Behörde hat keinen Ersatz für Erzieherinnen-Ausfall an Schule Düsseldorfer Straße Ganztagsschule endet mittags

Blockdiek. Eigentlich sollten Kinder in der Ganztagsschule, wie der Name schon sagt, den ganzen Tag über betreut werden. Doch das gelingt nicht immer: Wenn ein Erzieher langfristig ausfällt, gibt es dafür selten eine Vertretung: Die Kinder werden dann einfach nach Hause geschickt. Diese Erfahrung mussten nun die Eltern einer vierten Klasse an der Grundschule Düsseldorfer Straße machen - und waren davon alles andere als begeistert. Auch das Bildungsressort weiß um das Problem. Eine Lösung hat es allerdings nicht.
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Von Melanie Öhlenbach

Blockdiek. Eigentlich sollten Kinder in der Ganztagsschule, wie der Name schon sagt, den ganzen Tag über betreut werden. Doch das gelingt nicht immer: Wenn ein Erzieher langfristig ausfällt, gibt es dafür selten eine Vertretung: Die Kinder werden dann einfach nach Hause geschickt. Diese Erfahrung mussten nun die Eltern einer vierten Klasse an der Grundschule Düsseldorfer Straße machen - und waren davon alles andere als begeistert. Auch das Bildungsressort weiß um das Problem. Eine Lösung hat es allerdings nicht.

Cindi Tuncel staunte nicht schlecht, als seine Tochter Ende Oktober einen Brief aus der Schule mitbrachte: Da die Erzieherin der Klasse für vier Wochen ausfalle, sollten die Kinder bereits um 13.30 Uhr nach Hause gehen, schreibt die Direktorin der Grundschule Düsseldorfer Straße, Dorothea Ilsen. Einen Ersatz für die wegfallende Ganztagsbetreuung gebe es nicht. 'Ich dachte, ich lese nicht richtig', erinnert sich der Vater.

Bereits ab dem folgenden Tag sei die Nachmittagsbetreuung weggefallen. 'Das ist der Hammer. Wie sollen die Eltern das so schnell organisieren?' Die Tochter freute sich über den verkürzten Schultag - die Eltern mussten sich etwas einfallen lassen, den Tagesablauf umstrukturieren und Termine verschieben. 'Wir haben uns darauf verlassen, dass unsere Tochter später nach Hause kommt.'

Zwar kann Tuncel verstehen, dass die Schule aus pädagogischen Gründen die Mädchen und Jungen nicht 'von täglich wechselnden Vertretungskräften betreuen' lassen will, wie es in dem Schreiben der Direktorin heißt. Dass die Bildungsbehörde jedoch auf einen solch langfristigen Ausfall nicht vorbereitet ist, kann und will er nicht begreifen.

Nicht nur wegen seiner Tochter - dem Vater, der im Beirat Osterholz für die Linke aktiv ist, geht es auch ums Prinzip. 'Die Öffentlichkeitsarbeit für die Ganztagsschule läuft gut, aber im Alltag sieht es anders aus', kritisiert er. Schließlich gebe es viele Eltern, die ihren Nachwuchs aus verschiedenen Gründen zu Hause nicht betreuen oder unterstützen könnten. 'Gerade für Kinder, die einen bestimmten Nachholbedarf haben, ist eine verlässliche, regelmäßige Förderung wichtig', sagt er.

Also rief Tuncel den im Bildungsressort zuständigen Sachbearbeiter an und beschwerte sich. Wenige Tage darauf kam Tuncels Tochter dann wieder mit einem Brief nach Hause: Die Kinder sollten nach dem Mittagessen auf verschiedene Gruppen aufgeteilt werden, falls sie nicht zu Hause betreut werden könnten. 'Ausreichende Vertretungskräfte stehen uns leider nicht zur Verfügung, um die Kinder wie bisher in einer Gruppe beschulen zu können', schreibt die Direktorin.

Eine Notlösung, über die Tuncel nicht glücklich ist: Seine Tochter kommt weiterhin früher nach Hause. 'Ich wünsche mir, dass es für solche Ausfälle künftig eine Lösung gibt, damit die Kinder zusammen betreut werden können und die Familien sich nicht immer auf neue Situationen einstellen müssen', sagt er.

Ein Wunsch, den das Bildungsressort derzeit nicht erfüllen kann. Zwar sei das Problem bekannt, aber 'wir haben keine Feuerwehr', gibt Pressesprecherin Karla Götz zu. 'Das gibt die Personallage im Moment nicht her. Wir sind sprichwörtlich ganz dicht auf Naht genäht und können uns keine größeren Ausfälle leisten.'

Ein Grund ist ihrer Ansicht nach der Fachkräftemangel. Viele Pädagogen seien derzeit im Kindertagesstätten-Bereich eingesetzt, sagt Karla Götz. Und fügt hinzu: 'Wir können uns die Erzieher nicht backen'.

Einfach so abtun will das Bildungsressort das Problem allerdings nicht: Anfang kommenden Jahres soll die Betreuung auf einem Fachtag 'Ganztagsschule' mit den Schulen, den zuständigen Trägern und mehreren Experten diskutiert werden, kündigte die Pressesprecherin des Bildungsressorts an.

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