Tier laut Nabu giftig, aber harmlos Erstmals Nosferatuspinne in Bremen entdeckt

In Bremen ist zum ersten Mal eine sogenannte Nosferatuspinne gesichtet worden. Die Tiere sind laut Nabu giftig, aber grundsätzlich harmlos. So hat die Spinne wahrscheinlich ihren Weg in die Hansestadt gefunden.
28.12.2020, 18:38
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
Erstmals Nosferatuspinne in Bremen entdeckt
Von Heinz-Peter Petrat

Das ist nichts für Menschen mit Arachnophobie: Laut Nabu ist in Bremen erstmals eine Kräuseljagdspinne entdeckt worden. Die für norddeutsche Verhältnisse großen Tiere leben laut Nabu eigentlich in lichten Wäldern rund um das Mittelmeer. Doch Tourismus und Klimawandel brächten die achtbeinigen Jäger bis in den Norden.

„Eine Frau aus dem Viertel, die ihren Freundeskreis behalten und deshalb nicht genannt werden will, schrieb uns mit einigen Fotos an“, so Nabu-Geschäftsführer Sönke Hofmann. Die Bilder zeigten eine im Vergleich mit hiesigen Spinnen recht große Kräuseljagdspinne mit ihrem typischen Muster auf dem Vorderleib. Eine vollständige Bestimmung am Tier sei bislang noch nicht möglich gewesen. Offiziell habe die Spinne zwar noch keinen deutschen Namen, aber der gebräuchliche Ausdruck Nosferatuspinne treffe es „ganz stimmungsvoll“.

„Mit ihrem Durchmesser von bis zu sechs Zentimetern samt Beinen bleiben sie zwar hinter den größten heimischen Hauswinkelspinnen mit gut acht Zentimetern Durchmesser zurück, sie wirken aber durch den etwa doppelt so langen Körper wesentlich massiger“, so Hofmann. Und weiter: „Die hat schon das Potenzial, Phobiker auf den Tisch zu scheuchen.“ Erstaunlich sei ihre Fähigkeit, sich mit Hafthaaren auch an senkrechten Glasscheiben festhalten zu können.

Lesen Sie auch

Bislang habe sich die Spinne seit ihrem ersten Erscheinen in Deutschland 2005 entlang des Rheingrabens und in klimatisch begünstigten Lagen des Südens ausgebreitet. Dass sie in Bremen demnächst heimisch wird, glaubt der Nabu nicht. Hofmann: „Wir hatten zwar drei sehr warme Jahre, aber außerhalb von Häusern sollten diese Spinnen es hier noch nicht schaffen, sich zu vermehren. Die jetzt gefundenen Tiere sind sicher mit Urlaubern zu uns gekommen.“

Die Nosferatuspinne sei zwar giftig, beiße aber nur, wenn sie in die Ecke gedrängt werde. Und sie könne nur durch besonders dünne Hautpartien ihr Gift injizieren. „Der Biss soll vom Schmerz her zwischen Mückenstich und leichterem Wespenstich liegen, nach zwei Tagen sind eventuelle Schwellungen abgeklungen, also alles in allem harmlos“, sagt Hofmann. Dafür fange der mediterrane Gast reichlich Insekten und hinterlasse noch nicht einmal Netze: „Sie lauert auf Beute und zieht vorbeikommende Insekten mit den Vorderbeinen blitzschnell zu den Giftzähnen."

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+