Streit um Ampelschaltung an der Kurfürstenallee in Bremen

Fußgänger und Radler müssen länger warten

Bremen. Die drei neuen Fußgängerampeln an der Kurfürstenallee sind Anlass für einen Dauer-Konflikt. Nach ADAC-Kritik sind die Schaltzeiten verändert worden. Nun müssen nach Ansicht der Grünen die Fußgänger zu lange stehen.
12.08.2011, 05:00
Lesedauer: 1 Min
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Fußgänger und Radler müssen länger warten
Von Michael Brandt
Fußgänger und Radler müssen länger warten

Radfahrer und Fußgänger müssen an der Kurfürstenallee jetzt länger warten.

Christina Kuhaupt

Bremen. Die drei neuen Fußgängerampeln an der Kurfürstenallee sind Anlass für einen Dauer-Konflikt. Vor der Sommerpause hatte bekanntlich der ADAC eine Untersuchung vorgelegt mit der Kernaussage, dass durch die Ampelschaltungen die Autos viel zu lange warten müssen und zurück bis zur Autobahn aufgestaut werden. Inzwischen hat das Amt die Ampelphasen verändert. Dadurch hat sich nach Ansicht der Grünen die Situation ins Gegenteil verkehrt: Nun müssen die Fußgänger zu lange stehen. Ein Sekunden-Streit.

80 Sekunden können eine lange Zeit sein - wenn man zu Fuß an einer Ampel wartet. "Statt nach wenigen Sekunden schalten die Ampeln für Fußgängerinnen und Radfahrerinnen jetzt nach bis zu 80 Sekunden auf Grün. Das ist deutlich zu lang", sagt der Verkehrspolitiker Ralph Saxe. Er fordert vom Amt für Straßen und Verkehr eine kurzfristige Nachbesserung, die an der Gleichberechtigung aller Verkehrsteilnehmer orientieren müsse.

Die umstrittenen Ampeln befinden sich auf Höhe der Carl-Severing-Straße, der Brandenburger Straße und der Metzer Straße. Sie waren im vergangenen Dezember als Teil des Verkehrskonzeptes für den Bremer Nordosten in Betrieb genommen worden. Der damalige Verkehrssenator Reinhard Loske (Grüne) hatte mehrfach betont, sie sollten die trennende Wirkung der Achse Kurfürstenallee/Richard-Boljahn-Allee für den Stadtteil aufheben.

Gleichzeitig wurde das Höchsttempo auf 50 reduziert. Während sich Bürger und Gruppierungen im Stadtteil immer wieder für die Ampeln ausgesprochen haben, gab es von der Handelskammer, aus der Wirtschaft und schließlich vom ADAC massive Kritik. Der Automobilclub hatte an drei Tagen im Mai die Zahl der Fußgänger, Radfahrer und haltenden Fahrzeuge gezählt und auf dieser Grundlage gefordert, die Ampel an der Carl-Severing-Straße wieder abzubauen. Dieser Übergang wird laut ADAC von täglich mehr als 550 Radfahrern und Fußgängern genutzt. An den beiden weiteren Ampel liegt die Zahl noch darüber.

Der Bürgerschaftsabgeordnete Saxe bezeichnet es als richtig, dass in der Zwischenzeit durch eine Neu-Schaltung auf die unnötigen Auto-Staus reagiert worden sei. Allerdings: "Bei der Neutaktung ist das Pendel zu sehr zu Gunsten des motorisierten Verkehrs ausgeschlagen." Vom ASV war gestern keine Stellungnahme zu erhalten.

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