Schwachhausen/BAHNHOFSVORSTADT Frieden ohne Autos

Schwachhausen·Bahnhofsvorstadt. Der Remberti-Tunnel ist bis 6. September für Autos gesperrt, damit der Verein Friedenstunnel Bremen die Wände weiter künstlerisch gestalten kann.
23.07.2015, 00:00
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
Von Maren Brandstätter

Der Remberti-Tunnel ist bis 6. September für Autos gesperrt, damit der Verein Friedenstunnel Bremen die Wände weiter künstlerisch gestalten kann. „Aus verkehrlicher Sicht ist die Maßnahme in den Sommerferien vertretbar“, sagt Martin Stellmann, der Sprecher des Amtes für Straßen und Verkehr (ASV). Einzige Auflage: Fahrradfahrer und Fußgänger müssen weiterhin durchkommen.

Bei 7000 Radfahrern pro Tag würde eine Sperrung zu viele Einschränkungen mit sich bringen, sagt Stellmann, zumal der Tunnel unter anderem auch zur Radroute Innenstadt-Universität gehöre. Für die etwa 3000 Autos, die pro Tag auf der Strecke fahren, sei eine Umleitung ausgeschildert. In der ersten Woche der Sanierungsphase wird zunächst ein Tunnel im Tunnel gebaut und beleuchtet, als provisorischer Weg für Radfahrer und Fußgänger, sagt Friedenstunnel-Initiatorin Regina Heygster. In der zweiten und dritten Woche werde das Gewölbe von einem Team der DB Netz AG gereinigt und trockengelegt.

Anschließend wird viel gebohrt, damit die von Regina Heygster gestalteten Mosaiktafeln und Mosaikfriese aufgehängt werden können. In rund 130 Sprachen soll das Wort Frieden künftig auf den Tunnelwänden zu lesen sein, ergänzt um Friedenssprüche und pazifistische Weisheiten aus aller Welt.

In der letzten Sanierungswoche sollen laut aktueller Planung die Mosaike installiert werden – und auch die LED-Beleuchtung. Ein Lichtdesigner wird sie montieren und das frisch geweißte Gewölbe blau, gelb und orange ausleuchten. „Als Himmelszelt“, so schwebt es Regina Heygster vor. Das Firmament soll zwar noch an die Decke des Tunnels gemalt werden – „aber das hat noch Zeit“. Erst einmal wolle man sehen, ob alles wirklich dicht sei, bevor das eigentliche Bild das Gewölbe schmücke. „Es ist leichter, eine weiße Fläche auszubessern als eine bemalte“, sagt die Künstlerin.

Seinen Anfang hat das Projekt 2001 genommen, nach dem Anschlag auf das World Trade Center in New York. In Kooperation mit Vertretern diverser Religionsgemeinschaften habe sie ein Zeichen des Friedens in Bremen etablieren wollen, sagt Regina Heygster – mit dem Tunnel als Wahrzeichen, aber auch mit inhaltlicher Arbeit. Mit dem Gedanken, einen Tunnel künstlerisch umzugestalten, habe sie sich schon länger getragen. „Tunnel sind die am meisten vernachlässigten Bauwerke“, meint Heygster. „Immer dunkel und etwas unheimlich.“ Auch Menschen gingen zuweilen durch dunkle Zeiten – da sei es hilfreich, wenn einem etwas Helles, Freundliches, entgegenkomme. Das Projekt Friedenstunnel habe im Laufe der Jahre vielerlei Unterstützung bekommen, auch finanzielle. Sachspenden eingerechnet, seien es bislang rund 160000 Euro, sagt Regina Heygster. Ganz reiche es noch nicht. Aber die Friedenstunnel-Organisatorin ist optimistisch. Ein paar Patenschaften für Mosaiktafeln seien noch zu vergeben.

Der Verein Friedenstunnel ist zu erreichen unter Telefon 17 51 92 75 oder über die Internetseite www.rembertitunnel.de.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Einwilligung und Werberichtlinie

Ich erkläre mich damit einverstanden, dass die von mir angegebenen Daten dazu genutzt werden, regelmäßig per E-Mail redaktionelle Inhalte des WESER-KURIER seitens der Chefredaktion zu erhalten. Die Daten werden nicht an Dritte weitergegeben. Ich kann diese Einwilligung jederzeit formlos mit Wirkung für die Zukunft widerrufen, z.B. per E-Mail an widerruf@weser-kurier.de.
Weitere Informationen nach Art. 13 finden Sie unter https://www.weser-kurier.de/datenschutz

Schließen

Das Beste mit WK+