Alle 'Delphin'-Reisen sind abgesagt Gestrandet in Venedig

Bremen. Die Vorräte neigen sich dem Ende, der Strom ist abgestellt, die Gehälter sind nicht bezahlt, für eine Heimreise fehlen Papiere und Geld: Die 220-köpfige Besatzung des Kreuzfahrtschiffes 'Delphin' ist in Venedig gestrandet. Ihr Schicksal ist nach der Insolvenz der Hamburger Delphin-Gruppe am 12. Oktober völlig ungewiss. Da alle Konten gesperrt wurden, fehlt Geld für die Heimreise. Viele haben keine für Italien gültigen Papiere und können das Land nicht einmal auf eigene Faust verlassen. Das Unternehmen von Heinz-Herbert Hey, zu dem neben Delphin Cruises auch das Bremer Tochterunternehmen Hansa Kreuzfahrten gehört, bittet nun sogar um Spenden: 80000 Euro wären nötig.
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Von Krischan Förster

Bremen. Die Vorräte neigen sich dem Ende, der Strom ist abgestellt, die Gehälter sind nicht bezahlt, für eine Heimreise fehlen Papiere und Geld: Die 220-köpfige Besatzung des Kreuzfahrtschiffes 'Delphin' ist in Venedig gestrandet. Ihr Schicksal ist nach der Insolvenz der Hamburger Delphin-Gruppe am 12. Oktober völlig ungewiss. Da alle Konten gesperrt wurden, fehlt Geld für die Heimreise. Viele haben keine für Italien gültigen Papiere und können das Land nicht einmal auf eigene Faust verlassen. Das Unternehmen von Heinz-Herbert Hey, zu dem neben Delphin Cruises auch das Bremer Tochterunternehmen Hansa Kreuzfahrten gehört, bittet nun sogar um Spenden: 80000 Euro wären nötig.

Vorerst wird die Besatzung an Bord auch nicht mehr gebraucht. Denn Insolvenzverwalter Olaf Büchler, ein Hamburger Rechtsanwalt, hat gestern entschieden, bis Frühjahr 2011 alle Fahrten abzusagen. Bereits gebucht habende Passagiere sollen möglichst auf Schiffen anderer Kreuzfahrtveranstalter untergebracht werden, hieß es gestern. Die weitere Zukunft von Delphin Cruises und Hansa Kreuzfahrten soll erst im Verlauf der nächsten Wochen entschieden werden. Für das bisherige Flaggschiff der Gruppe, die 'Delphin Voyager', war die Charter vom griechischen Eigner bereits vor Wochen vorfristig beendet worden. Das Schiff wird dem Vernehmen nach bereits weltweit zum Verkauf angeboten. Was aus der 'Delphin' wird, ist noch unklar. Branchenkenner spekulieren darüber, dass es zwangsversteigert werden könnte, um die Forderungen der Gläubiger zu bedienen.

Von der Insolvenz nicht betroffen ist hingegen das bislang zum Teil von Hansa Kreuzfahrten gecharterte Kreuzfahrtschiff 'Princess Daphne'. Es wird weiter über Hansa Touristik (Bremen) angeboten. Reiseveranstalter Horst Kilian hat zusätzlich zum eigenen Programm auch die zuvor von Hansa Kreuzfahrten vermarkteten Charterreisen übernommen. Allerdings hat er nach eigenen Angaben das ursprünglich vorgesehene Programm modifiziert. Das Nordland- und Ostseeprogramm wurde zugunsten einer neu angebotenen Grönland/Spitzbergen-Fahrt abgespeckt.

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