Kanusportfreunde boten am "Tag des offenen Rasens" der BTV Schnupperpaddeln an Ganz schön flott im Drachenboot

Peterswerder. "In Auslage! Fertig! Los!", schallt es über die Weser, und bei Los tauchen noch ziemlich asynchron die Paddel in das Wasser. Mit Trommel und Steuermann versuchen sich ein paar Besucher des Vereins KanuSport-Freunde in der Pauliner Marsch im Drachenbootfahren.
04.07.2011, 05:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Christian Hasemann

Peterswerder. "In Auslage! Fertig! Los!", schallt es über die Weser, und bei Los tauchen noch ziemlich asynchron die Paddel in das Wasser. Mit Trommel und Steuermann versuchen sich ein paar Besucher des Vereins KanuSport-Freunde in der Pauliner Marsch im Drachenbootfahren.

Während des "Bunten Rasens" der Bremer Turnvereinigung von 1877 (BTV) hatten die Kanufreunde zu Schnupperpaddeln und der Taufe 13 neuer Boote eingeladen. Besucher hatten die Möglichkeit, sich in einem Zweierkajak unter fachkundiger Begleitung einweisen zu lassen, oder mit besagtem Drachenboot ein Stück auf der Weser zurückzulegen. Bei 30 Schlägen pro Minute kam dabei so mancher ins Schwitzen und bedauerte es, vor Konzentration gar nicht die Aussicht genießen zu können.

Reger Zulauf

Wer sich nicht auf die Fluten wagte, konnte sich das voll gepackte Bootshaus ansehen und sich über den Verein informieren, was auch viele taten. "Wir haben regen Zulauf", freute sich Norbert Köhler, der Vorsitzende des Vereins. Der eigentliche Höhepunkt aber war die Taufe der neuen Boote, die die alten ersetzen sollen. "Noch nie haben wir so viele Bootstaufen auf einmal gehabt", sagte Köhler. Bei einem Anschaffungspreis von 1000 bis 1500 Euro musste eine stattliche Summe aufgebracht werden. Werder Bremen hatte 500 000 Euro an die Bürgerstiftung überwiesen, und die Stiftung schüttete das Geld an die Vereine in der Pauliner Marsch aus. Auch die Kanusportfreunde bekamen eine Finanzspritze für den Kauf der Boote.

Die Spende von Werder Bremen signalisiere auch einen neuen Umgangston der Vereine in der Pauliner Marsch miteinander, betonte Hubertus Hess-Grunewald, der Stellvertretende Vorstandsvorsitzende von Werder Bremen und Taufpate mehrerer Kajaks. Seitdem es den Runden Tisch Pauliner Marsch gebe, sei die Verständigung zwischen den Vereinen viel besser geworden, ist sein Eindruck.

Auch Norbert Köhler sprach über die gute Zusammenarbeit mit den anderen Vereinen und besonders mit der Bremer Turnvereinigung, auf deren Gelände das neue Bootshaus der Kanusportfreunde gebaut werden soll. Taufpatin für die neuen Schulungskajaks Columbus und Magellan war denn auch Hannelore Schütt von der BTV.

Bei allem guten Einvernehmen, das an dem Tag demonstriert wurde, bedauerte es Köhler, dass es immer noch keinen Dachverband der Vereine in der Pauliner Marsch gebe. Dies bleibe ein Ziel.

Die 5,54 Meter langen Einerkajaks Peterswerder, Lemwerder und Bodenwerder wurden von Hubertus Hess-Grunewald getauft. Bei Werder Bremen habe man es mit Wohlwollen aufgenommen, dass keines der Boote Finkenwerder heiße, das ja eine Nähe zu einem bestimmten Konkurrenzverein habe, scherzte der Taufpate.

Der 1983 gegründete Verein hat 250 Mitglieder und 100 eigene Boote. Mit den frisch getauften Schulungsbooten werden in Zukunft neue Vereinsmitglieder ihre ersten Schläge auf dem Wasser machen können. Nachwuchsprobleme jedenfalls haben die Kanufreunde nicht. "Wir sind ein Verein mit einer traditionell starken Jugendarbeit", sagt Norbert Köhler. Die Jugendlichen hätten einen sehr großen selbstverwalteten Freiraum im Verein. "Dadurch haben wir eine große und aktive Jugendgruppe."

Mit Marie und Julia hat der Verein auf jeden Fall motivierten Nachwuchs in seinen Reihen. Die beiden Elfjährigen aus dem Peterswerder sind gerade seit gut einem Monat bei den Kanusportfreunden und haben nach einer Fahrt erst mal ein Bad in der Weser genommen. "Ich habe das bei einem Kenterkurs an der Uni gesehen und habe Julia Bescheid gesagt", erzählt Marie, wie sie und Julia zu dem Verein gefunden haben. In einem Kanukurs hätten sie und ihre Freundin schon alles gelernt. "Uns gefällt hier alles, und es sind auch noch andere Kinder hier", sagt Marie. An einer Jugendwanderfahrt teilzunehmen, können sich die beiden Mädchen vorstellen. "Die Jugendwanderfahrt dauert meist eine Woche und findet auf der Oberweser statt. Sie wird von den Jugendlichen selbst organisiert, und sie haben da immer sehr viel Spaß dran", sagt Christian Kantak aus Borgfeld, der erste Jugendwart der Kanusportfreunde.

Näheres: KanuSport-Freunde, Richard-Jürgens-Weg 1, www.kanusportfreunde.de.

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