Vizepräsidentin zum "Equal Pay Day" "Frauen hätten mehr verdient!"

„Bis zum heutigen Tag, nämlich den 20. März, müssen Frauen arbeiten, um auf das gleiche Jahresgehalt zu kommen, das Männer schon Ende 2014 erhalten haben“, erklärte Silvia Schön, Vizepräsidentin der Bremischen Bürgerschaft, zum Equal Pay Day.
20.03.2015, 07:19
Lesedauer: 2 Min
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„Bis zum heutigen Tag, nämlich den 20. März, müssen Frauen arbeiten, um auf das gleiche Jahresgehalt zu kommen, das Männer schon Ende 2014 erhalten haben“, sagt Silvia Schön, Vizepräsidentin der Bremischen Bürgerschaft. Darüber hinaus erklären die Sprecherinnen der Landesarbeitsgemeinschaft Frauen der Bremer Grünen, Alexandra Werwarth und Silvia Schön, anlässlich des Equal Pay Days: „Der Lohnunterschied zwischen Frauen und Männern in Deutschland ist nach wie vor immens.

Der Lohnunterschied zwischen Frauen und Männern in Deutschland ist nach wie vor immens. Der durchschnittliche Bruttoverdienst von Frauen liegt immer noch 22 Prozent unter dem der Männer und ändert sich seit Jahren kaum. Im europäischen Vergleich gehört Deutschland zu den Schlusslichtern in der Gleichstellungspolitik. Das sei ungerecht und müsse sich dringend ändern, findet Schön. Sie plädierte dafür, für vollständige Gehaltstransparenz zu sorgen und die Gleichstellung beim Arbeitsentgelt gesetzlich zu verankern.

Noch immer sind überkommende Rollenbilder von Männern und Frauen ein Grund für diese Ungleichbehandlung. Überdurchschnittlich viele Frauen sind im Niedriglohnsektor beschäftigt und arbeiten in Teilzeit oder geringfügigen Beschäftigungsverhältnissen, die in der Regel mit schlechteren Stundenlöhnen vergütet werden.

Zwar hätten Frauen häufig die besseren Schulabschlüsse und teilweise auch die qualifizierteren Hochschulabschlüsse. Aber spätestens, wenn Frauen Familie und Beruf vereinbaren wollten, gerate ihnen das zum Nachteil. Deshalb seien der Ausbau von Ganztagsschulen und die Ausweitung von Kinderbetreuungsplätzen von zentraler Bedeutung.

>> Von Gleichheit keine Spur

Silvia Schön betonte: „Selbstverständlich brauchen wir auch eine höhere Bezahlung in klassischen Frauenberufen wie Erzieherinnen und bessere Karrierechancen für Frauen in klassischen Männerberufen wie Maschinenbauingenieur.“

Der Equal Pay Day markiert symbolisch den geschlechtsspezifischen Entgeltunterschied. Er entstand 1988 in den USA, als mit der „Red Purse Campaign“ ein Sinnbild für die roten Zahlen in den Geldbörsen der Frauen geschaffen wurde.

Der Equal Pay Day soll auf die Ungerechtigkeit bei der Bezahlung von Männern und Frauen hinweisen. In diesem Jahr steht der Tag unter dem Motto: Transparenz. Der Club Business and Professional Women Germany lädt für Freitag, 20. März, in den Club zu Bremen, Restaurant 1783, Blauer Saal, Am Marktplatz 13, zu einem Vortrag von Christiane Börger, ein.

Unter dem Titel "Bekommen Sie, was Sie verdienen?" informiert sie ab 17 Uhr darüber, was Frauen wissen und berücksichtigen sollten, wenn sie in die Situation kommen, über ihr Gehalt reden und verhandeln zu wollen oder zu müssen. Einlass ist um 16.30 Uhr. Anmeldungen sind möglich über die Website www.bpw-bremen.de

(wk/Bremische Bürgerschaft)

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