Schulgeschichte Friedensschule sucht historische Fotos

Bremen-Nord. Rund 2000 historische Fotos lagern im Archiv der Internationalen Friedensschule, die im Gustav-Heinemann-Bürgerhaus ansässig ist. Die Aktivisten um Gerd Meyer und Rolf Rübsam würden ihren umfangreichen Fundus an lokalgeschichtlichem Bildmaterial gern erweitern.
06.03.2010, 05:00
Lesedauer: 1 Min
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Friedensschule sucht historische Fotos
Von Jürgen Theiner

Bremen-Nord. Rund 2000 historische Fotos lagern im Archiv der Internationalen Friedensschule, die im Gustav-Heinemann-Bürgerhaus ansässig ist. Die Aktivisten um Gerd Meyer und Rolf Rübsam würden ihren umfangreichen Fundus an lokalgeschichtlichem Bildmaterial gern erweitern.

Besonders intensiv suchen sie nach Fotografien der Familie Jacob Wolffs, des letzten Vorstehers der jüdischen Gemeinde in Aumund, deren Synagoge von den Nationalsozialisten im November 1938 niedergebrannt wurde. Jacob Wolff hatte 1898 Rosa Freudenthal geheiratet. Aus der Ehe ging eine Tochter namens Erna hervor, die 1939 mit ihrem Mann Hermann Rosenbaum in die Niederlande emigrierte. Dort fiel sie später den Häschern des NS-Regimes in die Hände. Sie wurde 1943 im Konzentrationslager Sobibor ermordet. Ein Jahr zuvor war bereits ihr Vater Jacob Wolff im KZ Theresienstadt umgekommen.

Rolf Rübsam bittet ältere Vegesacker, die möglicherweise mit den Wolffs in Kontakt standen, um Hilfe bei der Beschaffung von Bildern der Familie. 'Denkbar wäre doch zum Beispiel, dass noch jemand Schulklassenfotos besitzt, auf denen Jacob oder Rosa Wolff zu sehen sind', hofft Rolf Rübsam. Möglicherweise seien die Wolffs auch zufällig auf Straßenfotos aus der Reeder-Bischoff-Straße zu erkennen. Sofern sich solches Material noch beschaffen lässt, würde Rolf Rübsam es gern zur Erweiterung seiner Dauerausstellung im Gemeindehaus der Alt-Aumunder Kirche verwenden. Die Ausstellung informiert über die Geschichte der Aumunder Synagogengemeinde.

Großes Interesse hat die Friedensschule auch an Aufnahmen aus dem Bereich der Arbeitslager, in denen die Nationalsozialisten ihre Zwangsarbeiter schuften ließen, unter anderem auf der Bahrsplate. Gerd Meyer geht davon aus, dass Anwohner das ein oder andere Foto gemacht haben könnten. Wer entsprechendes Material - auch leihweise - beisteuern möchte, kann sich unter der Telefonnummer 0421/662115 in der Friedensschule melden oder eine Nachricht an folgende E-Mail-Adresse senden: gerdmeyer@friedensschule-bremen.de.

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