Bremen Geerdes am Sendesaal: Viel für Vegetarier

LOKALTERMINBremen. Mit dem Sendesaal wurde für Musikliebhaber in Bremen ein Juwel gerettet. Der Abriss konnte in letzter Sekunde verhindert werden, und nun beleben ein Reha-Zentrum und das Restaurant Geerdes am Sendesaal das ehemalige Radio Bremen-Gelände.
19.01.2015, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Karina Skwirblies

LOKALTERMIN

Mit dem Sendesaal wurde für Musikliebhaber in Bremen ein Juwel gerettet. Der Abriss konnte in letzter Sekunde verhindert werden, und nun beleben ein Reha-Zentrum und das Restaurant Geerdes am Sendesaal das ehemalige Radio Bremen-Gelände. Obwohl das Lokal ein wenig ab vom Schuss liegt, sind rund 25 Mittagsgäste hier, als ich mit einem Kollegen das Geerdes aufsuche. Damit ist das Restaurant, das eine moderne Küche mit norddeutscher Tradition verspricht, zu einem Drittel besetzt. Es ist eine bunte Mischung von Besuchern, die sich keinem typischen Besucherprofil zuordnen lassen.

Man sitzt bequem in dem modernen, freundlich eingerichteten Gastraum, in dem die Fenster an drei Seiten bis zum Boden reichen. Helles Parkett, dunkle, lila Polsterstühle und schlichte Tischdecken geben dem Raum eine Atmosphäre von sachlicher Eleganz. Lila ist überhaupt die Farbe des Geerdes am Sendesaal: Die Tulpe auf dem Tisch und die Blusen der Serviererinnen tragen den selben Farbton. Welch Zufall, dass mein Begleiter und ich ebenfalls lila gekleidet sind, und selbst die Dame am Nachbartisch einen lila gestreiften Pullover hat.

Die Aussicht ist zu dieser Jahreszeit trübe, und die entlaubten Hecken und Bäume geben einen unschönen Ausblick auf den Parkplatz preis. Im Sommer mag es hier lauschig sein, jetzt bekommt man durch die bodentiefen Fenster leicht den Eindruck, auf einem Parkplatz zu sitzen.

Die Speisekarte ist übersichtlich, was auf eine frische Zubereitung schließen lässt. Vegetarier kommen hier auf ihre Kosten, denn Fleischgerichte sind weniger vertreten. Dies gilt auch für die täglich wechselnde Mittagskarte. Zur Auswahl stehen fünf Gerichte zu Preisen zwischen 5,90 und 7,50 Euro. Vorweg bietet sich eine Zwiebelsuppe für drei Euro an, das Tagesdessert kostet ebenfalls drei Euro. In dieser Woche gibt es einen gemischten Rohkostsalat mit Pinienkernen, eine Penne mit Tomate, Parmesan und Oliven, Labskaus, ein Rotbarschfilet oder ein Hühnerfrikassee. Mein Kollege entscheidet sich für den Fisch mit Lauch und Reis in Senfsoße (7,50 Euro). Ich bestelle bei der zuvorkommenden und versierten Kellnerin das Frikassee vom Huhn mit Wildreis und Spargel für 7,50 Euro.

Das Essen kommt auf großen Tellern nach einer angemessenen Wartezeit. Es ist nicht heiß, doch noch wohltemperiert. Meine Kugel von ausgesprochen leckerem Wildreis wird ergänzt von einer Mischung aus Huhn, überwiegend grünem Spargel und Erbsen. Das Gericht ist sehr mild gewürzt und könnte etwas mehr Pfiff vertragen. Der Spargel ist nicht sehr schmackhaft, man muss dem Aroma schon sehr nachschmecken, damit es durchdringt. Vielleicht wäre ein anderes Gemüse zu dieser Jahreszeit aromatischer. Insgesamt ist die Speise ein wenig fad.

Das Rotbarschfilet meines Kollegen ist umrahmt von sehr wenig Soße und leider am Rand bereits etwas trocken. Der Reis, vermischt mit frischem Lauch, hat die Konsistenz von Milchreis. Auf diese Weise wird Reis immer häufiger in den Restaurants serviert. Eine Art, die mich nicht überzeugt. Auch dieses Gericht ist wie meines sehr zurückhaltend gewürzt.

Ein Gedicht wiederum ist das Dessert: Rote Grütze mit Vanilleeis. Sehr fruchtig und das Eis mit echter Vanille.

Geerdes am Sendesaal: Bürgermeister-Spitta-Allee 47, 28329 Bremen, Telefon 336 30 33 00, barrierefrei. Getränkepreise: Kaffee 2,10 Euro, Wasser (0,2 l) 2 Euro, Softdrinks (0,2 l) 2 Euro, Bier (0,3 l) 2,70 Euro, Wein (0,2 l) ab 3,80 Euro.

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