Tibetisches Kulturzentrum wählte Bremen als Standort

Friedensbuddha für die Botanika

Horn. Hinter dem Koi-Becken soll der Friedens-Buddha gülden leuchten, so ist es der Wunsch des Tibet House und der Botanika. Jeder Erdteil soll eine Statue erhalten – für Europa wurde Bremen gewählt.
24.04.2014, 00:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Antje Noah-Scheinert
Friedensbuddha für die Botanika

Hier im Japanischen Garten der Botanika soll der goldene Buddha einmal stehen – wenn denn die notwendigen 300.000 Euro durch eine Spendensammlung beisammen sind.

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Hinter dem Koi-Becken soll der Friedens-Buddha gülden leuchten, so ist es der Wunsch des Tibet House und der Botanika. Jeder Erdteil soll eine Statue erhalten – für Europa wurde Bremen gewählt.

Bremen steht für Weltoffenheit, Engagement und Friedensliebe. Attribute, die sich scheinbar bis nach Neu Delhi rumgesprochen haben. Anders ist es nicht zu erklären, dass sich das dortige Tibet House, das Kulturzentrum der tibetischen Exilregierung, an Michael Werbeck vom Senator für Umwelt gewandt hat. Vor fast fünf Jahren erhielt er einen Brief: Im rund 8500 Kilometer entfernten Tibet House in Neu Delhi entstand – auf Inspiration des Dalai Lama – die Idee, für jeden Erdteil einen aus Kupfer geschlagenen, vergoldeten Buddha zu stiften, als Symbol des Friedens und der Völkerverständigung.

Nachvollziehbare Geschichte

Die Verantwortlichen haben sich schließlich Bremen als Standort für Europa ausgesucht. Eine Idee, die nicht nur schmeichelhaft für die Botanika ist, sondern auch für den Tourismus und die Wirtschaftsförderung. Eine fast unwirkliche Geschichte. Zumindest auf den ersten Blick vermutet man ganz andere Standorte in Europa oder Deutschland, die den Indern attraktiver erscheinen könnten. Aber nein, Bremen und ganz speziell der Rhododendronpark soll es sein.

Bei näherer Betrachtung ist die Geschichte nachvollziehbar. Der Rhododendronpark ist Heimat für die zweitgrößte Rhododendron-Sammlung der Welt: Sie umfasst rund 600 Wildarten und circa 3250 verschiedene Sorten. Und wo befindet sich der Ursprung dieser Pflanze? „Es gilt als erwiesen, dass der Ursprung dieser unglaublich vielseitigen Pflanzengattung im südöstlichen Teil des Himalaja-Gebirges liegt“, versichert Michael Werbeck. Um den nicht frostharten Arten dieser ungewöhnlich anpassungsfähigen und verbreiteten Pflanzengattung Raum zu geben, eröffnete im Juni 2003 die Botanika – als weltweit einzigartiges Science-Center für Biodiversität.

Passend zu der Thematik befindet sich in der Botanika eine Sammlung von Gegenständen des buddhistischen Kulturkreises. Dazu gehört der einzige öffentliche Stupa in Deutschland, das Bauwerk, links vom Eingang, das Buddha und den Dharma symbolisiert und von Buddhisten traditionell im Uhrzeigersinn umrundet wird. Aber auch die Mani-Mauer, die Gebetsmühle mit 680 Millionen Mantras, die tibetischen Medizinthangkas und nicht zuletzt der größte liegende bronzene Buddha Europas.

All das sprach sich bis nach Neu Delhi ins Tibet House rum, und der damalige Direktor Lama Doboom Tulku machte sich auf den Weg in die Hansestadt, prüfte die Lage im Rhododendronpark und entschied: Bremen ist der geeignete Ort für den goldenen Friedens-Buddha in Europa. Einzige Auflage: Der Zugang zu der Statue muss kostenlos sein.

Das war 2009 und gleichzeitig der Startschuss für Michael Werbeck, sich um den geeigneten Standort im Park zu kümmern. Denn anders als der erste Friedens-Buddha, der im Yayanti-Park in Neu Delhi steht, muss der hiesige gegen Wind und Wetter geschützt sein. So lag der Gedanke nahe, ihn irgendwie in die Botanika einzubinden.

Gemeinsam mit dem Büro Schulze Pampus Architekten, so Werbeck, entstanden die Planungen für ein ‚Buddha-Haus‘, das sich links vom Eingangsbereich an das sogenannte Westhaus anschließen wird. Geplant ist eine lichte Glas-Stahl-Konstruktion, die sozusagen eine Verlängerung des Japanischen Gartens bildet, mit einem separaten Eingang.

Der Friedens-Buddha soll keine Kultstätte sein, sondern nur die Botschaft der Zusammengehörigkeit aller Wesen festigen – Frieden und Harmonie transportieren. Deswegen sollen die Statuen in Delhi, San Francisco, Johannesburg und Indien gleich aussehen und auch dieselbe Größe von 2,40 Meter Höhe haben – zusammen mit dem steinernen Podest kommt sie dann auf eine Gesamthöhe von 3,60 Meter.

Seit Dezember 2012 steht der „Europa-Buddha“ in Indien zur Abholung bereit. Aber leider fehlt das Geld: „Transport, Podest und natürlich das Gebäude werden zusammen rund 300 000 Euro kosten“, errechnete Michael Werbeck. Und dieses Geld kann nur durch Spenden aufgebracht werden.

Die werden nun in ganz Europa gesammelt. In der Botanika und im Buddhistischen Zentrum gibt es aktuelle Flyer, die über das Projekt und Spendenmöglichkeiten informieren. „Bis dato haben wir knapp ein Zehntel des Geldes zusammen. Aber wir verteilen jetzt deutschlandweit unsere Flyer und hoffen auf Mund zu Mund Propaganda in Europa“, sagt Michael Werbeck.

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