AfD-Direktkandidatin Silvia Brock Geschockt nach der Rückkehr

Als sie vor zehn Jahren nach Bremen zurückkehrte, sei sie geschockt gewesen, sagt AfD-Direktkandidatin Silvia Brock. In der Schule hätten ihre Kinder Gewalterfahrungen machen müssen.
08.09.2017, 17:29
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Geschockt nach der Rückkehr
Von Jürgen Theiner

Keine Chance zu haben und sich im Wahlkampf trotzdem voll reinhängen zu müssen, das ist das Los von Direktkandidaten der kleinen Parteien. Silvia Brock geht es da nicht anders. Die 54-Jährige bewirbt sich im Wahlkreis Bremen I für die AfD um das Direktmandat, auf das nach menschlichem Ermessen nur SPD und CDU eine Chance haben.

Die gebürtige Bremerin arbeitet als Betreuerin in einem Altenheim. Als junge Frau hatte sie ursprünglich eine künstlerische Laufbahn eingeschlagen, nach eigenem Bekunden war sie damals eher links angehaucht. In den 80er-Jahren verließ Silvia Brock ihre Heimatstadt und zog für mehr als zwei Jahrzehnte in eine ländliche Gegend in Süddeutschland.

„Als ich dann vor zehn Jahren wieder nach Bremen zurückkehrte, war ich einigermaßen geschockt“, sagt die Neustädterin. In der Schule hätten ihre Kinder Gewalterfahrungen machen müssen, die Lehrer seien vor dem Problem zurückgewichen.

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„Da herrschten nicht hinnehmbare Zustände“, erinnert sich Brock. Sie sei es irgendwann leid gewesen, dass Probleme mit integrationsunwilligen Migranten schöngeredet wurden. Im Wahlkampf will die AfD-Direktkandidatin den ihrer Ansicht nach zu großen Zustrom von Zuwanderern thematisieren, aber auch die Probleme in der Pflege, bei der Kinderbetreuung sowie die zunehmende Altersarmut.

In der Bremer AfD bekleidet Silvia Brock das Amt der Sprecherin des Kreisverbandes Links der Weser. Oder besser: Sie würde es gern bekleiden, denn ihre bereits im Sommer 2016 erfolgte Wahl wurde angefochten, und seither liegt der Vorgang beim Landesschiedsgericht der Partei – wie so viele unerledigte Verfahren, mit denen sich Mitglieder und Gremien der Bremer AfD in den vergangenen Jahren überzogen haben.

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