Wegen Angriff auf Werder-Ultra Geldstrafe für Hooligan

Ein 40-jähriger Hooligan ist vor dem Amtsgericht Bremen zu einer Geldstrafe von 3600 Euro verurteilt worden. Er hatte einem linken Werder-Ultra eine leere Bierkiste gegen den Kopf geschlagen.
01.12.2017, 19:32
Lesedauer: 2 Min
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Geldstrafe für Hooligan
Von Jan Oppel

Ein 40-jähriger Hooligan aus Gyhum ist vor dem Amtsgericht Bremen am Freitag zu einer Geldstrafe von 3600 Euro verurteilt worden. Die Staatsanwaltschaft hatte eine Bewährungsstrafe von acht Monaten gefordert. Als vor gut zweieinhalb Jahren im Viertel rechte Hooligans und linke Werder-Ultras aneinandergerieten, hatte der Angeklagte einem Ultra mit einer leeren Bierkiste gegen den Kopf geschlagen.

Als der SV Werder am 19. April 2015 im Weserstadion den HSV mit 1:0 besiegte, flogen im Viertel die Fäuste: Nach dem Nordderby lieferten sich Hooligans und Werder-Ultras vor der Kneipe Verdener Eck eine Schlägerei. In der Folge wurde der Bremer Ultra Valentin S. vom Bremer Landgericht zu zwei Jahren Jugendstrafe auf Bewährung verurteilt (wir berichteten). Er hatte einen Hooligan mit Fäusten und Füßen traktiert und ihm dann mit einem Blumenkübel aus Plastik gegen den Kopf geschlagen.

Dieser Hooligan sitzt nun im Amtsgericht selbst auf der Anklagebank. Ein Video, das die Richterin auf ihrem Laptop abspielt, zeigt, wie sich die Tat abgespielt hat: Der Beschuldigte holt mit der Kiste aus und schlägt diese einem jungen Mann im grünen Kapuzenpullover, der gerade an ihm vorbei läuft, von hinten gegen den Kopf. Der Getroffene fällt offenbar bewusstlos mit dem Gesicht nach vorn auf die Straße und bleibt dort regungslos liegen.

Im Prozess gegen Valentin S. hatte sein Verteidiger das Video vorgelegt. Die Staatsanwaltschaft leitete daraufhin Ermittlungen gegen den 40-Jährigen ein. Gleich zu Beginn der Verhandlung gesteht er am Freitag die Tat. Er könne sich an den Vorfall aber nicht genau erinnern, sagt er. „Ich habe an diesem Tag sehr viel Alkohol getrunken – fünf, sechs Bier und ein paar Kurze“.

Die Ultras hätten die Kneipe angegriffen und die Tür eingedrückt, berichtet der Angeklagte. Daraufhin seien die Gäste des Verdener Ecks panisch ins Freie gestürmt. Er habe nach der Bierkiste gegriffen und zugeschlagen, ohne groß darüber nachzudenken. Woher die Kiste kam, will die Richterin wissen. Das wisse er nicht mehr genau, sagt der 40-Jährige. „Die lag da so rum.“

Über die Hintergründe und die Vorgeschichte der Schlägerei wird er nicht näher befragt. Daran ändert auch der Polizist nichts, der als Zeuge aussagt und berichtet, der Angeklagte sei ihm schon vor der Tat bekannt gewesen. Bereits nach einer guten Stunde ist die Verhandlung vorbei. Der geschlagene Werder-Ultra erscheint am Freitag erst gar nicht im Gerichtssaal. Der Mann verweigere die Aussage, teilt sein Anwalt mit.

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