musikalisch begleitet wird die Veranstaltung von Aline Barthelemy (Gesang und Gitarre).

Raimund Gaebelein ist Bremer Landesvorsitzender der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes/Bund der Antifaschisten und gehört unter anderem der Fraktion der Linken im Gröpelinger Beirat an. 1947 geboren, studierte Gaebelein 1967 bis 1973 Geschichte, Politik und Philosophie in Marburg. Nach seinem Staatsexamen für das Lehramt an Gymnasien 1977 übernahm er für ein Jahr die Leitung eines Obdachlosenheims in Derry (Nordirland). 1978 bis 2007 war er Sprachlehrer und Sozialbetreuer bei Sprachschulen, Wohlfahrtsverbänden und Beschäftigungsbetrieben in Bremen.

Gaebelein ist unter anderem Herausgeber des „Bremer Antifaschist“ und veröffentlichte 1999 das Buch „Mantel des Schweigens“, mit dem er an den aus Leeuwarden stammenden Homme Hoekstra erinnert, der als Zwangsarbeiter auf der AG Weser Anfang 1944 wegen „Wehrkraftzersetzung“ verhaftet, zum Tode verurteilt und hingerichtet wurde. In den vergangenen Jahren hat sich Gaebelein im Rahmen der Aktion „Stolperstein“ verstärkt mit Biografien von Opfern des NS-Regimes befasst. Regelmäßig lädt er zu Rundgängen entlang der Stolpersteine seines Stadtteils ein.

Zum geschichtlichen Hintergrund des Franco-Paselli-Friedenspreises: Ende September 1944 verübte die SS in dem italienischen Dorf Marzabotto ein Massaker. Dabei wurden über 770 Menschen ermordet, fast ausschließlich Kinder, Frauen und ältere Menschen. Unter den Opfern befand sich auch der erst 30 Tage alte Franco Paselli samt neun weiterer Angehöriger seiner Familie.

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