45 Denkmale am Sonntag geöffnet Gebäude mit herbem Charme

Bremen (ssu). Der Liebreiz des Alten ist oft ins Licht gerückt worden. In diesem Jahr dagegen richtet der Tag des offenen Denkmals am kommenden Sonntag den Blick besonders auf unbequeme Bauten.
05.09.2013, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Gebäude mit herbem Charme
Von Sara Sundermann

Der Liebreiz des Alten ist oft ins Licht gerückt worden. In diesem Jahr dagegen richtet der Tag des offenen Denkmals am kommenden Sonntag den Blick besonders auf unbequeme Bauten. Im Zentrum stehen denkwürdige Orte, an denen man Anstoß nehmen kann und Gebäude mit herbem Charme, die nicht unbedingt als ästhetisch gelten. „Jenseits des Guten und Schönen“ – unter diesem bundesweiten Motto öffnen sich in Bremen 45 denkmalgeschützte Orte und zeigen ihr Inneres.

An unbequemen Bauten hat Bremen einiges zu bieten, insbesondere den Bunker Valentin, der seit 2005 unter Denkmalschutz steht. Hier findet auch die Eröffnung des Aktionstags mit Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) und Bürgermeister Jens Böhrnsen (SPD) statt. „Der Bunker Valentin ist Bremens schwierigstes Denkmal“, sagte Georg Skalecki, Leiter des Landesamtes für Denkmalpflege. „Er steht für den unsäglichen Versuch, das Ruder in diesem furchtbaren Krieg noch herumzureißen, als es schon gar nicht mehr möglich war, und er steht für das Leid der Zwangsarbeiter, die ihn bauen mussten.“

Der Blick auf das Ringen um die Zukunft des Bunkers zeige, wie unbequem die Existenz dieses Erbstücks immer noch sei, betont Thomas Köcher, Leiter der Landeszentrale für politische Bildung: „Lange wurde der Bunker militärisch genutzt, später gab es Pläne, ihn wegzubomben, ihn zu versenken oder mit Sand zu überschütten“, sagt Köcher. „Erst jetzt ist er allmählich auf dem Weg, zur Gedenkstätte zu werden.“

Auch Orte der Nachkriegszeit sind am Sonntag geöffnet: Zum Beispiel die in den 70er-Jahren errichtete Tiefgarage Sedanplatz in Vegesack. Sie kündet vom Kalten Krieg und ist Bremens größte Schutzraumanlage. Im Fall eines tatsächlichen Angriffs hätte allerdings nur ein kleiner Teil der Bevölkerung überhaupt Schutz in Bunkern gefunden. Unter dem Sedanplatz ist noch die komplette Ausstattung mit Betten, Duschen, Schutzmasken und Notpaketen zu sehen. Für die Besichtigungsführung am Sonntag muss man sich anmelden.

Anmelden muss man sich auch für zwei weitere besonders interessante Denkmal-Einblicke: Zum einen für die Bremer Wollkämmerei in Blumental, die heute zum Teil ein Oldtimerzentrum beherbergt. Zum anderen aber auch für die Silberwarenfabrik Koch & Bergfeld in der Neustadt, die als schmuckes Industriedenkmal ihre alten Maschinenhallen öffnet und ihre Pressmaschinen für die Silberprägung zeigt. Auch im Hafen öffnen sich Industriebauten wie der Schuppen Eins: Ein Speicher, der von Bremens Hafengeschichte erzählt.

Das komplette Programm für Bremen finden Sie unter www. denkmalpflege.bremen.de.

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