Fährschiffe befördern jedes Jahr knapp fünf Millionen Passanten von Stedingen nach Bremen und zurück Fünf schwimmende Brücken

Täglich setzen sich bis zu fünf Schiffe in Bewegung, um als "schwimmende Brücken" die Gemeinden Lemwerder und Berne mit dem Bremer Norden zu verbinden. Rund um die Uhr können sich Kunden zu Fuß oder mit ihrem Fahrzeug über die Bundeswasserstraße setzen lassen. Was treibt sie über die Weser? Die Arbeit? Ein Arztbesuch? Oder ein nächtlicher Kneipenbummel? DIE NORDDEUTSCHE fragt Fährgäste in loser Folge nach ihren Gründen, über die Weser zu fahren.
11.01.2012, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Fünf schwimmende Brücken
Von Barbara Wenke

Täglich setzen sich bis zu fünf Schiffe in Bewegung, um als "schwimmende Brücken" die Gemeinden Lemwerder und Berne mit dem Bremer Norden zu verbinden. Rund um die Uhr können sich Kunden zu Fuß oder mit ihrem Fahrzeug über die Bundeswasserstraße setzen lassen. Was treibt sie über die Weser? Die Arbeit? Ein Arztbesuch? Oder ein nächtlicher Kneipenbummel? DIE NORDDEUTSCHE fragt Fährgäste in loser Folge nach ihren Gründen, über die Weser zu fahren.

Lemwerder·Berne. Das Schmuddelwetter der vergangenen Wochen treibt die Fußgänger in die Fahrgasträume. Die Mehrzahl der Klappsitze ist zu den Stoßzeiten im Früh- und Feierabendverkehr besetzt. Im Sommer nehmen die Kunden auch gerne auf den an Deck aufgestellten Bänken Platz oder sonnen sich an der Reling.

Derzeit tut die bollernde Heizung im Inneren des Fahrgastraumes ihr Übriges. Vielen Kundinnen und Kunden steigt die Röte ins Gesicht. Im Raum ist es mollig warm. Doch es sind nur wenige Minuten bis sie wieder an die frische Luft müssen, so bleibt der Reißverschluss dicht, die Jacke bis zum Kinn geschlossen.

Draußen vor der Tür marschieren in dunkelblaue Allwetterkleidung gehüllte Männer von Auto zu Auto. Stürmischen Wind und peitschenden Regen sind sie gewohnt. Manchmal ist auch eine Kontrolleurin dabei. Das Fährpersonal blickt hinter Frontscheiben, um zu erkennen, ob die Wochen-, Monats- oder Jahreskarte noch gültig ist, oder klopft an Seitenfenster, um das Geld für eine Einzelkarte zu kassieren.

Verbindungen mit Tradition

13200 Personen und 5500 Fahrzeuge lassen sich täglich an den Fährstellen Vegesack-Lemwerder, Blumenthal-Motzen und Farge-Berne über die Unterweser setzen. In einem Jahr kommen so knapp fünf Millionen Menschen und zwei Millionen Fahrzeuge zusammen. Gäbe es die Fähren nicht, müssten Einwohner wie Touristen weite Umwege in Kauf nehmen, um die Weser über eine der Brücken nahe der Bremer Innenstadt oder durch den Tunnel im Norden der Wesermarsch zu queren.

Doch solche Wege müssen Passanten schon lange nicht mehr antreten, denn die Fährverbindungen in Höhe des Stedinger Landes haben eine lange Tradition. Andreas Bettray, Geschäftsführer der Fähren Bremen-Stedingen (FBS) GmbH, muss zwar Lücken in seiner Recherche bezüglich der Historie seines Arbeitgebers preisgeben: "Ob die Fähre zwischen Lemwerder und dem rechten Weserufer bereits im 13. Jahrhundert vorhanden war, kann nicht nachgewiesen werden." Aber urkundlich belegte Fakten würden darauf hindeuten, dass es vom Oldenburger Land her eine solche Verbindung schon sehr früh gegeben habe. Die Fährverbindung zwischen Lemwerder und Vegesack ist nach seinen Erkenntnissen schon im Jahr 1545 dort angelegt worden, wo sich heute der Vegesacker Hafen befindet. Auch zwischen Blumenthal und Motzen bestehe "seit undenkbaren Zeiten" eine Verbindung.

In Lemwerder war lange Zeit der Betrieb Niekamp dafür zuständig, Kunden vom einen Weserufer zum anderen zu bringen. Zwischen den Fährstellen in Berne und Farge verkehrte derweil die Schnelllastfähre Berne-Farge GmbH. Der Verbindung zwischen Blumenthal und Motzen hatte das Hauptzollamt Bremen-Sebaldsbrück 1881 seinen Segen gegeben. 1993 wurden die Betriebe zusammengefasst. Durch den Verbund entstand die Einheitsfährgesellschaft Fähren Bremen-Stedingen (FBS), deren Eigentümer beziehungsweise Gesellschafter die Freie Hansestadt Bremen und der Landkreis Wesermarsch sind. Viele Nutzer pendeln täglich über die Weser, um ihren Arbeitsplatz zu erreichen.

Andere fahren zum Arzt oder zu einem ausgedehnten Einkaufsbummel im Shoppingcenter. Die Gründe, die Fähre zu benutzen, sind so unterschiedlich wie die Kunden selbst. DIE NORDDEUTSCHE startet heute ihre Reihe "Fährgast", in der sie in loser Folge der Frage nachgeht, wen es warum zwischen Stedingen und Bremen-Nord über die Weser treibt.

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