Zwiesprache Lyrik wird unter der neuen Leitung von Gerhard Zacharias fortgesetzt / Auftakt Sonntag im Kukoon „Gedichte verzaubern an vielen Orten“

„Frühling lässt sein blaues Band wieder flattern durch die Lüfte!“ heißt es in dem berühmten Gedicht „Frühling“ von Eduard Mörike. Gleiches gilt für das blaue Band der Poesie, das in dem Projekt „Zwiesprache Lyrik“ ab Sonntag, 8. März, wieder durch Bremen weht. Nach einer längeren Phase des Suchens hat die Initiatorin und das langjährige Gesicht der Lyrik-Reihe, Heide Marie Voigt, mit Gerhard Zacharias einen Nachfolger gefunden. Er hat nun teilweise die Leitung des inter- und soziokulturellen Projektes übernommen.
05.03.2015, 00:00
Lesedauer: 4 Min
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Von Sigrid Schuer

„Frühling lässt sein blaues Band wieder flattern durch die Lüfte!“ heißt es in dem berühmten Gedicht „Frühling“ von Eduard Mörike. Gleiches gilt für das blaue Band der Poesie, das in dem Projekt „Zwiesprache Lyrik“ ab Sonntag, 8. März, wieder durch Bremen weht. Nach einer längeren Phase des Suchens hat die Initiatorin und das langjährige Gesicht der Lyrik-Reihe, Heide Marie Voigt, mit Gerhard Zacharias einen Nachfolger gefunden. Er hat nun teilweise die Leitung des inter- und soziokulturellen Projektes übernommen.

„Gedichte verzaubern an vielen Orten“, stellt Gerhard Zacharias mit Freude fest. Er hat die Leitung des inter- und soziokulturellen Projektes „Zwiesprache Lyrik“ teilweise von der Initiatorin Heide Marie Voigt übernommen. Vor seiner Pensionierung war Zacharias zuletzt Studiendekan im Fachbereich Sozialwissenschaften an der Universität Bremen. Von daher verfügt er noch über gute Kontakte zu Studierenden, die gemeinsam mit ihm und Angelika Sinn vom Literaturkontor Bremen ein Netzwerk bilden.

Zacharias’ Ziel ist es, unter dem Titel „Zwiesprache Lyrik“ einen Verein zu gründen und bis zum Herbst 20 Mitglieder zu gewinnen. „Wir möchten auch einen Unterstützerkreis aus den Bereichen Kultur, Zivilgesellschaft, Wirtschaft und Politik gewinnen“, betont er. „Außerdem wollen wir die Kooperationen ausbauen, beispielsweise mit dem Institut français, dem Instituto Cervantes und dem Rat für Integration.“

Doch schon jetzt können sich Lyrikfreunde und solche, die es werden wollen, auf ein facettenreiches Programm rund um das Thema Lyrik freuen. Der Eintritt ist zu allen Veranstaltungen frei.

Die Auftaktveranstaltung für die aktuelle Auflage „Zwiesprache Lyrik“ 2015 ist am Sonntag, 8. März, um 20 Uhr im neu gestalteten Kulturcafé Kukoon, Buntentorsteinweg 29. Unter dem Titel „feinkOsten“ lesen Martin Baljak, Saskia Bücker, Helge Hommers, Irakli Khistovani, Gianna Lange und Katharina Mevissen ihre Gedichte, die aus dem Osten kommen oder in den Osten führen. Serviert wird lyrische Feinkost auf Serbisch, Georgisch, Platt und Deutsch, umspielt von Cello-Klängen aus dem Osten.

Besonders gespannt ist Gerhard Zacharias aus dem Fesenfeld auf die Veranstaltung am Sonnabend, 14. März, um 19 Uhr, die ebenfalls im Kukoon läuft. Unter dem Titel „Mit allen Ohren hören & mit beiden Händen sprechen“ bieten Doris Geist und Katharina Mevissen, die Internationale Literaturwissenschaften studiert, eine mehrsprachige Gebärdenpoesie-Performance.

„Es wird ein Abend sein, an dem Lautsprache in Bewegung kommt und Gedichte zwischen Laut- und Gebärdensprache übersetzt werden“, so Zacharias. Doris Geist ist von Geburt an gehörlos. Sie leitet als Gebärdensprachdozentin die Sprachschule „Gebärdenfreunde“.

In Bremen-Nord veranstaltet Heide-Marie Voigt an diesem Abend des 14. März ab 18 Uhr bei sich in der Albrecht-Poppe-Straße 24 einen Italienischen Abend mit mit Lyrik, Prosa und Antipasti. Dafür werden ausnahmsweise zwölf Euro verlangt. Anmeldung unter Telefon 87 35 97.

Eine lyrisch-musikalische Performance von dem Lyriker Ian Watson, der Pianistin Josefine Roßberg und dem Percussionisten Christian Süssle folgt am Montag, 16. März, um 20 Uhr im Bremer Presseclub, Schnoor 27/28, unter dem Titel „Key strokes/Anschläge“. Schon am Tag darauf geht es weiter: Am Dienstag, 17. März, um 17 Uhr in der Krimibibliothek der Zentralbibliothek, Am Wall 201, lesen und erzählen die Estin Kristiina Jessen, die Lettin Lauma Zvidrina und die Litauerin Inga Ziukiene, Mitglieder des Vereins „Infobalt“, landestypische Märchen und Gedichte aus ihren Heimatländern. Die „kriminelle“ Lesung wird auf Deutsch gehalten, dazu gibt es Beispiele in den Originalsprachen.

Am Dienstag, 17. März, stehen noch zwei weitere Veranstaltungen auf dem Plan. Anne Bendig liest um 19.30 Uhr im Institut für niederdeutsche Sprache, Schnoor 41-43, eigene Lyrik in Hoch- und Plattdeutsch unter dem Titel „Ich und Du. Zwischen Heimat und Augenblick“. Am selben Tag wird um 20 Uhr in der Buchhandlung Sattler, Schwachhauser Heerstraße 13, unter dem Titel „Minze und Muskat“ mild oder scharf gewürzte, vielleicht sogar gepfefferte Literatur serviert. Das Bremer Autorenteam Jens-Ulrich Davids und Elke Marion Weiß liest eigene Gedichte. Dafür wird um Platzreservierung unter der Telefonnummer 7 22 28 gebeten.

Die Zeitungsinitiative Irrtu(r)m veranstaltet am Donnerstag, 19. März, um 16 Uhr in der ehemaligen Buchhandlung Bacheratz im Walle-Center, Waller Heerstraße 103, unter dem Titel „Das Leben wäre halb so nett, wenn keiner einen Vogel hätt’“ eine Lesung und Mitmachaktion. Ebenfalls am Donnerstag, 19. März, jedoch um 19.30 Uhr, begibt sich Martin Bührig in der Villa Ichon, Goetheplatz 4, auf die Spuren von Vergils Schatten. Er liest Lyrik aus seinem neuen Gedichtband.

„Ankommen in Bremen“ heißt die Lesung in der Buchhandlung Leuwer, Am Wall 171, die Salman Nurhak am Freitag, 20. März, ab 19.30 Uhr mit seinen türkischen und kurdischen Gedichten gestaltet. Auf Deutsch trägt Jürgen Dierking sie vor. Dazu spielt Mehmet Yumusak auf der Saz.

Gerhard Zacharias wird am Freitag, 20. März, um 19 Uhr im „werk 85/Maßschneiderei für medien“, Herrlichkeit 2, eigene Lyrik aus den 1960er und 1970er-Jahren und neuere Werke unter dem Titel „Primanerlyrik – reloaded“lesen. Er bittet dafür um Anmeldung unter Telefon 34 33 91.

Zum Welttag der Poesie am Sonnabend, 21. März, hat sich das Team um Gerhard Zacharias noch eine ganz besondere Weltreise ausgedacht, auf die sich Literaturbegeisterte von 10 und 19 Uhr in Kattenturm begeben können. Die Kontinente werden verbunden durch einen Musikspaziergang zwischen den Standorten. Diesen Höhepunkt hat Sara Dahnken initiiert.

Die Reise beginnt am Erdbeerpflückerplatz oder bei schlechtem Wetter beim Kinderhaus „Annemarie Mevissen“, beides in der Martin-Buber-Straße in Arsten. Von 10 bis 11.30 Uhr ist der Kontinent Asien dort angesiedelt. Die nächste Station ist der Heukämpendamm 54. Vor dem Seniorenwohnpark wird von 12 bis 13.30 Uhr ein Programm rund um Afrika gestaltet. Anschließend geht es von 14 bis 15.30 Uhr ins Bürgerhaus Obervieland, Alfred-Faust- Straße 4, mit einer Stippvisite in Amerika. Im Ortsamt, Gorsemannstraße 24, gewinnen Besucher von 16 bis 17 Uhr einen Eindruck von Australien. Letzte Etappe ist Europa – von 17.30 bis 19 Uhr in der Grundschule Stichnathstraße, Max-Jahn-Weg 13.

Lyrikfans können am Sonnabend, 21. März, ab 19 Uhr im Presseclub, Schnoor 27/28, noch eine Mischung aus Poetik und Saxofonklängen von Bernhard W. Rahe und Heino Kraft tanken.

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