Lokaltermin – Essen zwischen zwölf und zwei

Gallo Nero: Gut, aber nicht günstig

Im Windschatten der Schlachte hat sich vor sieben Jahren ein italienisches Restaurant an einer Stelle etabliert, an der zuvor mehrere Italiener gescheitert sind. Das Gallo Nero hat im Unterschied zu seinen Vorgängern durchgehalten.
24.11.2016, 00:00
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Von Karina Skwirblies
Gallo Nero: Gut, aber nicht günstig

Inhaber Dusko Maksimovic präsentiert einen Antipastiteller und Büffelmozzarella.

Christina Kuhaupt

Im Windschatten der Schlachte hat sich vor sieben Jahren ein italienisches Restaurant an einer Stelle etabliert, an der zuvor mehrere Italiener gescheitert sind. Das Gallo Nero hat im Unterschied zu seinen Vorgängern durchgehalten.

Die Einrichtung des Restaurants ist exquisit. Edle Weine zieren freundlich gelb gestrichene Wände, dunkle Sitzgelegenheiten und festlich eingedeckte Tische tun ihr Übriges. Das Gallo Nero ist stilvoll und elegant. Es bietet sich als gehobene Einkehr für Bremen-Touristen vorzüglich an. Für einen günstigen Mittagstisch ist es dagegen kaum geeignet.

Denn das Gallo Nero hat keine Mittagskarte. Ein preiswertes Tagesgericht, vor sieben Jahren noch angeboten, gibt es nicht mehr. Und die Speisen auf einer Tafel, die uns der Kellner eilfertig hinstellt, kosten ab 15 Euro aufwärts. Wer jedoch das nötige Kleingeld hat, wird hier vorzüglich und außerordentlich schnell bedient. Für eine schnelle Mittagspause ist das Gallo Nero hervorragend, denn der Service ist an Schnelligkeit kaum zu toppen.

Wir wenden uns der regulären Speisekarte zu. Ein Salat mit frischem Ziegenkäse und Parmaschinken oder Vitello Tonato, Kalbsrücken mit Thunfischpaste, für je 12,50 Euro sind die günstigsten Gerichte. Außerdem gibt es Carpaccio vom argentinischen Angusrind (13,50 Euro), Bandnudeln mit Seeteufel (14,50 Euro), Meeresfrüchten (16 Euro), Rinderfiletspitzen (13,50 Euro), Kalbsrouladen (22 Euro) oder Kalbsmedallions (21 Euro).

Ich entscheide mich für Tagliatelle con Coda di Rospo, also hausgemachte Bandnudeln mit frischem Seeteufel und Zucchini in aromatisierter Kirschtomatensoße, garniert mit frischen Kräutern. Mein Kollege wählt Papardelle con Filetto e Funghi, hausgemachte breite Bandnudeln mit Rinderfiletspitzen und frischen Austernpilzen in aromatisierter Kirschtomatensoße, garniert mit Parmesan und frischen Kräutern.

Eine Getränkekarte gibt es nicht

Bei den Getränken müssen wir aufs Geratewohl bestellen, denn eine Getränkekarte gibt es nicht, was gegen die Auszeichnungspflicht verstößt. Kaum haben wir bei einem der beiden routinierten Kellner, die uns bedienen, bestellt, erhalten wir jeweils ein Bruschetta, krosses Weißbrot mit Tomaten angerichtet. Es ist lecker und frisch zubereitet, doch leider etwas kalt.

Im Handumdrehen sind die Hauptspeisen da, appetitlich und frisch, mit Thymian und Basilikum garniert. Die hausgemachten Nudeln im Gallo Nero sind hervorragend von der Qualität und auch perfekt gekocht. Was nicht so harmoniert, ist die aromatisierte Kirschtomatensoße, die sich bei den beiden Gerichten kaum unterscheidet und weder zu den Rinderfiletspitzen noch zum Seeteufel so wirklich passt.

Dennoch bin ich von meinem Essen begeistert. Der Fisch ist ausgezeichnet zubereitet und reichlich vorhanden. Frische Tomaten und nicht ganz so viele Zucchini runden das Gericht sehr gut ab.

Die Rinderfiletspitzen munden meinem Kollegen ebenfalls hervorragend, auch wenn das Fleisch etwas zarter sein könnte. Sowohl der Parmesan als auch die Austernseitlinge bringen ein wunderbares Aroma in sein Essen. Insgesamt sind wir sehr zufrieden, wenn wir auch tiefer ins Portemonnaie greifen müssen als sonst.

Gallo Nero, Heimlichenstraße 1, 28195 Bremen, Telefon 9579958, montags bis freitags von 12 bis 14.30 Uhr. Getränkepreise: Espresso 2,40 Euro, Wasser (0,25 l) 2,10 Euro, Softdrinks (0,2 l) 2,20 Euro, Bier (0,3) 3,20 Euro, Wein (0,2 l) ab 5,50 Euro.

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