Pferderennen in Bremen am 22. Oktober

Galopprennbahn in der Vahr doch noch nicht vor dem Aus?

Auf der Galopprennbahn in der Vahr gibt es am 22. Oktober ein weiteres Pferderennen. Kommt danach das Aus? Die Stadt will dort Wohnungen bauen, doch eine Initiative hat 5000 Unterschriften gesammelt.
19.08.2017, 18:49
Lesedauer: 2 Min
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Galopprennbahn in der Vahr doch noch nicht vor dem Aus?
Von Jürgen Hinrichs
Galopprennbahn in der Vahr doch noch nicht vor dem Aus?

Beim Renntag am 18. Juni war die Anlage in der Vahr sehr gut besucht. Rund 5200 Menschen verfolgten das Geschehen auf der Grasbahn.

Christina Kuhaupt

Nun laufen sie doch weiter, vorerst jedenfalls: Auf der Galopprennbahn in der Vahr werden in diesem Jahr noch einmal Pferde unterwegs sein, nachdem es lange Zeit so ausgesehen hatte, als ob der Renntag im Juni der letzte gewesen wäre. „Trotz vieler Spekulationen und anhaltender Gespräche mit der Stadt über eine Zukunft nach der Kündigung des Pachtvertrages hat es der Bremer Rennverein geschafft, einen zusätzlichen Renntag in der laufenden Saison auf die Beine zu stellen“, heißt es in einer Mitteilung von German Racing vom Sonnabend. Die Organisation mit Sitz in Köln ist die Dachmarke des Galopprennsports in Deutschland. Zusammen mit dem Rennverein hat sie den 22. Oktober als Termin für den sogenannten Erntedank-Renntag festgelegt. Bisher hatte es auf der Bahn in der Vahr in diesem Jahr lediglich drei Rennen gegeben, nun kommt ein viertes hinzu. Für gewöhnlich sind es sechs Veranstaltungen pro Jahr.

Golfclub besitzt Pachtvertrag bis 2034

Dem Rennverein war zum Ende dieses Jahres von der Stadt der Pachtvertrag gekündigt worden. Möglich wurde diese Sonderkündigung, weil es in dem Vertrag eine Klausel gibt, wonach Bremen jeweils mit Frist zum Ende des folgenden Jahres auf das Gelände zugreifen kann, wenn es dort Häuser bauen lassen will und die parlamentarischen Gremien dazu verbindliche Beschlüsse gefasst haben. Das ist Ende vergangenen Jahres geschehen.

Ein Hindernis für die Pläne gibt es dennoch. Der Golfclub mit seiner Neun-Loch-Anlage im Inneren des Renn-Ovals besitzt einen Pachtvertrag bis zum Jahr 2034. Er ist unkündbar, und der Club hat früh signalisiert, nicht weichen zu wollen. Zurzeit laufen Verhandlungen zwischen der Stadt und dem Verein, der zum süddeutschen Unternehmen Golf-Range gehört. Bremen hofft, den Club aus dem Vertrag herauskaufen zu können, müsste dafür aber einen Millionenbetrag lockermachen.

Bürgerinitiative sammelt 5000 Unterschriften

So oder so wird es sich voraussichtlich noch hinziehen, bis die Bagger rollen. Der Stadt ist das bewusst, sie muss nach der Nachricht von Sonnabend geradezu erleichtert sein. „Wir haben nichts dagegen, wenn der Rennverein weiter Rennen veranstaltet“, hatte Dirk Kühling, Abteilungsleiter beim Senator für Wirtschaft, im Juni gesagt. Denkbar sei das auch für die kommenden ein oder zwei Jahre. „Wir sind für eine vernünftige Zwischennutzung, das Gelände darf und wird nicht verkommen.“ Daniel Krüger, Vizepräsident des Bremer Rennvereins, wird in der Mitteilung von German Racing so zitiert: „Wir hoffen auf Zustimmung, die Rennbahn in Bremen am Leben zu erhalten und damit auch den deutschen Rennsport vor allem im Norden weiter zu fördern. Wir stehen zudem in Verhandlungen mit der Stadt für das nächste Jahr.“

Gegen die geplante Bebauung des Rennbahngeländes hat eine Bürgerinitiative in den vergangenen Monaten Unterschriften gesammelt. Die Liste mit 5019 Namen wird am Dienstag Christian Weber übergeben, dem Präsidenten der Bremischen Bürgerschaft. Damit soll es aber nicht getan sein. „Wir prüfen, ob wir ein Volksbegehren starten und werden dazu in den nächsten ein bis zwei Monaten eine Entscheidung treffen“, sagt Andreas Sponbiel, Sprecher der Initiative. Es sei nicht einzusehen, warum so ein tolles Areal für eine verfehlte Wohnungsbaupolitik geopfert werden solle.

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