Binationale Ausstellung „Raum finden“ in der Villa Ichon / Künstlerin Renate Hoffmann aus Huchting ist beteiligt

Gemeinsam wollen sie Neugier wecken

Im Zeichen eines internationalen Austausches ist in der Villa Ichon am Goetheplatz noch bis zum 1. September die Ausstellung "Raum finden" mit fünf deutschen und fünf koreanischen Künstlerinnen und Künstlern zu sehen. Im April hatten sie eine ähnliche Ausstellung in Südkorea gestaltet. Nicole Giese stellt die Werke am Sonnabend, 18. August, genauer vor.
02.08.2012, 05:00
Lesedauer: 3 Min
Zur Merkliste
Von Liane Janz

Im Zeichen eines internationalen Austausches ist in der Villa Ichon am Goetheplatz noch bis zum 1. September die Ausstellung "Raum finden" mit fünf deutschen und fünf koreanischen Künstlerinnen und Künstlern zu sehen. Im April hatten sie eine ähnliche Ausstellung in Südkorea gestaltet. Nicole Giese stellt die Werke am Sonnabend, 18. August, genauer vor.

Ostertor·Huchting. Es war eine Heidenarbeit. Wird Hea-Jung Kwon gefragt, wie lange sie an ihren Bildern gearbeitet hat, lautet die Antwort: "Lange." Kwon ist eine von fünf koreanischen Künstlerinnen und Künstlern, die zusammen mit fünf deutschen Künstlerinnen und Künstlern bis zum 1. September in der Villa Ichon am Goetheplatz ausstellen. "Raum finden" heißt die Schau.

Hea-Jung Kwons Bilder zeigen Tausende etwa stecknadelkopfgroße Pünktchen, die im Zusammenspiel Kreise oder andere geometrische Figuren formen. Jeden Punkt hat sie mit einem Pinsel einzeln aufgebracht. Zusammen mit der Huchtinger Künstlerin Renate Hoffmann hat Hea-Jung Kwon den Austausch organisiert. Die beiden Frauen kennen sich seit mehr als zehn Jahren – aus ihrem gemeinsamen Studium an der Hochschule für Künste (HfK) Bremen. Sie haben auch zusammen schon im Atelierhof ausgestellt. Dieses Projekt aber ist neu. Es zielt darauf ab, im Miteinander der Deutschen und Koreaner die Besonderheiten und Unterschiede in der zeitgenössischen Kunst – hauptsächlich der Malerei und Fotografie – darzustellen.

Bereits im April haben die Bremer Künstlerinnen und Künstler die Universitätsstadt Iksan in Südkorea besucht und dort ausgestellt: Andreas Grunert, Gastprofessor an der HfK Bremen und Stuttgart, Projektleiterin Renate Hoffmann, HfK-Mitarbeiter Bogdan Hoffmann, Marikke Heinz-Hoek, die Lehraufträge der Universität und der Hochschule Bremen hat, und Wolfgang Schmitz, emeritierter HfK-Professor.

In Iksan zeigten sie in der "W Gallery" die Ausstellung "Zeit und Raum". "Da waren unglaublich viele Besucher, Professoren, Kulturbeauftragte, Galeristen. Die Szene war fast vollständig vertreten", erzählt Renate Hoffmann. Groß sei das Interesse der Koreaner an deutscher Kunst und daran, sie im Vergleich mit der koreanischen Kunst zu sehen. Einige Bilder konnten sogar verkauft werden.

Im Juli waren die fünf koreanischen Künstlerinnen und Künstler in Bremen, um gemeinsam mit ihren deutschen Kollegen die Ausstellung "Raum finden" in der Villa Ichon zu eröffnen: Kwang-Sook Kim aus Seoul, Professor Ki-Ja Houng aus Seoul, Hea-Jung Kwon, die inzwischen an der Won-Kwang Universität in Iksan lehrt, Professorin Na Kyung Lee von der Chung-Ang Universität in Seoul und Soo Ja Kim, Direktorin der freien Kunst und Design an der Won-Kwang Universität in Iksan.

Auf der Vernissage seien 200 Besucher gewesen, erzählt Renate Hoffmann. Das zeige ihr, dass auch Bremer großes Interesse an koreanischer Kunst haben. Aus logistischen Gründen zeigen die Bremer größere Werke als die Koreaner. "In Iksan war es umgekehrt. Das war so abgesprochen", sagt Renate Hoffmann. Sie selbst beteiligt sich unter anderem mit einer Serie aus vier kleinformatigen Gemälden, die koreanische Schriftzeichen zeigen, an der Ausstellung. Die Huchtingerin ist fasziniert von der koreanischen Schrift und hat sie gelernt. Die einzelnen Zeichen werden zusammengesetzt und ergeben so beispielsweise das Wort "Freunde".

Renate Hoffmann und Hea-Jung Kwon hoffen, dass dieser Austausch keine einmalige Sache bleibt. Am liebsten wäre ihnen, die HfK würde sich einklinken und den Austausch zwischen Bremen und Südkorea immer wieder neu beleben.

Die nächste Führung ist am Sonnabend, 18. August, um 11 Uhr geplant. Nicole Giese vom Kulturzentrum Syker Vorwerk wird dann die Werke näher erläutern. Am Donnerstag, 30. August, zeigt Renate Hoffmann um 18 Uhr einen Film und Bilder "Von Iksan nach Bremen" und informiert über das Projekt.

Die Ausstellung "Raum finden" in der Villa Ichon, Goetheplatz 4, ist montags bis sonnabends von 11 bis 13 Uhr und montags bis freitags von 16 bis 20 Uhr zu sehen. Der Eintritt ist frei. Näheres über das Programm auf www.villa-ichon.de.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+