Urteil im Valentin-Prozess Freispruch für Werder-Ultra

Einer der drei Werder-Ultras, die sich seit Anfang des Jahres wegen mehrfacher Körperverletzung vor dem Landgericht verantworten müssen, ist frei gesprochen worden.
25.02.2016, 16:22
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Freispruch für Werder-Ultra
Von Ralf Michel

Einer der drei Werder-Ultras, die sich seit Anfang des Jahres wegen mehrfacher Körperverletzung vor dem Landgericht verantworten müssen, ist frei gesprochen worden.

Aus dem Trio auf der Anklagebank ist ein Duo geworden: Daniel M., einer der drei Werder-Ultras, die sich seit Anfang des Jahres wegen mehrfacher Körperverletzung vor dem Landgericht verantworten müssen, wurde freigesprochen.

Dreimal, so die Anklage, soll Daniel M. dabei gewesen sein, als in Bremen Menschen zusammengeschlagen wurden. Den Ablauf der Überfälle zu rekonstruieren, bereitete dem Gericht wenig Probleme: Im März 2014 wurde der Träger eines Pullovers der Marke Thor Steinar an einer Bushaltestelle niedergeschlagen und mit Fußtritten traktiert. Die Marke gilt als Erkennungsmerkmal der rechtsradikalen Szene.

Zwei Monate später wurde derselbe Mann noch einmal angegriffen, diesmal trug er eine Gürteltasche von Thor Steinar. Er selbst konnte fliehen, stattdessen traf es seinen Begleiter, auf den mehrere Angreifer einschlugen.

Im dritten angeklagten Fall störten sich die Schläger an Jubelgesängen einer Gruppe junger Männer nach dem deutschen Halbfinalsieg bei der Fußball-WM in Brasilien im Juli 2014. Auch hier wurde eines der Opfer krankenhausreif geschlagen.

So eindeutig das Tatgeschehen, so unklar blieb die Beteiligung von Daniel M. daran. Der Hauptbelastungszeuge gegen ihn hatte zwar gegenüber der Polizei schwere Vorwürfe erhoben, war für das Gericht aber nicht mehr greifbar. Er ist nach Polen abgetaucht und will nicht mehr aussagen will. Und die Zeugen, die vor Gericht erschienen, taten sich entweder mit der Identifizierung der Täter schwer oder entlasteten Daniel M. ausdrücklich. Ihn könne sie als Täter auf jeden Fall ausschließen, sagte zum Beispiel eine Studentin aus, die Zeugin des Überfalls an der Bushaltestelle gewesen war.

Nur folgerichtig wurde Daniel M. freigesprochen. Im Gerichtssaal ist er aber weiterhin vertreten. Während gegen seine beiden Freunde wegen anderer Straftaten weiter verhandelt wird, verfolgt er den Prozess jetzt von der Zuschauertribüne aus.

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