Ein Geografie-Kurs des Gymnasiums Vegesack hat eine Geocaching-Route durchs Werderland entwickelt

Gefragt sind Grips und Kondition

Schüler des Gymnasiums Vegesack haben gemeinsam mit ihrem Lehrer Alexander Cramer eine Geocaching-Route durchs Werderland geplant und entwickelt. Beim Testlauf waren die BUND-Mitarbeiterin Birgit Olbrich sowie ein Mitarbeiter der NORDDEUTSCHEN mit von der Partie.
21.09.2012, 05:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Ulf Buschmann

Schüler des Gymnasiums Vegesack haben gemeinsam mit ihrem Lehrer Alexander Cramer eine Geocaching-Route durchs Werderland geplant und entwickelt. Beim Testlauf waren die BUND-Mitarbeiterin Birgit Olbrich sowie ein Mitarbeiter der NORDDEUTSCHEN mit von der Partie.

Werderland. Runter vom Deich. Es geht ein Stück die Lesumbroker Landstraße entlang. "Wir müssen rechts ab", ruft Lehrer Alexander Cramer. Einige Schüler kriegen das nicht mit und fahren weiter. Macht nichts, bald sind alle wieder vereint und beginnen mit der Suche nach dem Schatz, Cache auf Neudeutsch.

Die Suche konzentriert sich auf das Werderland. Das haben die Schüler des Geografie-Profils vom Gymnasium Vegesack so geplant. Die Geocaching-Tour soll in drei Stunden mit dem Fahrrad zu schaffen sein. Über gut 16 Kilometer geht es vom Lesumsperrwerk am Golfplatz vorbei quer über den Ökopfad zur Moorlosen Kirche. Der eigentliche Zielort wird hier allerdings nicht verraten.

Geocaching ist eine Art moderner Schnitzeljagd mit Satellitenunterstützung. Dabei richten sich die Teilnehmer nach vorgegebenen oder zu ergänzenden Koordinaten, die das Global Positioning System, besser bekannt als GPS, vorgibt.

Voraussetzung dafür: Der jeweilige Teilnehmer versteht das GPS-Gerät, denn ohne kann das Geocaching nicht funktionieren. Und so verbringen die Test-Schatzsucher die ersten Minuten damit, das Bedienungsmenü zu durchschauen. Alexander Cramer hat zwar ein vollautomatisches Gerät dabei, das anschauliche Landkarten liefert, die Testpersonen versuchen es aber doch lieber auf die etwas altmodischere Art.

Die Technik spielt beim Geocaching aber nicht die einzige Rolle. Schon bei der ersten Station wird klar, dass es – wie bei einer klassischen Schnitzeljagd – viel eher auf das richtige Gespür und ein Quentchen Glück ankommt, denn die Caches sind gut versteckt: in Hohlräumen, Bäumen und an Brücken oder im dichten Gestrüpp.

Die Probanden müssen lange suchen, tasten sich unter Brücken entlang, heben Steine an und biegen Äste oder Sträucher zur Seite. Nach ein paar Minuten haben die verantwortlichen Jugendlichen Mitleid und helfen den Suchenden auf die Sprünge: "Der Schatz befindet sich in Bodennähe." Andere kommentieren die Aktionen wie beim Topfschlagen auf einem Kindergeburtstag. "Kalt, wärmer, jetzt wird es ganz heiß." Birgit Olbrich vom BUND hat schließlich den richtigen Riecher: Sie findet das erste Cache. In der kleinen Filmdose stecken aber nicht einfach die Koordinaten für die nächste Station. Vielmehr gilt es zunächst, eine Aufgabe zu lösen. An der ersten Station müssen Quersummen errechnet werden, um die fehlenden Variablen für die erforderlichen GPS- Koordinaten zu ermitteln.

Graue Zellen und Fitness nötig

Grundkenntnisse in Mathematik, Lokalgeschichte, Geografie und Biologie sind bei der Schatzsuche schon ganz nützlich. "Von wann bis wann war das Gut ,Große Dunge‘ in Besitz der Familie Lange? Zähle alle Ziffern zusammen", lautet zum Beispiel eine der Fragen. Aus dem Ergebnis ergeben sich dann die nächsten Zielkoordinaten. Oder: "Wie lautet der Name der Alge, die im tiefsten Bereich des Sees zu finden ist? Die Anzahl der Buchstaben des lateinischen Namens minus acht ist A." Die zugehörige Zielkoordinate ähnelt dann einer quadratischen Gleichung mit zwei Unbekannten.

Da heißt es für die Teilnehmer, schon mal genauer nachzudenken. Für Geocaching benötigen die Teilnehmer aber nicht nur ihre grauen Zellen, sondern auch körperliche Fitness. Ein Großteil der Route führt über den sogenannten Ökopfad. Und der wird lediglich einmal jährlich gemäht. Entsprechend schwer ist er zu befahren. Wer da auf ein Fahrrad mit klassischer Drei-Gang-Schaltung vertraut, ist aufgeschmissen.

Aber die Erlebnisse entschädigen für die Anstrengungen. Die Caches sind so gut versteckt, dass sich jeder Schatzjäger das eine oder andere Mal ins Unterholz begeben muss und Bekanntschaft mit der Flora und Fauna auf Insektenhöhe macht – sehr zum Vergnügen der Schüler, die das Ganze geplant haben. Einzelne Hinweise sind beim Testlauf noch nicht ganz perfekt und einer der Schätze fehlt. Verlegen gibt die verantwortliche Schülerin das Versäumnis zu. Birgit Olbrich vom BUND tröstet die Schülerin und ihre Mitstreiter: "Das lässt sich doch korrigieren, dafür machen wird das hier ja." Und sobald die Fehler ausgeräumt sind, soll die Tour unter anderem vom BUND in der Umweltbildung eingesetzt werden.

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