ACHTUNG: DAZU GIBT'S NOCH EINEN TEXT Gabriele Bredow macht weiter

Gebete zum Himmel schicken und sich gleichzeitig in den irdischen Alltag einmischen – unter diesem Motto wird die alte und jetzt neu gewählte Vorsitzende der Bremer Arbeitsgemeinschaft Katholischer Frauen weiterarbeiten. Gabriele Bredow aus Hastedt, 1965 in Bremerhaven geboren, ist fest entschlossen, den eingeschlagenen Weg fortzusetzen.
02.03.2017, 00:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Hanni Steiner

Gebete zum Himmel schicken und sich gleichzeitig in den irdischen Alltag einmischen – unter diesem Motto wird die alte und jetzt neu gewählte Vorsitzende der Bremer Arbeitsgemeinschaft Katholischer Frauen weiterarbeiten. Gabriele Bredow aus Hastedt, 1965 in Bremerhaven geboren, ist fest entschlossen, den eingeschlagenen Weg fortzusetzen. Der nächste Anlass wird am Freitag, 3. März, der Weltgebetstag sein (siehe weiteren Beitrag auf dieser Seite). Christliche Frauen auf der ganzen Welt befassen sich jedes Jahr mit Ungerechtigkeiten in einem bestimmten Land und machen sie öffentlich. In Bremen ist die Beteiligung rege.

„Angefangen hat alles bei der Erwachsenenbildung im Zentrum für Arbeit und Politik. Da habe ich erkannt, was soziale Arbeit und Politik miteinander zu tun haben und was sie bedeuten.“ Da ist Gabriele Bredow in ihrem Element, ihre Augen leuchten: „Ich stehe für politische Themen!“

Von 2013 bis 2015 war die gelernte Rechtsanwaltsgehilfin Vorsitzende des Beirats Hemelingen, startet nun in eine zweite Amtszeit als Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Katholischer Frauen, wurde 2016 ins Deichamt für Hastedt gewählt und studiert nebenher Sozialwissenschaften. Das ist ein dickes Paket an ehrenamtlicher Arbeit für die Arbeitsgemeinschaft Katholischer Frauen. Die Arbeitsgemeinshaft Katholischer Frauen vertritt ein knappes Dutzend katholischer Sozialverbände und ist im Bremer Landesfrauenausschuss /Landesfrauenrat vertreten.

Und sie kann von spürbaren Erfolgen berichten: „Wir haben uns mit Anträgen beim Bremer Frauenausschuss gegen Sexismus in der Werbung eingesetzt, wir fordern gemeinsam mit dem BUND weniger Plastik – und sowohl die Handelskette Rewe als auch die Firma Rossmann haben reagiert. Oder nehmen Sie das Thema Kaffeebecher to go statt Wegwerfbecher. Mit vielen kleinen Schritten kann man schon etwas bewirken!“ Manchmal ist aber auch alle Mühe umsonst: „…dann bekommt man nicht mal eine Antwort.“ Als Erfolg verbucht Gabriele Bredow auch eine Reaktion der Bremer Straßenbahn AG auf die Anregung, das Personal in Bussen und Bahnen sensibel für Rüpeleien und Anmache in den Wagen zu machen: „ Die BSAG hat sich gemeldet, und es kamen tatsächlich entsprechende Durchsagen. Sie nehmen es ernst!“

Die To-do-Liste der katholischen Frauen ist aber noch länger: „Es geht uns zum Beispiel um die Feiertage: Wir sind gegen Sonntagsarbeit, sind aber auch kompromissbereit. Freie Tage sind wichtig für alle, um mal zu verschnaufen. Wir behandeln das Thema auch im Arbeitskreis Christen in der SPD.“ Kinderehen sind ein neues, ganz großes Thema: „Die Kinderrechte und unser Jugendschutzgesetz sind da eindeutig, dazu sollten wir auch stehen!“ Auch das neue Bremer Bestattungsrecht, Stichwort „Omas Urne im Schrank“, ist für die Arbeitsgemeinschaft nicht tragbar: „Das sehen wir anders – wir haben bereits Referenten eingeladen, um uns zu informieren. Und wie geht man in anderen Kulturen mit dem Thema um? Wir bleiben dran!“

Für den Weltgebetstag 2017 arbeiten die katholischen Frauen mit der Evangelischen Frauenarbeit eng zusammen. Gottesdienste, Vorbereitungen und Diskussionen laufen gemeinsam. Auch das Jubiläum „500 Jahre Reformation“, mit dem nicht nur in Deutschland Protestanten an die im Oktober 1517 veröffentlichten 95 Thesen Martin Luthers erinnern, geht an den Katholikinnen nicht spurlos vorbei. „In meiner Kinder- und Jugendzeit gab es für mich die Reformation gar nicht“, sagt Gabriele Bredow und lacht. Und heute setzen sich die katholischen Frauen für die Einführung des Reformationstages als Feiertag ein. Sie selbst, sagt Gabriele Bredow, habe sich bereits 1990 der Ökumene angeschlossen: „Wir werden uns jetzt mit einbringen und insofern haben wir uns auch reformiert.“ Was Katholikinnen in Bremen mit ihren Schwestern von der evangelischen Frauenarbeit verbindet, fasst Gabriele Bredow so zusammen: „Sitz ich in der Kirche und bete, oder mische ich mich politisch ein? Beides!“

„Ich stehe für politische Themen.“ Gabriele Bredow
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