„Armutszeugnis für die Politik“

GEW kritisiert Abbrecherquote

Bremen. „Wir brauchen einfach eine bessere Grundausstattung an allen Schulen. Diese hilft auch, individuelle Problemlagen von Kindern, Jugendlichen oder Familien frühzeitiger zu erkennen und differenzierte Unterstützungsmaßnahmen anzubieten und einzuleiten.
06.09.2016, 00:00
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Von Andr� Fesser

Bremen. „Wir brauchen einfach eine bessere Grundausstattung an allen Schulen. Diese hilft auch, individuelle Problemlagen von Kindern, Jugendlichen oder Familien frühzeitiger zu erkennen und differenzierte Unterstützungsmaßnahmen anzubieten und einzuleiten.“ Mit diesen Worten kommentiert Christian Gloede, Landesvorstandssprecher der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), die jetzt vorgelegten Zahlen zu Schulabbrüchen im Land Bremen (wir berichteten). Die hohe Zahl an Jugendlichen ohne Abschluss entlarve die viel zitierte „Priorität für Bildung“ als Feigenblatt.

Für Goede ist es ein „Armutszeugnis für die Politik, eine seit Jahren auf hohem Niveau liegende Abbrecherquote nicht zu senken. Sie sollte den Verantwortlichen die Schamesröte ins Gesicht treiben“, findet der Gewerkschafter. Diese betroffenen Jugendlichen seien auch Ausdruck einer rigiden Kürzungspolitik, die im Bildungsbereich seit vielen Jahren greife. Eine nicht an Notwendigkeiten orientierte Ausstattung im Bildungsbereich, gerade in einem Bundesland mit hoher Armutsquote, führe zu einer hohen Zahl von Bildungsverlierern, so Gloede. Not- und Sonderprogramme kämen häufig zu spät. Bevor ein „Papiertiger“ wie die Jugendberufsagentur effektiv arbeite, müssten vor Ort an den Schulen Ressourcen vorhanden sein, individuell ausgerichtete Maßnahmen zu treffen. Hierfür bräuchten die Schulen aber entsprechende Ressourcen. Auch eine bessere Ausstattung der „Regionalen Beratungs- und Unterstützungszentren“ (Rebuz) sei wichtig.

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