Deutsch-koreanische Ausstellung „Raum finden“ läuft bis zum 1. September in der Villa Ichon am Goetheplatz

Gemeinsam wollen sie Neugier wecken

Im Zeichen eines internationalen Austausches ist in der Villa Ichon am Goetheplatz noch bis zum 1. September die Ausstellung "Raum finden" mit fünf deutschen und fünf koreanischen Künstlerinnen und Künstlern zu sehen. Im April hatten sie eine ähnliche Ausstellung in Südkorea gestaltet. Nicole Giese stellt die Werke in der Villa Ichon am 18. August genauer vor.
01.01.2013, 04:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Liane Janz

Im Zeichen eines internationalen Austausches ist in der Villa Ichon am Goetheplatz noch bis zum 1. September die Ausstellung "Raum finden" mit fünf deutschen und fünf koreanischen Künstlerinnen und Künstlern zu sehen. Im April hatten sie eine ähnliche Ausstellung in Südkorea gestaltet. Nicole Giese stellt die Werke in der Villa Ichon am 18. August genauer vor.

Ostertor. Es war eine Heidenarbeit. Wird Hea-Jung Kwon gefragt, wie lange sie an ihren Bildern gesessen hat, lautet die Antwort: "Lange." Sie ist eine von fünf koreanischen Künstlern, die zusammen mit fünf deutschen Kollegen bis 1. September in der Villa Ichon ausstellen. "Raum finden" heißt die Schau.

Hea-Jung Kwons Bilder zeigen Tausende etwa stecknadelkopfgroße Pünktchen, die im Zusammenspiel Kreise oder andere geometrische Figuren formen. Jeden Punkt hat sie mit einem Pinsel einzeln aufgebracht. Zusammen mit der Huchtinger Künstlerin Renate Hoffmann hat Hea-Jung Kwon den Austausch organisiert. Die beiden Frauen kennen sich seit mehr als zehn Jahren aus ihrem gemeinsamen Studium an der Hochschule für Künste (HfK) Bremen. Dieses Projekt aber ist neu. Es zielt darauf ab, im Miteinander der Deutschen und Koreaner die Besonderheiten und Unterschiede in der zeitgenössischen Kunst – hauptsächlich Malerei und Fotografie – darzustellen.

Im April haben die Bremer Künstler die Universitätsstadt Iksan in Südkorea besucht und mit großem Erfolg dort ausgestellt: Andreas Grunert, Gastprofessor an der Hochschule für Künste Bremen und Stuttgart, Projektleiterin Renate Hoffmann, die ein Atelier im Hafenatelier an der Kap-Horn-Straße betreibt, Bogdan Hoffmann als Mitarbeiter der HfK, Marikke Heinz-Hoek, Lehrbeauftragete an der Universität und der Hochschule Bremen, und Wolfgang Schmitz, emeritierter HfK-Professor.

Im Juli waren die fünf renommierte koreanische Künstler in Bremen, um gemeinsam mit ihren deutschen Kollegen die Ausstellung "Raum Finden" in der Villa Ichon zu eröffnen. Auf der Vernissage seien 200 Besucher gewesen, erzählt Renate Hoffmann. Das zeige ihr, dass auch Bremer großes Interesse an koreanischer Kunst haben. Aus logistischen Gründen zeigen die Bremer größere Werke als die Koreaner. "In Iksan war es umgekehrt. Das war so abgesprochen", sagt Renate Hoffmann. Sie selbst beteiligt sich unter anderem mit einer Serie aus vier kleinformatigen Gemälden, die koreanische Schriftzeichen zeigen, an der Ausstellung.

Die Huchtingerin ist fasziniert von der koreanischen Schrift und hat sie gelernt. Die einzelnen Zeichen werden zusammengesetzt und ergeben so beispielsweise das Wort "Freunde". Renate Hoffmann und Hea-Jung Kwon hoffen, dass dieser Austausch keine einmalige Sache bleibt. Am liebsten wäre ihnen, die HfK würde sich einklinken und den Austausch zwischen Bremen und Südkorea immer wieder neu beleben. Und erst einmal sind die Zeichen dieser Freundschaft noch im Ostertor zu sehen – dort, wo sie Raum gefunden haben.

Die nächste Führung ist am Sonnabend, 18. August, um 11 Uhr. Nicole Giese vom Kulturzentrum Syker Vorwerk, die schon die Einführungen auf den Vernissagen in Iksan und Bremen gehalten hat, wird die Werke näher erläutern. Und am Donnerstag, 30. August, zeigt Renate Hoffmann um 18 Uhr einen Film und Bilder "Von Iksan nach Bremen" und informiert über das Projekt.

Die Ausstellung "Raum finden" kann zu den Öffnungszeiten der Villa Ichon, Goetheplatz 4, montags bis sonnabends von 11 bis 13 Uhr und montags bis freitags von 16 bis 20 Uhr besucht werden. Der Eintritt ist frei.

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