Stadtteilprojekte der Sparkasse mit 18.500 Euro gefördert Geld gab's auch für ein Klavier

Schwachhausen. Im Rahmen der Stadtteilinitiative „gemeinsam gut!“ von der Sparkasse Bremen erhalten sechs Bremer Stadtteile jeweils 18.250 Euro als Förderung für Bildungseinrichtungen.
12.06.2014, 00:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Jutta Barth

Im Rahmen der Stadtteilinitiative „gemeinsam gut!“ von der Sparkasse Bremen erhalten sechs Bremer Stadtteile jeweils 18.250 Euro als Förderung für Bildungseinrichtungen. In einer Feierstunde in den Räumen des Focke-Museums wurden jetzt die ersten Gewinnerprojekte aus dem Bremer Nord-Osten geehrt. Mit dabei war der Kindergarten Oberneuland und die Grundschule an der Philipp-Reis-Straße.

Seit der Unternehmensgründung investiert die Sparkasse Bremen einen großen Teil ihres wirtschaftlichen Ergebnisses wieder in die Hansestadt. Erstmals wurde dieses Jahr ein Sonderfonds für die Stadtteilförderung eingerichtet. Mehr als 160 Förderanträge seien daraufhin insgesamt eingegangen, berichtet Christian Hopfenbach von der Sparkasse Bremen in seiner Eröffnungsrede im Focke-Museum. Sechs Stadtteiljurys entschieden – in Anlehnung an das Gründungsjahr 1825 der Sparkasse Bremen – über Fördergelder von jeweils 18.250 Euro und wählten insgesamt 91 Bewerbungen als besonders förderungswürdig aus.

„Wir erwirtschaften unsere Erträge mit unseren Kunden, den Bremerinnen und Bremern“, so Tim Nesemann, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Bremen. Was könne da näher liegen, als die Kunden mit entscheiden zu lassen, wohin die Förderung geht. Mit der Stadtteilinitiative „gemeinsam gut!“ realisierte die Sparkasse dieses Anliegen, und so haben Mitarbeiter und Kunden gemeinsam über die Mittelvergabe für Projekte in ihrem Stadtteil entschieden.

13 Projekte ausgewählt

Im Bremer Nord-Osten fand jetzt die erste von mehreren Feierstunden in den Räumen des Focke-Museums statt. Hier wählte die Stadtteiljury aus 16 Bewerbungen 13 Projekte zur stadtteilbezogenen Bildung aus. Eines davon ist das Projekt der Kita der Evangelischen Kirchengemeinde Oberneuland, für das Leiterin Katrin Bartsch ein rotes Sparschwein mit 900 Euro entgegennehmen konnte. „Oft hören wir von den Eltern, dass ihre Kinder daheim nichts erzählen würden“, berichtete sie. So sei sie auf die Idee gekommen, eine Kita-Zeitung zu produzieren, in der sich jedes Kind auf seine Weise ausdrücken kann. Sechs Kindergruppen mit insgesamt 90 Kindern besuchten daraufhin eine Druckerei und stellen seitdem ihre eigene Zeitung „Kiki“ her. „Eine tolle Sache nicht nur für die Kinder“, meinte Bartsch, denn auf diese Weise würden Eltern und Großeltern endlich mehr über den Kita-Alltag ihrer Sprösslinge erfahren.

Voraussetzung zur Teilnahme an dem Förderwettbewerb war unter anderem die Nachhaltigkeit der Projekte, erläuterte Hopfenbach. Nachhaltigkeit habe viele Gesichter und so seien es auch viele verschiedene Projekte, die von der Jury ausgewählt wurden. Zu ihnen gehört die ÖkoNet gGmbH. Sie bekam 2.500 Euro für das Projekt „Aus dem Beet auf den Tisch“. Die Gärtnerei Rhizom in Borgfeld baut Gemüse nach Bioland-Richtlinien an und verfügt über einen großen ökologischen Schullehrgarten zum eigenständigen Säen, Pflanzen und Ernten. Auf Kräuterbeeten, im Weiden-Spielbereich, mit Tastkästen und Insektenhotel wird das praxisnahe Gärtnern vor allem auch für Schulklassen mit Inklusion ermöglicht. Mit den Fördergeldern sollen für die kommende Gartensaison Hochbeete sowie eine gepflasterte und damit barrierefreie, rollstuhlgerechte Zuwegung eingerichtet werden.

Gefördert mit 1.500 Euro wurde das Projekt „Brückenschlag – Reise nach Krakau“ der Evangelischen Kirchengemeinde Horn. Eine Bildungsreise nach Krakau und zur Gedenkstätte Auschwitz. Die Jugendlichen der Kirchengemeinde waren gemeinsam mit ihrem Pastor Stephan Klimm zur Preisverleihung gekommen, um das gut gefüllte rote Sparschwein von der Sparkasse entgegenzunehmen. Ziel der Reise, so Irina Drabkina, Projektkoordinatorin bei der Bremer Initiative „Stadtplan der Religionen“, sei der Austausch interreligiöser Jugendgruppen zwischen Deutschland und Polen zum Zwecke der Beschäftigung mit der Vergangenheit.

Ein Brückenschlag zwischen Jung und Alt gelingt Musiklehrerin Monique Espitalier immer dann, wenn sie mit dem Schulchor der Grundschule Oberneuland bei Seniorenfeiern, Weihnachtsfeiern im Lür-Kropp-Hof und beim „Sonntag im Park“ auftritt. Für ein dringend benötigtes neues Klavier erhielt die Schule 1.500 Euro.

„Jungen lesen anders“, machte Gudrun Stück, Schulleiterin der Grundschule an der Philipp-Reis-Straße, immer wieder ihre Erfahrung. Sie hat die Schulbibliothek mit aufgebaut und beobachtet, dass es immer die Mädchen sind, die sich regelmäßig mit Lesestoff, vorzugsweise Romanen, versorgen. „Die Jungen lesen weniger und interessieren sich eher für Sachbücher, Krimis und Geschichten aus dem Mittelalter“, so ihr Urteil. Aber nicht nur die Förderung der Leselust läge ihr am Herzen, erklärte Stück, sie möchte auch die Mathelust bei den Schülern wecken. Dazu gäbe es in der Schule einen Klassenraum mit Materialien zum Ausprobieren und geometrische Figuren zum haptischen Erleben. Für beide Projekte erhielt die Schulleiterin ein Sparschwein mit 600 Euro.

Um möglichst viele Einrichtungen direkt im Stadtteil zu unterstützen, wechselt das Thema von „gemeinsam gut!“ jährlich. Nach der Bildung soll im nächsten Jahr etwas ganz anderes an die Reihe kommen.

„Uns ist es wichtig, die gesellschaftlich relevanten Themen vor Ort anzusprechen und diejenigen einzubeziehen, die direkt im Stadtteil leben oder arbeiten“, sagte Vorstandsvorsitzender Tim Nesemann. Weitere Preisverleihungen für die Bildungsprojekte in anderen Stadtteile erfolgen in den nächsten Wochen.

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