Informatiker der Uni Bremen entwickeln 3-D-Straßenansichten Gebäude vermessen via Internet

Bremen. Das Prinzip kennen die meisten von Google Earth und Street View: Städte und ihre Sehenswürdigkeiten kann man sich im Netz genau anschauen. An der Uni Bremen wird eine Software entwickelt, mit deren Hilfe man Räume im Netz auch gleich vermessen kann.
16.02.2010, 09:36
Lesedauer: 1 Min
Zur Merkliste
Gebäude vermessen via Internet
Von Iris Hetscher

Bremen. Das Prinzip kennen die meisten von Google Earth und Street View: Städte und ihre Sehenswürdigkeiten kann man sich im Netz genau anschauen. An der Uni Bremen wird eine Software entwickelt, mit deren Hilfe man Räume im Netz auch gleich vermessen kann.

Wissenschaftler des Technologiezentrums Information und Informationstechnik (TZI) der Universität Bremen arbeiten dazu mit den Unternehmen "Panolife" aus Bremen und IGI mbH aus Kreuztal zusammen. Die Idee dahinter: Außer der 3-D-Visualisierung hoch aufgelöster Panoramafotos von Landschaften, Straßenzügen und Gebäuden sollen noch zusätzliche Möglichkeiten geboten werden. Frederic Pollmann, Mitarbeiter des Projekts: "Architekten oder Stadtplaner können dann direkt in den Ansichten Messungen vornehmen, es braucht niemand mehr hinzufahren."

Außerdem könnten 3-D-Modelle in Panoramafotos eingefügt werden: Ist eine Baulücke zu sehen, könnte man virtuell ein passendes Gebäude hineinsetzen. Spezielle Software soll man dafür nicht auf seinem Computer installieren müssen: "Wir möchten, dass jeder das ganz einfach auf seinem PC mit dem Flashplayer nutzen kann", sagt Pollmann. Für das Vermessungsgerät sorgt die IGI mbH, die auf die Integration mobiler Datenerfassungssysteme spezialisiert ist: ein Laserscanner, eine Spezialkamera und ein Positionierungssystem werden in ein Spezialfahrzeug eingebaut.

Das Projekt ist auf zwei Jahre angelegt und wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung mit 500.000 Euro gefördert. Am TZI entstehen in diesem Zusammenhang zwei Arbeitsplätze, ebenso bei dem Bremer Unternehmen Panolife. Die Firma, die Ende 2008 gegründet wurde, beschäftigt mittlerweile elf Mitarbeiter.

Viel Wert werde auf den Datenschutz gelegt, betont Milad Dana, Geschäftsführer der Firma Panolife: "Wir kennen die Vorwürfe gegen Google Street View". Daher werde nur Material verwendet, bei dem vorher beispielsweise Autokennzeichen geschwärzt und Gesichter unkenntlich gemacht wurden. Panolife investiere in das neue Geschäftsfeld 200.000 Euro - Zielgruppen für die Firma seien unter anderem Planungsämter, Architekten oder Sicherheitsfirmen.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+