Flohmarkt in der Straßburger Straße hat sich inzwischen aufs Quartier ausgeweitet / Immer neue Ideen Fundgrube vor der Haustür

Vor zehn Jahren haben knapp 20 Nachbarn ihre Flohmarktstände aufgebaut. Inzwischen folgen über 100 Anwohner der Straßburger Straße und aus den anliegenden Straßen dem Aufruf von Ulrike Ruß. Der Verkaufssonnabend vor der Haustür hat sich zu einem Happening gemausert.
02.06.2013, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Katharina Delling

Vor zehn Jahren haben knapp 20 Nachbarn ihre Flohmarktstände aufgebaut. Inzwischen folgen über 100 Anwohner der Straßburger Straße und aus den anliegenden Straßen dem Aufruf von Ulrike Ruß. Der Verkaufssonnabend vor der Haustür hat sich zu einem Happening gemausert.

Schwachhausen. "Wir waren 2004 in den USA, weil unsere Tochter dort ein Auslandsjahr gemacht hat. Da waren wir auf einem Straßenflohmarkt in New Orleans, und das war einfach so eine tolle Atmosphäre." Inspiriert durch dieses Erlebnis organisierte Ulrike Ruß bereits zum zehnten Mal den "Flohmarkt vor der Haustür" in der Straßburger Straße.

"Die Leute waren am Anfang sehr skeptisch, ihre Sachen einfach rauszustellen, das ist nicht sehr bremisch", sagt sie weiter. Doch was am Anfang noch kaum 20 Parteien aus einer Straße waren, sind inzwischen über 100 begeisterte Flohmarktverkäufer. Mittlerweile sind auch die anliegenden Straßen, wie die Geisbergstraße, Colmarer Straße, Elsasser Straße und Saarbrückener Straße dabei, wenn es wieder heißt: "Kommen Sie zum Bummeln, Stöbern, Entdecken, und Sie werden finden, was Sie schon lange gesucht haben". Diese Parole steht seit dem ersten Straßenflohmarkt in der Straßburger Straße auf jedem Flyer und hat mittlerweile Tradition.

Jedes Jahr verteilt Ulrike Ruß mit jährlich wechselnder Unterstützung Flyer, hängt ein Banner in der Straße auf und gibt Plakate an naheliegende Geschäfte. "Ich finde es schön, wenn die Leute rauskommen", sagt sie. Das Verkaufen überlasse sie aber lieber ihren Töchtern. Das Programm und was verkauft werde, sei jedem selbst überlassen. "Die Leute, die hier wohnen sind alle sehr individualistisch – es kommt, wie es kommt", sagt sie. "Ob nun jemand Bratwürste verkauft oder sich spontane Musiksessions entwickeln, wie zum Beispiel im letzten Jahr."

Die Anwohner der Straßburger Straße haben immer wieder neue Ideen. Die 18-jährige Leonie verkauft selbst gebackenen Kuchen und Kaffee. "Sonst habe ich immer meine Klamotten verkauft, aber die bin ich die letzten Jahre alle losgeworden."

Frauke Hotopp, die seit neun Jahren beim Straßenflohmarkt mitmacht, findet: "Es ist einfach eine willkommene Gelegenheit, den Keller aufzuräumen. Weil, zum Wegschmeißen sind die Sachen dann oft doch zu schade." Auch Kreativität sei immer gefragt. "Ein Jahr haben wir schon Rehbockgehörne verkauft", erzählt Frauke Hotopp weiter. "Mein Vater hatte die geschossen, man konnte die dann anmalen und als Garderobe benutzen." Ansonsten würden sich Fahrräder und Kinderkleidung immer gut zum Verkaufen eigenen. Das findet auch Nina Hilken. Sie kommt seit drei Jahren gerne zum "Flohmarkt vor der Haustür" und entdeckt immer schöne Dinge. "Wir wohnen hier in der Nähe, und meine Schwiegermutter schwärmte so von diesem Flohmarkt, deswegen sind wir das erste Mal hergekommen", sagt sie.

Jutta Diederichs wohnt erst seit zwei Jahren in der Straßburger Straße und fand die Idee vom Straßenflohmarkt sofort gut. "Von der Stimmung her ist es hier immer sehr nett. Ab neun Uhr bauen alle ihre Stände auf und verkaufen ihre Sachen. Und ich habe hier auch schon sehr schöne Dinge gekauft."

Im Anschluss an den Flohmarkt trafen sich viele noch bei Ulrike Ruß, da es nicht nur den 10. "Flohmarkt vor der Haustür", sondern auch das 25-jährige Wohnjubiläum der Familie Ruß zu feiern gab.

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