Das Jobcenter Bremen erhält eine neue Leitung. Chefin der Hartz-IV-Behörde wird die frühere Staatssekretärin im Berliner Senat, Susanne Ahlers. Die Politikwissenschaftlerin, Jahrgang 1959, übernimmt die Führungsposition zum 1. April. Der Fünf-Jahres-Vertrag ihres Vorgängers Helmut Westkamp lief aus. Von der Möglichkeit, den Kontrakt um weitere ein bis zwei Jahre zu verlängern, wollte die Trägerversammlung des Jobcenters nach Informationen des WESER-KURIER keinen Gebrauch machen. In diesem Gremium sind die Bundesagentur für Arbeit und die Senatsressorts für Finanzen, Soziales und Wirtschaft vertreten. Die gemeinsame Trägerschaft aus Bund und Land für die Betreuung der Langzeitarbeitslosen existiert seit 2005 – zunächst firmierte sie unter der Bezeichnung Bagis, später dann in reformierter Gestalt als Jobcenter.
Obwohl die Doppelstruktur schon so lange besteht, knirscht es immer noch da und dort im Gebälk der Organisation. Bei der Neubesetzung des Chefpostens waren also nicht zuletzt kommunikative Talente gefragt, und mit denen kann Susanne Ahlers reichlich aufwarten. Sie betreibt seit 2008 eine Coaching-Agentur in Berlin, die nicht zuletzt professionelle Begleitung von Veränderungsprozessen anbietet. Zuvor war die neue Jobcenter-Chefin unter anderem Referatsleiterin in der schleswig-holsteinischen Landesregierung, Lehrbeauftragte an der Fachhochschule Kiel und Frauenbeauftragte der Stadt Wiesbaden. Von 2002 bis 2006 amtierte Ahlers als parteilose Staatssekretärin für Arbeit und Frauen in Berlin. In dieser Funktion war sie für Personal, Haushalt und Organisation des Senatsressorts verantwortlich.
Das Bremer Jobcenter ist eine der größten Behörden der Stadt mit rund 1000 Beschäftigten. Rund 70 000 Menschen beziehen von dort Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch II. Rund 80 Prozent aller Arbeitslosen in der Stadtgemeinde werden in den sechs Geschäftsstellen des Jobcenters betreut. Zur Dienstleistungspalette zählen neben der Arbeitsvermittlung auch die Qualifizierung und die Bereitstellung sogenannter Ein-Euro-Jobs. Außerdem zahlt die Behörde Hartz-IV-Unterstützung an Menschen, die ihren Lebensunterhalt nicht selbst bestreiten können.