Fritz-Piaskowski-Bad in Vegesack Freizeitbad feiert Jubiläum

Vegesack. Das Freizeitbad Vegesack ist 50 Jahre alt. Zu diesem Anlass hat es am Sonnabend einen ganzen Tag lang diverse Aktionen und Spaßangebote gegeben - 1963 hat alles viel steifer angefangen.
09.09.2013, 00:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Ulf Buschmann

Das Freizeitbad Vegesack ist 50 Jahre alt. Zu diesem Anlass hat es am Sonnabend einen ganzen Tag lang diverse Aktionen gegeben: vom Tauchen und einer Pooldisko für Kinder bis zum Kennenlernen der Kursangebote. Angefangen hat alles 1963 viel steifer.

Kinder und ihre Eltern spielen fröhlich im Wasser, andere nutzen das Ein-Meter-Sprungbrett und freuen sich über ihre Arschbomben. Auf einer abgetrennten Bahn im großen Becken können die Besucher sich im Tauchen versuchen. Oder sie setzen sich in eines der Kajaks und Tretboote und haben damit Spaß.

Bunt und locker ist es am Sonnabend im Freizeitbad Vegesack zugegangen. Dazu hat es einen besonderen Anlass gegeben: Es ist 50 Jahre alt. Deshalb hatten die Bremer Bäder zu einem Tag mit Aktionen eingeladen. Auf dem Programm: Spezialaufgüsse in der Sauna und Geschichten mit Karin Ledig, Aquafitness-Kennlern-Kurse, die Kinderparty und zum Abschluss freies Schwimmen mit Musik.

Mit diesem Programm möchten die Bremer Bäder nicht nur den Geburtstag des Nordbremer Bades feiern, sondern auch auf die zahlreichen Angebote hinweisen. Geschäftsführerin Martina Baden freut sich, dass das Bad so gut angenommen wird. Immerhin 200000 Besucher seien es im Jahr 2012 gewesen. „Die Leute kommen aus Bremen-Nord, dem Umland und sogar aus der Stadt“, sagt Baden.

Schönebecker Sand als einziges Bad

Das war nicht immer so. Bevor die Stadt die damals noch „Kombi-Bad Bremen-Nord“ genannte Freizeiteinrichtung am Fährgrund in Betrieb nahm, mussten die Vegesacker zum Planschen weit fahren, jedenfalls außerhalb der warmen Jahreszeit. „Vorher gab‘s ja nur den Schönebecker Sand, das war alles“, erinnert sich Uwe Harm, der im Kombi-Bad über die Jahre mehr als 1000 Kindern das Schwimmen beigebracht hat.

Die frühen 60er Jahre – das war eine Zeit, in der nicht nur in Bremen die öffentliche Infrastruktur stark ausgebaut wurde. Die Nachkriegszeit war überwunden, die öffentliche Hand investierte, zum Lebensnotwendigen kamen die ersten Annehmlichkeiten. Und dazu gehörte eben auch ein öffentliches Bad. 7,5 Millionen Mark wurden am Fährgrund verbaut. Für diesen stolzen Betrag bekam Vegesack neben dem Freibad eine Schwimmhalle mit zwei Becken, einer medizinischen Abteilung und einer kleinen Sauna. „Das war für die damaligen Verhältnisse schon luxuriös, und entsprechend wurde das Projekt auch in der Bevölkerung diskutiert“, sagt Uwe Harm.

Die Badekultur – wenn man das so formulieren kann – war noch ein wenig steif. Angefangen bei der Kleidung. Der Bikini war vielleicht schon erfunden, aber nicht bis nach Vegesack vorgedrungen. Und die Schwimmmeister. „Die waren noch recht streng“, meint Harm im Rückblick. Wenn jemand im Becken irgendwelchen Mist machte, dann erscholl die Trillerpfeife.

Immer schön in Bahnen schwimmen: Das reichte den Besuchern einige Jahre lang, aber in den Siebzigern ließ der Zuspruch nach. Andernorts wurden die ersten Erlebnisbäder gebaut, die mehr zu bieten hatten als Leibesübungen zu Wasser. Dieser Trend konnte auch an Vegesack nicht dauerhaft vorbeigehen, und so wurde Ende der Achtziger Jahre ein grundlegender Um- und Ausbau des Bades in Auftrag gegeben.

Für 8,3 Millionen Euro entstand das Freizeitbad in seiner heutigen Gestalt: eine Kombination aus Sport- und Spaßbad inklusive Wellness-Bereich, die kaum einen Wunsch offen lässt. Die neue Zeit sollte auch durch einen neuen Namen zum Ausdruck kommen: Das „Kombi-Bad“ wurde nach dem langjährigen Vegesacker Ortsamtsleiter und Vorsitzenden der Sportgemeinschaft Aumund-Vegesack (SAV) in „Fritz-Piaskowski-Bad“ umbenannt.

Der neue Name und das neue Konzept kamen bei den Besuchern an, die Abwanderung in die Bäder ins Umland wurde gestoppt. Als jedoch Mitte der 1990er Jahre die Zahl der Besucher erneut zurückging, mussten die Bremer Bäder handeln: 1997 entstand das neue Solebad, das vor allem speziellen Gesundheitskursen dient. Weitere zehn Jahre später gab es eine neue Rutschanlage.

Sie wird bis heute gerne genutzt. Auch das Solebad ist nach wie vor ein Erfolg, nicht zuletzt, weil die Bremer Bäder mit den Krankenkassen kooperieren. Wie angenehm das Solebad ist, haben die Besucher auch am Sonnabend getestet. Größere Investitionen stehen nach Auskunft von Baden erst im kommenden Jahr an. Wenn alles klappt, soll ab Frühjahr 2014 die Außenfassade saniert werden.

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