Beschwerden am Unisee

Freilaufende Hunde sorgen für Verärgerung

Horn-Lehe. Freilaufende Hunde an Orten, an denen sie eigentlich angeleint werden müssen, sind ein Problem. Ein Beispiel dafür zeigt sich am Unisee. Ein Bürger hat jetzt eine öffentliche Petition bei der Bremischen Bürgerschaft eingereicht.
10.08.2014, 00:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Sandy Bradtke
Freilaufende Hunde sorgen für Verärgerung

Schilder weisen unübersehbar darauf hin, dass es verboten ist, Hunde am Strand des Unisees frei laufen zu lassen. Doch diese Vorschrift wird immer wieder missachtet. Das liegt daran, dass bisher nur selten Ordnungsgelder verhängt worden seien, meint Martin Stock, der jetzt eine Petition zur stärkeren Ahndung der Verstöße an die Bremische Bürgerschaft auf den Weg gebracht hat.

Petra Stubbe

Freilaufende Hunde an Orten, an denen sie eigentlich angeleint werden müssen, sind ein Problem, das sich oft wiederholt. Ein Beispiel dafür zeigt sich am Unisee. Ein Bürger hat jetzt eine öffentliche Petition bei der Bremischen Bürgerschaft eingereicht und fordert Ordnungsgelder für Tierhalter, die ihre Hunde am Badestrand frei laufen lassen.

An heißen Sommertagen ist der Badestrand am Unisee bis in die Abendstunden gut besucht. Die Badegäste müssen sich den Strand allerdings immer wieder mit freilaufenden Hunden teilen – obwohl eine Anleinpflicht für Hunde am Unisee gilt. Jetzt scheint das Problem überhand genommen zu haben.

Martin Stock aus der Neustadt ist derzeit fast jeden Tag am Stadtwaldsee. Zusammen mit seiner Verlobten Sandra Burfeind geht er dort regelmäßig tauchen. Über die Besitzer, die ihre Hunde am Badestrand frei laufen lassen, ärgern sich beide sehr. „Kürzlich kam ein Hund angelaufen, schnüffelte an unserer Tauchausrüstung und pinkelte diese an“, berichtet Stock. „Das ist Sachbeschädigung.“ Bei dem Hundebesitzer sei er allerdings auf taube Ohren gestoßen.

An einem anderen Tag seien mehrere große Hunde auf Sandra Burfeind zugerannt. Sie habe sich sehr erschrocken und panisch reagiert. „Als ich den Hundebesitzer angesprochen habe, erwiderte der nur, dass wir uns nicht so anstellen sollten“, sagt Stock. Natürlich gebe es auch vernünftige Hundebesitzer. Am Unisee seien diese nach der Erfahrung des Paares aber eher die Ausnahme.

„Viele Hundehalter reagieren sehr patzig und werden zum Teil ausfallend, wenn man sie auf die Anleinpflicht anspricht“, erzählt Burfeind. Das Missachten des Verbotes ist ihrer Meinung nach besonders gefährlich, wenn kleine Kinder am Strand spielen. „Manche Hunde stoppen auf Zuruf ihres Besitzers gar nicht. Da kann schnell etwas passieren“, meint Burfeind.

Immer wieder hat Stock nach eigenen Angaben beim Stadtamt und bei der zuständigen Horner Polizeidienststelle angerufen und sich beschwert. „Passiert ist nie etwas.“ Jetzt reiche es ihm. Mit einer Petition, die im Internet noch bis zum 5. September mit unterzeichnet werden kann, fordert er Ordnungsgelder für freilaufende Hunde am Badestrand des Unisees. Seine Kritik: Weder Ordnungsamt noch Polizei seien bisher vor Ort, um Kontrollen vorzunehmen und Bußgelder zu verhängen. Und nicht nur tollende Hunde, sondern auch Pferde vom benachbarten Reitclub will Stock schon am Unisee beobachtet haben.

Michael Läthe vom Polizeirevier Horn weist die Kritik zurück. „Wir sowie die Beamten des Reviers Neue Vahr sind unregelmäßig im Streifenwagen oder dem Fahrrad am Unisee unterwegs und schauen auch extra beim Badestrand nach dem Rechten.“

Der Strand des Unisees sei bei Hundebesitzern sehr beliebt, weiß der Kontaktpolizist. „Dieses Thema kommt immer wieder hoch. Jedes Jahr müssen wir Hundehalter erneut auf ihr Fehlverhalten hinweisen.“ Läthe appelliert meist an die Vernunft von „Herrchen“ oder „Frauchen“, und es bleibt dann bei einer Verwarnung. Bußgelder werden laut Läthe nur in schweren Fällen verhängt.

Beschwerden über Pferde am Badestrand habe es tatsächlich gegeben, berichtet Läthe. Allerdings sei das schon zwei Jahre her. „Wir haben daraufhin mit den Verantwortlichen vom Reitclub gesprochen. Die haben das auch gleich zugegeben und uns versichert, dass so etwas nicht mehr vorkomme.“ Seitdem habe es bei der Polizei keine weiteren Beschwerden in diesem Fall gegeben.

Revierleiter Horst-Günther Feldmann erklärt, dass die Beamten sporadisch am Unisee nach dem Rechten sehen. „Wir lassen das Thema nicht außen vor. Unsere Prioritätensetzung ist aber derzeit ganz klar eine andere“, betont er. Das Problem von freilaufenden Hunden in öffentlichen Grünanlagen – also dort, wo Hunde ganz klar angeleint werden müssen – sei ein generelles in ganz Bremen, sagt die stellvertretende Leiterin des Ortsamtes Horn-Lehe, Jessica Jagusch. „In Bremen fehlen legale Hundeauslaufflächen.“ Die Hansestadt scheint sich schwer zu tun, diese Flächen bereitzustellen. An Nord- und Ostsee gibt es schon längst ausgewiesene Hundestrände. Und im Stadtgebiet von Hannover stehen Hunden insgesamt mehr als 56 Hektar zum Spielen und Toben zur Verfügung. In den Niederlanden wird das harmonische Zusammenleben von Tier und Mensch durch bestimmte Uhrzeiten, zu denen unangeleinte Hunde am Strand erlaubt sind, geregelt.

Unabhängig von der aktuellen Situation am Unisee läuft laut Jagusch derzeit ein Prüfauftrag im Beirat Horn-Lehe, ob in der Nähe des Unisees eine Freilauffläche für Hunde geschaffen werden könnte.

„Ich halte es für sinnvoll, wenn es eine abgetrennte Fläche geben würde, wo die Hunde frei laufen können“, sagt Sandra Burfeind. „Ob die Hundehalter das dann einhalten, ist eine andere Sache.“ Es gebe zum Beispiel viele kleine Buchten auf der anderen Seite des Sees, wo Hunde ins Wasser gehen könnten, ohne andere Badegäste zu stören, meint Martin Stock. „Ich verstehe nicht, warum die Leute nicht dort hingehen mit ihren Tieren.“

Petition zum Mitzeichnen im Internet unter https://petition.bremische-buergerschaft.de

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