Mädchen hätten am vergangenen Sonntag nach Afrika zurückfliegen sollen / Gastgeber schließt ein Verbrechen aus Fünf Fußballerinnen aus Nigeria verschwunden

Bremen. Fünf junge Nigerianerinnen aus Bremen sind seit dem Wochenende verschwunden. Auch am Montag fehlte noch jede Spur von ihnen, wie die Polizei bestätigte.
01.07.2014, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Fünf Fußballerinnen aus Nigeria verschwunden
Von Kristin Hermann

Fünf junge Nigerianerinnen aus Bremen sind seit dem Wochenende verschwunden. Auch am Montag fehlte noch jede Spur von ihnen, wie die Polizei bestätigte.

Die jungen Frauen im Alter zwischen 17 und 19 Jahren kamen im Januar nach Bremen, um hier beim TuS Komet Arsten Fußball zu spielen und das Leben in Deutschland kennenzulernen. Organisiert hat den Austausch der Pan-Afrikanische Kulturverein. Die Frauen hätten am vergangenen Sonntag nach Nigeria abreisen sollen, sagte eine Polizeisprecherin. Am Sonnabend seien sie aber nicht in ihre Gastfamilien zurückgekehrt.

„Wir haben sie nach einem Fußballspiel am Samstagabend noch in die Stadt gefahren“, sagte Christa Prätorius vom Pan-Afrikanischen Kulturverein. „Dort wollten sie vor ihrer Abreise noch letzte Besorgungen machen. Danach sind sie nicht wieder aufgetaucht.“ Christa Prätorius und ihr Mann Tala Awolola hatten zwei der fünf Mädchen bei sich unter gebracht.

„Wir gehen davon aus, dass sich die Mädchen der Rückreise entziehen wollen“, sagte die Polizeisprecherin. Zu den genauen Gründen des Verschwindens könnten derzeit jedoch keine Angaben gemacht werden.

Ein Verbrechen schließen die Gastgeber aus. „Die Mädchen wollten hier bleiben, um weiter Fußball zu spielen“, sagte Christa Prätorius. Sie hätten Angst gehabt, nach einer Rückkehr in ihr Heimatland nicht wieder nach Deutschland kommen zu können. „Sie wollten gerne Asyl beantragen“, so Prätorius.

In Nigeria hatten Extremisten Mitte April über 200 Schülerinnen entführt, von ihnen fehlt trotz intensiver Suche auch mit internationaler Hilfe bisher jede Spur. Das Land wird von der islamistischen Gruppe Boko Haram terrorisiert. Die in Bremen vermissten Fußballerinnen stammen aber aus dem friedlichen Süden Nigerias. Die Gasteltern glauben deshalb, dass Angst vor einer Entführung nicht das Motiv für das Untertauchen der Mädchen ist.

Ihre Gasteltern haben am Sonnabendabend vergeblich alle beliebten Anlaufstellen der jungen Frauen abgesucht. „Wir vermuten, dass sie Hilfe von außen gehabt haben. Irgendwo müssen sie ja schlafen und essen“, sagte Christa Prätorius. Ihre Handys hätten die fünf Mädchen am Sonnabend abgeschaltet.

Für alle Mädchen liegt eine Vermisstenanzeige vor; die Polizei sucht nach ihnen.

Falls sie bald gefunden werden, kommen sie nach Angaben der Innenbehörde zunächst zurück in ihre Gastfamilien, und es wird ein neuer Rückflug gebucht.

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