Bremer stellt seinen Mini-Helikopter in ARD-Wissenschaftssendung vor "Gemini" im Rettungseinsatz

Bremen. Der Bremer Wissenschaftler William Thielicke ist mit seinen Mini-Helikoptern äußerst erfolgreich. Er hat mit dem Mini-Flieger mehr als 20 nationale und internationale Wettbewerbe gewonnen.
31.07.2014, 00:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Corinna Tonner

Der Bremer Wissenschaftler William Thielicke ist mit seinen Mini-Helikoptern äußerst erfolgreich. Der 33-jährige hat mit dem Mini-Flieger, der 270 Gramm wiegt und mit einer Geschwindigkeit von bis zu 80 Stundenkilometer durch die Luft saust, mehr als 20 nationale und internationale Wettbewerbe gewonnen. Dabei geht es meistens um simulierte Rettungseinsätze. Heute stellt Thielicke seinen Helikopter „Gemini“ in „Die große Show der Naturwunder“ in der ARD vor.

William Thielicke ist Diplombiologe und leidenschaftlicher Modellflieger. Für den Bremer Wissenschaftler sind die Grenzen zwischen Biologie und Technik fließend, denn er forscht für seine Doktorarbeit auch im Bionik-Innovation-Centrum an der Hochschule in der Neustadt. Nebenbei entwickelt er „Micro Air Vehicles“, wie es in Fachkreisen heißt, also „Kleinstfluggeräte“. Thielickes Multikopter, den er heute (ARD, 20.15 Uhr) bei „Die große Show der Naturwunder“ vorführt, hat sechs Propeller und ist daher ein „Hexakopter“. Der Mini-Flieger hat auch einen eigenen Namen. Thielicke ist Vater von Zwillingstöchtern, die gerade ein Jahr alt geworden sind. Also hat er den Flieger „Gemini“ getauft – das lateinische Wort für Zwillinge.

Die Wissenschaftsschau für diesen Donnerstag ist bereits aufgezeichnet. „Ich komme im ersten Drittel der anderthalbstündigen Show vor und führe kurz vor, wie der Multikopter bei Rettungsszenarien zum Einsatz kommen könnte“, erklärt Thielicke. Im Flieger selbst befindet sich eine Kamera, die Bilder sieht der Modellflug-Pilot dann auf seiner Video-Brille, in der sich an der Stelle von Brillengläsern zwei kleine Monitore befinden, auf denen der Pilot die Live-Bilder aus der Kamera seines Fliegers empfängt. Die Moderatoren der Wissenschaftssendung sind Frank Elstner und Ranga Yogeshwar. Als Wissenschaftler war Thielicke besonders von dem Physiker Yogeshwar angetan, der eigentlich aus Luxemburg stammt und einen indischen Vater hat.

Vonseiten des Fernsehsenders heißt es, man habe Thielicke eingeladen, weil er den „aktuellen Stand auf dem Gebiet der Flugrobotik“ zeigen kann und weil er ein sehr erfahrener Pilot sei, der den anspruchsvollen Parcours in der Sendung meistern kann. In der Tat hatte „Gemini“ bisher sehr erfolgreiche Einsätze bei Wettbewerben, im August steht ein weiterer Wettbewerb im holländischen Delft an. „Dort wird ein künstliches Dorf aufgebaut. Es werden Rettungseinsätze simuliert und das Innere der Häuser wird erkundet“, erklärt Thielicke. Von den Teilnehmern gewinnt das Team, das das Szenario in möglichst kurzer Zeit am genausten beschreibt. Ein Hindernis-Parcours der besonderen Art: „Es geht um Präzision und Geschwindigkeit“, erläutert Thielicke. Damit ist sein Mini-Flieger zwar nicht einzigartig, aber er ist besonders erfolgreich: Bereits 21-mal hat Thielicke bei derartigen Wettbewerben gewonnen. Und es ist nicht die Technik allein, die über Sieg und Niederlage entscheidet, erläutert er: „Man muss ein erfahrener und geschickter Pilot sein.“ Denn es ist immer noch der Mensch, der den Multikopter per Fernsteuerung lenkt. Eines will Thielicke in Hinsicht auf seinen „Kopter“ klarstellen: „Es ist keine Drohne. Ich entwickle und fliege nicht für militärische Anwendungen.“

An der Hochschule arbeitet Thielicke als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Bionik-Innovation-Centrum bei Professor Antonia Kesel. Der gebürtige Hamburger, der in Berlin, Darmstadt und im holländischen Groningen studiert hat, sagt: „Ich bin vor sechs Jahren für die Promotionsstelle nach Bremen gekommen, weil es der einzige Studiengang für Bionik bundesweit war.“ Seine Doktorarbeit schreibt er über den „Schlaflug der Vögel. Analyse und Anwendung“. Angewendet werden seine Erkenntnisse über die Aerodynamik des Vogelflugs bei der Konstruktion von neuartigen Fluggeräten.

Thielicke teilt seine Neuerfindungen im Netz auf einer offen zugänglichen Website namens www.shrediquette.blogspot.de. Dort können Interessierte Baupläne herunterladen und diverse Multikopter nachbauen. Mit Gemini ist Thielicke allerdings so erfolgreich, dass die Schweizer Firma „Team Black Sheep“ den Hexakopter in Serie herstellen will. Team Black Sheep überflog mit eigenen Mini-Fliegern das Matterhorn. Thielicke Hexakopter soll voraussichtlich im Laufe des Septembers auf den Markt kommen. Der Preis wird um die 500 Euro betragen.

ARD, 20.15 Uhr, „Die große Show der Naturwunder“

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