Post als Protest Gewerkschaft will Leiharbeit an Schulen abschaffen

Die Bildungssenatorin Eva Quante-Brandt (SPD) hat Post bekommen. Viel Post. Freuen wird sie sich darüber aber wahrscheinlich nicht.
02.05.2015, 00:00
Lesedauer: 1 Min
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Gewerkschaft will Leiharbeit an Schulen abschaffen
Von Christian Weth

Viel Post für Bildungssenatorin Eva Quante-Brandt (SPD). Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hat ihr am Donnerstag rund 2000 Grußkarten überreicht. Auf ihnen stand immer dasselbe: „Keine Leiharbeit durch Schulvereine.“

Nur die Namen der Absender unterschieden sich. Die Karten hatten Beschäftigte unterzeichnet, die an Bremer Schulen als Pädagogen arbeiten, aber nicht bei der Senatorin für Bildung angestellt sind. Sie werden entweder von Freien Trägern bezahlt oder eben von Schulvereinen. Und das mehr schlecht als recht, wie Gewerkschafter Christian Gloede kritisiert. „Damit muss Schluss sein.“ Die GEW will, dass alle Leiharbeiter einen neuen Arbeitgeber bekommen: die Bildungsbehörde.

Nach Rechnung der Gewerkschaft gibt es bremenweit etwa 2000 pädagogische Mitarbeiter, die an Schulen im Einsatz sind, ohne vom Ressort entlohnt zu werden. Das stört die GEW schon seit Längerem. „Gerade die Angestellten bei Schulvereinen haben weniger Rechte und schlechtere Rahmenbedingungen als ihre Kollegen, die bei der Senatorin für Bildung beschäftigt sind“, sagt Gloede. Viele hätten Verträge ohne Kündigungsschutz, ohne betriebliche Altersvorsorge, ohne Aufstiegschancen. Dabei machten die Leiharbeiter an den Schulen nicht selten genau das Gleiche wie die Behörden-Beschäftigten.

Nach Gloedes Worten ist Senatorin Quante-Brandt das Problem wohl bewusst. Wie es gelöst werden kann, habe sie zwar nicht gesagt, aber zumindest Gesprächsbereitschaft signalisiert. Nach der Bürgerschaftswahl und den Verhandlungen über Ressortzuschnitte sollen verschiedene Möglichkeiten geprüft werden. „Dann wollen wir erneut zusammenkommen“, sagt Gloede. Er erwartet, dass die Abschaffung der Leiharbeit durch Schulvereine in den bevorstehenden Koalitionsgesprächen mit aufgenommen wird. Und dass es spätestens zu den nächsten Haushaltsberatungen im Herbst Alternativen zu den Leiharbeitsverträgen gibt.

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