Senat und Schausteller einigen sich

Freimarkt wird zum Freizeitpark

Der Bremer Senat und die Schausteller haben sich am Freitag auf die Modalitäten für den Freimarkt geeinigt. Demnach wird der Freimarkt zu einem temporären Freizeitpark. Alkohol bleibt aber weiterhin verboten.
11.09.2020, 12:57
Lesedauer: 3 Min
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Freimarkt wird zum Freizeitpark
Von Max Seidenfaden
Freimarkt wird zum Freizeitpark

Freizeitpark statt Freimarkt: In abgespeckter Form, dafür aber für einen Monat, geht es ab dem 2. Oktober auf der Bürgerweide rund.

Christina Kuhaupt

Aus dem Freimaak wird der Freipaak: Der Bremer Senat und die Schausteller haben sich am Freitag auf ein Konzept für die Bremer Traditionsveranstaltung geeinigt. Demnach wird es dieses Jahr auf Wunsch der Schausteller keine Veranstaltung unter dem Namen Freimarkt geben, stattdessen ist von einem temporären Freizeitpark die Rede, der vom 2. Oktober bis zum 1. November auf der Bürgerweide aufgebaut wird. „Ich bin froh, dass die Schaustellerinnen und Schausteller sich in dieser schwierigen Zeit dazu bereit erklärt haben, diese Veranstaltung auf die Beine zu stellen“, erklärte Bürgermeister Andreas Bovenschulte auf einer Pressekonferenz. Das sei ein erster Schritt in Richtung Normalität, so Bovenschulte.

An den bereits am Dienstag vorgestellten Eckpunkten wird sich nichts ändern. Demnach wird es weiterhin einen Zaun um das Gelände und Einlasskontrollen geben. Maximal 6000 Leute dürfen gleichzeitig auf das Gelände, auf dem es keine Festzelte und weniger Fahrgeschäfte geben wird.

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Zuletzt hatte es vor allem Ärger wegen des generellen Alkoholverbots gegeben. Die Veranstaltungsgesellschaft Bremer Schausteller (VBS) wollte deshalb ursprünglich nicht als Organisator auftreten, die Stadt sucht aber einen privaten Ausrichter. Auch im Senat wurde das Thema kontrovers diskutiert. Während Wirtschaftssenatorin Kristina Vogt für den Ausschank von Bier und Wein einsetzte, votierte die anderen Senatsmitglieder für ein generelles Alkoholverbot. „Für mich geht es um das recht auf Existenz, nicht auf Party“, so Vogt. An dem Alkoholverbot hielt der Senat aber auch am Freitag fest - selbst Bier und Wein wird es nicht geben. „Das ist momentan nicht zu vertreten“, so Bovenschulte.

Keine Online-Reservierung

Die VBS wird aber dennoch die Ausrichterin der Veranstaltung sein. „Wir wollen beweisen, dass Corona und Rummel sich nicht ausschließen“, erklärte VBS-Geschäftsführerin Bettina Robrahn-Böker in einer Pressemitteilung des Senats. „Mit dem temporären Freizeitpark werden wir zeigen, dass wir unseren Beruf mit den notwendigen Hygienekonzepten vereinbaren können“, ergänzte Susanne Keuneke vom Verein der Schausteller und Marktkaufleute. Es sei ein erster Schritt zurück ins Berufsleben, so Keuneke. Das Angebot für die Familie soll im Vordergrund stehen, aber es werde auch rasante Fahrgeschäfte geben, versprach Rudolf Robrahn vom Bremer Schaustellerverband. Dazu werde es Aufenthaltsbereiche geben, ein Rahmenprogramm jedoch nicht. Rund 100 Schausteller wird es auf der Fläche geben, 300 Schausteller hatten sich beworben. Besucher können sich nicht vorab online anmelden. Stattdessen werde es vor Ort eine manuelle Registrierung oder eine Registrierung über QR-Codes geben, auch ein Eintrittspreis ist neben den Preisen für Fahrgeschäfte geplant.

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Dennoch kommt der Senat den Schaustellern entgegen. So werden die Flächen auf der Bürgerweide den Schaustellern kostenlos überlassen, die Stadt übernimmt zudem die veranstaltungsbezogenen Kosten wie beispielsweise bei der Umsetzung des Hygienekonzepts und wird zudem die Marketingaktivitäten deutlich stärken. Für das Gesamtpaket geht der Senat von einem Betrag von 800.000 Euro aus. „Ein Freizeitpark unter Corona-Bedingungen ist wirtschaftlich eine große Herausforderung“, betonte Kristina Vogt. Daher sei es wichtig, einen Rahmen zu schaffen, der sich für die Betriebe lohnt aber auch attraktiv für die Besucher ist.

Noch keine Festlegung auf den Weihnachtsmarkt - aber erste Anzeichen

Das Konzept für den Freizeitpark soll aber keine Vorfestlegung für zukünftige Veranstaltungen wie den Weihnachtsmarkt oder die Osterwiese sein. „Wir streben für Volksfeste und Märkte eine schnellstmögliche Rückkehr zur Normalität an“, so Bovenschulte. Ziel sei daher eine Rückkehr zu einem „normalen“ Weihnachtsmarkt an, bei dem auch Glühwein ausgeschenkt werde. „Das geht aber nur, wenn das gesundheitspolitisch möglich ist“, sagte Bovenschulte. Der temporäre Freizeitpark sei daher die Chance unter Beweis zu stellen, dass auch Großveranstaltungen und Volksfeste in Zeiten der Pandemie durchführbar sind. „Wir Schausteller denken natürlich an den Fortbestand unsere Berufsstandes, aber auch an den unserer Volksfeste“, sagte Rudolf Robrahn. Hinsichtlich eines Stufenplans sei der Freizeitpark daher ein wichtiger Schritt in Richtung Weihnachtsmarkt: „Wir alle wollen wieder in normale Verhältnisse kommen.“

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